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Atelier Hermann Haller
Das 1932 erbaute Atelier des Bildhauers Hermann Haller (1880 - 1950) bietet in den Sommermonaten unentgeltlich Einblick in das Schaffen dieses einst berühmtesten Schweizer Plastikers. Im authentischen Ambiente ist sein Werk ziemlich umfassend präsent und reicht von schnell gearbeiteten Skizzen über unzählige Studien und Kleinplastiken bis zu den Gipsmodellen für die grossformatigen in Bronze gegossenen Figuren. Sie erzählen von der passionierten Auseinandersetzung Hallers mit der Frauengestalt und werfen Fragen zu Menschenbild und Schönheitsbegriff auf. Viele Porträtköpfe zeugen von Hallers ausgedehntem Beziehungsnetz, das bedeutende Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft, die in den Zwanziger- und Dreissigerjahren in Zürich weilten, umfasste.
Die Sammlung ist erweitert mit einer Präsentation, die den komplexen Vorgang des Bronzegusses in seinen einzelnen Arbeitsschritten zeigt. Die Kunstgiesserei Felix Lehner in St. Gallen realisierte einen Abguss eines von Haller geschaffenen Porträtkopfes. An diesen dreidimensionalen Modellen kann das Wachsausschmelzverfahren nachvollzogen werden.
Sommerausstellung 2011
Ich bin der typische Modelleur, ich arbeite von innen nach aussen.
Angesichts der Fülle der Figuren im Atelier Haller macht es neugierig, wie ein Plastiker Hand anlegt, wie die einzelnen Schritte vor sich gehen: von der Vorstellung und Planung einer Figur bis zur gegossenen Bronze.
Plastisches Gestalten ist künstlerische Idee und handwerklicher Prozess. Diesen erfahrbar zu machen, ist die Absicht der diesjährigen kleinen Ausstellung im Atelier Hermann Haller. Der Werkprozess – vom Entwurf über die Planung der Armierung bis zum Aufbau des Volumens und der Modellierung der Oberfläche - wird durch 3-D-Modelle und einen 20minütigen Film von Ernst Scheidegger veranschaulicht.
Kuratorin der Ausstellung: Priska Held Schweri, lic.phil.

