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Medienmitteilungen
Der Stadtrat von Zürich
7. Juli 2010
Stadion Zürich: Fussball, Fans und Familien
Das Grossprojekt auf dem Hardturm-Areal stärkt das Quartier und die Sportstadt
Ein modernes, kompaktes und ökologisches Fussballstadion für 16 000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Eine städtische Wohnsiedlung mit rund 160 kostengünstigen Wohnungen. Ein städtischer Platz sowie Raum für Gewerbe und quartierspezifische Infrastruktur. Das alles soll bis im Sommer 2016 auf dem Hardturm-Areal gebaut werden. Dafür beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat zwei Projektierungskredite für Stadion und Wohnen von insgesamt 10,7 Millionen Franken.
Vor gut einem Jahr hat sich die Credit Suisse von ihrem Stadionprojekt verabschiedet, und die Stadt übernahm die Verantwortung für die Projektierung eines Fussballstadions, während die Credit Suisse auf dem Nachbargelände Hochhäuser für Wohn- und Dienstleistungen realisieren wollte. Doch es zeigte sich, dass die beiden Projekte zu eng verflochten waren und beiderseits keine befriedigende Lösung gefunden werden konnte. Anfangs 2010 kaufte die Stadt der Credit Suisse zwei Grundstücke auf dem Hardturm Areal ab und plante im letzten halben Jahr in eigener Regie sowohl ein Stadion als auch eine Wohnsiedlung. Um das Grossprojekt weiter voranzutreiben, legt jetzt der Stadtrat dem Gemeinderat einen Antrag für zwei Planungs- und Projektierungskredite vor.
Stadion Zürich: Stimmig für gute Stimmung
Dank des Landkaufs hat das Stadion mehr Platz bekommen, der
TV-Compound muss nicht unter das Stadion gebaut werden, was sich
positiv auf die Kosten auswirkt. In Absprache mit FCZ und GCZ
soll ein rund 25 Meter hohes Stadion mit 16 000 Sitzplätzen
gebaut werden, das dem Publikum grosse Nähe zum Spielgeschehen
gewährt und «Kessel-Stimmung» er-zeugt. Das Stadion genügt den
Anforderungen von FIFA und UEFA für Länderspiele wie auch
denjenigen internationaler Club-Wettbewerbe. Den Clubs stehen 14
VIP-Logen zur Verfügung. Mit 14 Verpflegungsstationen, einem
Stadionrestaurant und einer Bar für 400 Personen werden die Fans
sich gut und rasch verpflegen können. Aus sicherheitstechnischen
Gründen wird es eine Heim- und eine Gastkurve geben.
Das Stadion wird nach den Zielsetzungen der 2000-Watt-Gesellschaft erstellt. Insbesondere wird geprüft, ob das Stadion und die Wohnüberbauung mit einer Solaranlage versehen und soweit möglich Solarenergie verwendet werden kann. Insgesamt werden dem Stadion 470 Parkplätze zugeordnet, der grösste Teil davon unterirdisch. Bei stärker besuchten Fussballveranstaltungen werden zusätzlich bestehende private Parkierungsanlagen in der Umgebung genutzt. Neben den Fussballspielen sind keine Grossevents geplant. Das Stadion wird dank der neuen Tramlinie Zürich-West zudem noch besser mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sein.
Die eigentlichen Stadionkosten (ohne Landkosten) betragen 88,7 Millionen Franken. Dazu kommen weitere Kosten für eine Einstellhalle und Infrastrukturbauten. Insgesamt wird zum heutigen Zeitpunkt mit Kosten von 128,2 Millionen Franken gerechnet, wobei die Genauigkeit +/- 20 Prozent beträgt, ein zu diesem Planungszeitpunkt üblicher Spielraum.
Für die Finanzierung wird eine Stadiongesellschaft gegründet, die später auch den Stadionbetrieb führen soll. Das Eigenkapital von 50 Millionen Franken würde von der Stadt und der FIFA mit je 20 Millionen, den beiden Clubs mit je 2,5 Millionen und Dritten mit 5 Millionen Franken (z. B. Volksaktie) einbezahlt, der Rest über Fremdkapital resp. mit einem Darlehen der Stadt zu marktüblichen Zinsen finanziert. Der Businessplan sieht vor, dass mit einem jährlichen Defizit von 4 bis 6 Millionen Franken zu rechnen ist, das von der Stadt getragen wird. Über diese jährlich wiederkehrende Ausgabe sowie weitere wichtige Elemente des Projekts werden die Zürcher Stimmberechtigten zu befinden haben.
Wohnsiedlung: Vielfältig mit familiärer
Atmosphäre
Die rund 160 Wohnungen schliessen sich nicht nur nahtlos an
bereits bestehende Wohnsiedlungen an, sondern nehmen auch die
Struktur der Blockrandbebauung auf. Die sieben Geschosse
umschliessen einen ruhigen Innenhof, der sich von den Immissionen
des Verkehrs und des Fussballbetriebs abgrenzt. Im Erdgeschoss
sind Gewerbe und Dienstleistungen für das Quartier
vorgesehen.
Die Wohnsiedlung wird im Minergie-P-Eco-Standard erstellt.
Rund ein Drittel der Wohnungen soll subventioniert werden. Die
Monatsmieten im freitragenden Wohnungsbau werden für eine
2,5-Zimmerwohnung bei ca. 1450 Franken liegen, für eine
5,5-Zimmerwohnung bei 2560 Franken. Die Kosten für die Erstellung
werden sich auf rund 97 Millionen Franken belaufen.
Gemeinsam - getrennt
Mit den beantragten Planungs- und
Projektierungskrediten von 7,5 Millionen Franken für das Stadion
und 3,2 Millionen Franken für die Wohnsiedlung werden zwei
Wettbewerbe durchgeführt und bearbeitet. Die Nutzung des Areals
ist als Gesamtpaket zu betrachten, da die beiden Projekte eng
miteinander verknüpft und aufeinander abgestimmt sind. Darum legt
der Stadtrat dem Gemeinderat und der Stimmbevölkerung die beiden
Projekte im Jahr 2012 zwar in zwei Vorlagen, aber gleichzeitig
vor.
In Anbetracht des Planungsstandes sind alle Kosten als
Schätzungen zu verstehen.
Die vertiefte Detailerarbeitung erfolgt im Sinne einer
fortlaufenden Planung und es wird weitere Anpassungen und
Änderungen geben. Der Stadtrat will dem Gemeinderat aber sehr
bewusst bereits jetzt ermöglichen, grundsätzlich Stellung zu den
Vorschlägen zu nehmen.
Der Stadtrat ist überzeugt, dass die vorgeschlagene Lösung
das Quartierleben stärken wird. Statt mit einem Duplex-Stadion
jede Woche mehrere Veranstaltungen verkraften zu müssen, bekommt
das Quartier «sein» traditionelles Stadion und zusätzlich
Wohnungen und Infrastruktur für das Quartier. Die Duplex-Variante
wird darum wie bereits mehrfach betont nicht weiterverfolgt.
Information Zürich-West Diagonal Spezial:
Montag, 12. Juli 2010, 19.30 bis 21.00 Uhr im
Technopark, Technoparkstrasse 1
Die Stadträte André Odermatt, Gerold Lauber und Martin
Vollenwyder informieren das Quartier und die interessierte
Bevölkerung direkt zum geplanten Stadion Zürich und der neuen
Wohnsiedlung.
Thema: Bauen, Sport und Freizeit
Organisationseinheit: Stadtrat

