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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Stadtrats-Versteckis
Publikations im Tagblatt der Stadt Zürich
Kathrin Martelli, Vorsteherin des Hochbaudepartements
Es gibt einen ganz schlauen Vorstoss eines Gemeinderates – der übrigens Stadtrat werden möchte. Darin verlangt er: «…, dass Mitglieder der Stadtregierung während 90 Tagen vor den Gesamterneuerungswahlen des Stadtrates an keinen Veranstaltungen der Stadt Zürich mehr öffentlich auftreten dürfen.» Das würde bedeuten: während dem Wahlkampf ist eine gewählte Stadträtin keine Stadträtin mehr. Medienkonferenzen aus einem aktuellen Anlass, Spatenstiche, Informationen zu laufenden und wichtigen Projekten, Interviews für Fernsehen oder Radio – alles gestrichen. Stadt hat dann nicht mehr stattzufinden. Wenn trotzdem etwas passieren sollte, kann ja auch ein Bundesrat Auskunft geben, warum nicht. Konsequent zu Ende gedacht, würde es auch bedeuten: wir Stadträtinnen und Stadträte kommunizieren auf keinem Weg mehr. Auch nicht per Telefon, Brief oder Email, wer weiss, wo diese Infos überall landen könnten. Keine Gespräche mit Menschen im Laden, auf der Strasse oder im Tram. Am besten nicht mehr einkaufen, zu Fuss gehen oder Tram fahren. Keine Kolumnen mehr im «Tagblatt». Das gälte dann alles auch für zurücktretende Mitglieder, suscht git’s na en Durenand.
Schön! Ich bin wirklich gespannt, ob da die Stadt mitmacht. Ob sich Zürich für drei Monate in den Standby-Modus schalten lässt. Die Medien könnten dann den Züri-Bund verkleinern wie während der Ferien. Überhaupt könnten Sie dann ihre langen Ferien planen, wir fahren die städtischen Aktivitäten herunter, schliessen Schulen, Adieu mitenand, erholed Sie sich guet. Aber seien Sie dann bitte rechtzeitig zurück, damit sie das neu zu bestimmende Gremium auch wählen können.
Ich wünsche dannzumal allen viel Freude am neuen
Gesellschaftspiel «Stadtrats-Versteckis».
Kathrin Martelli,
Vorsteherin Hochbaudepartement