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Nagetiere

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Die “Eine Ratte pro Person“-Regel

Immer wieder verwenden Journalisten bei Artikeln über Ratten die “ Eine Ratte pro Person“-Regel, die 1909 von W.R. Boelter in England unter „The rat problem“ publiziert wurde. Diese Regel entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Mister Boelter bereiste die Englische Landschaft und fragte die Bewohner folgende Frage: „Halten Sie es für möglich, dass es hier eine Ratte pro Acre (1 Acre = 0,4 ha) hat?“ Er erhielt die Antwort: „Ja natürlich“ oder „Nein, die Zahl ist zu tief“. Bewohner von Städten wurden in dieser Studie nicht befragt. Schlussendlich kam er zur „gelehrten“ Annahme, dass es pro kultivierte Acre in England ungefähr eine Ratte hat.
Damals gab es in England 40 Millionen kultivierte Acres und daraus folgerte Boelter dass es auch ca. 40 Millionen Ratten gäbe. Zufälligerweise wohnten zu der Zeit in England gerade 40 Millionen Leute. Daraus wurde die „Eine Ratte pro Acre“-Statistik zu einer Ratte pro Person. Die Leute liebten diese Statistik und niemand hinterfragte sie für lange Zeit. So wurde dieselbe Rattenstatistik gerne von Schädlingsbekämpfungsfirmen, Ämtern aber auch von der UNO verwendet. In Amerika fing David Davies während des zweiten Weltkriegs an, Ratten und deren Verhalten in Städten zu erforschen. 1949 untersuchte er die Rattenpopulation in New York (damals rund 8 Mio. Einwohner) mittels Fallenfang, Zählung von Eingängen zu Rattenbauten und Laufwegen sowie dem gefundenen Rattenkot. Er kam damals auf eine Schätzung von einer Ratte auf 33 Leute oder rund 250'000 Ratten. Als das New Yorker Gesundheitsdepartement den Bericht las, wurde der stadtweite Rattenvernichtungsplan schubladisiert.


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„Mäuse oder Ratten suchen nach Aufnahme von Giftköder Wasser auf, weil das Gift sie durstig macht“

Dieses Argument wird häufig bei der Nagerbekämpfung verwendet. Tote Mäuse verursachen aufgrund ihres geringen Gewichts (15 bis 30 g) kaum Geruchs-belästigungen. Ratten hingegen mit einem Gewicht von 200 bis 500 g können durchaus über einige Wochen einen penetranten Verwesungsgeruch verbreiten, wenn sie in einem unzugänglichen Hohlraum im Haus sterben.

Die heute käuflichen Maus- und Rattenköder enthalten hauptsächlich Blutverdünnungsmittel (Antikoagulantien). Sie verzögern bzw. verhindern die Blutgerinnung. Dabei verursachen Sie nach dem Fressen von genügend Köder nach 3 bis 5 Tagen innere Blutungen, woran die Tiere sterben. Dass die Ratten nach der Giftaufnahme ohne Geruch verwesen, oder das Haus verlassen, um Wasser zu suchen ist wissenschaftlich nicht erwiesen.


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„Mäuse fängt man am besten mit Käse“

Käse wird an der Wärme schnell ranzig und ist dann nicht mehr sehr attraktiv. Mäuse ernährten sich ursprünglich von Grassamen. Die bei uns als Schädling auftretende Hausmaus akzeptiert eine breite Auswahl an Futterquellen. Sie frisst gern Körner aber auch Nutella oder Schokolade. Ein sehr guter Köder ist eine Mischung aus einge-weichten Haferflocken mit Erdnussbutter und gebratenem Speck.

Zur Bekämpfung sollten Sie mehrere Fallen pro Raum entlang der Wände, unter Schränken oder in dunklen Ecken aufstellen. Schlagfallen, welche den Mäusen das Genick brechen, sind besser als Lebendfallen. Sie sollten die Fallen regelmässig, am besten täglich, kontrollieren.


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Wahres und Unwahres über Ratten und Rodentizide

Um Ratten ranken sich viele Mythen und Legenden. Immer wieder beliebt ist die Superratte, die entweder Atomtests überlebt, riesengross ist oder Kinder benagt. Gern werden auch mehr oder weniger seriöse Äusserungen über Resistenz dahingehend gedeutet, dass (bald) kein Bekämpfungsmittel mehr wirkt. Im Folgenden werden einige dieser Mythen, Halbwahrheiten und Übertreibungen relativiert.
Quelle: Dr. Stefan Endepols, Burscheid in "Der praktische Schädlingsbekämpfer" Nr. 11/05.


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