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Die Sammlung, unser Juwel



Das Museum Rietberg Zürich ist das einzige Kunstmuseum für aussereuropäische Kulturen in der Schweiz und besitzt eine international renommierte Sammlung mit Werken aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien. Mit der Präsentation von Kunstwerken will das Museum nicht nur die faszinierende Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen bewusst machen, sondern auch Verständnis und Interesse für fremde Kulturen, Weltanschauungen und Religionen wecken.

Die dem Museum von Eduard von der Heydt geschenkten Kunstwerke bilden den Grundstock der Sammlung. Durch langjährige, freundschaftlich gepflegte Kontakte mit namhaften Mäzeninnen und Mäzenen, Sammlerinnen und Sammlern, aber auch mit Hilfe von Stiftungen und Sponsoren aus der Wirtschaft konnte das Museum Rietberg im Laufe der Jahre seine Bestände mit weiteren Sammlungen und Einzelobjekten von internationaler Bedeutung erweitern.

Das Museum Rietberg hat durch den Erweiterungsbau seine Ausstellungsfläche mehr als verdoppelt. Noch nie gezeigte Kunstwerke aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sind erstmalig dem Publikum zugänglich. Vitrinen, Raumfarben und Beleuchtung sind auf die optimale Wirkung der Kunstwerke abgestimmt. Auf Wandtexte, lange Etiketten, Karten und flackernde Bildschirme wurde bewusst verzichtet, denn die Aura der Meisterwerke soll ungeschmälert zur Geltung kommen. Informationen zu den kulturellen Hintergründen liefert der mehrsprachige Audioguide und ein Kurzführer.


Der Erweiterungsbau


Einer der Sammlungsschwerpunkte des Museums liegt in der chinesischen Kunst: Archaische Ritualbronzegefässe, Grabkunst der Han- bis Tang-Dynastie (2. Jahrhundert v. Chr.–9. Jahrhundert n. Chr.) und buddhistische Kunst mit grossformatigen Stelen und Steinfiguren bilden einen Höhepunkt der Sammlungsausstellung. Die chinesische Malerei findet in den neuen unterirdischen Räumen einen perfekten Platz, da dort die Licht- und Klimaverhältnisse den empfindlichen Tuschebildern optimal angepasst werden können. Die grossen und variablen Vitrinen ermöglichen es, die Meisterwerke in regelmässigem Turnus zu zeigen. Strahlender Glanz erwartet die Besucher und Besucherinnen bei der Besichtigung der weltbesten Sammlung chinesischen Cloisonnés, der Sammlung Alice und Pierre Uldry. Darunter befindet sich auch ein monumentales kaiserliches Deckelgefäss, das – gemeinsam mit seinem Pendant im British Museum – als das bedeutendste chinesische Cloisonné-Kunstwerk gilt.

Die Japan-Abteilung zeigt eine kleine, aber hochkarätige Gruppe buddhistischer Skulpturen voller Eleganz und Anmut aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Eine besondere Anziehungskraft geht von den raffiniert geschnitzten Masken des No-Theaters aus, von denen das Museum Rietberg aussergewöhnlich schöne Stücke besitzt. Die Sammlung japanischer Malerei besteht vorwiegend aus Werken des 18. und 19. Jahrhunderts. Neben den Farbholzschnitten sind neu auch so genannte Surimono, Neujahrsdrucke, als Dauerleihgabe des Museums für Gestaltung Zürich zu bewundern.

In den grossen Hallen des Erweiterungsbaus stehen den asiatischen Kunstwerken afrikanische Objekte gegenüber. So gross der Kontrast auch erscheinen mag, die hier präsentierten Meisterwerke weisen dieselbe erlesene Qualität aus. Weltruf geniesst die kleine Gruppe von Figuren der Dogon-Region in Mali. Viele der Masken und Webrollen der Elfenbeinküste, Liberias und Guineas wurden noch nie öffentlich gezeigt. Auch sie kommen durch die ausgeklügelte Beleuchtung nun besonders gut zur Geltung. Klein, aber exquisit ist die Gruppe von Bronzen des 16. und 17. Jahrhunderts aus der Königsstadt Benin in Nigeria. Aus Kamerun findet sich die weltberühmte Maske eines Meisters der Bamendjo-Region aus dem Grasland sowie eine Gruppe von Skulpturen der benachbarten Fang-Region. Expressive Masken und herausragende Skulpturen aus dem Kongo beschliessen die afrikanische Kunstsammlung.


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Die Villa Wesendonck

Der Rundgang beginnt im Erdgeschoss mit frühen buddhistischen Skulpturen aus Indien und Pakistan. Die figürlichen Darstellungen des Buddhas aus Gandhara zeugen von griechisch-römischen Einflüssen; sie stehen am Anfang der buddhistischen Kunst entlang der Seidenstrasse. Neben hinduistischen Tempelskulpturen bilden die südindischen Bronzen aus der Regierungszeit der Chola-Könige (9.–1 1. Jahrhundert) den Höhepunkt wohl jedes Museumsbesuchs: Denn hier steht das Wahrzeichen des Museums: Shiva Nataraja, der Tanzende Shiva. Wohl kaum ein Besucher kann sich seiner Schönheit und Ausstrahlung entziehen.

Im selben Ambiente der altehrwürdigen Villa findet die Sammlung der Zürcherin Berti Aschmann (1917–2005) mit buddhistischer Kunst, vor allem Bronzen aus der Himalaya-Region, ihren gebührenden Platz. Seit 1995 macht sie das Museum Rietberg zu einem Anziehungspunkt für Freunde, Bewunderer und Sammler von tibetischer Kunst.Im Obergeschoss können Kunstwerke aus Indonesien bestaunt werden, die seit vielen Jahren der Öffentlichkeit verborgen blieben, wie die Masken des javanischen Maskentanztheaters Wayang Topeng. Sie sind umgeben von Kunstwerken aus der Südsee, aus Polynesien und Melanesien. Neben künstlerisch herausragenden Skulpturen der Sepik-Fluss-Region Neuguineas finden sich Meisterwerke von den Neuen Hebriden, aus Neuirland sowie von den Maori, der Urbevölkerung Neuseelands.Die Ausstellungsfläche für die Kulturen Amerikas hat sich im Vergleich zum alten Museum Rietberg verdreifacht. Erstmals können nun neben Objekten aus Mesoamerika auch Kunstwerke aus Nord- und Südamerika erlebt werden. Besonders imposant sind die Masken der Tlingit sowie die farbenprächtigen Gefässe, plastisch modellierte Köpfe von Gottheiten und Fürsten und Reliefs der Maya. Prächtig bemalte Tonfiguren aus Westmexiko und aus Costa Rica und hochwertige Keramik aus der präkolumbischen Zeit Perus bilden einen weiteren Blickfang.


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Die Park-Villa Rieter

Den dritten Teil des Museums Rietberg bildet die Park-Villa Rieter mit ihrem Schwerpunkt für indische Malerei. In Wechselausstellungen werden Kunstwerke aus der über 1’500 Bilder umfassenden Sammlung gezeigt, die die ganze stilistische Bandbreite indischer Malerei vom 12. bis ins 20. Jahrhundert belegen.Das Obergeschoss zeigt erstmals die Kunst des Irans: Eine Illustration von 1340, die aus dem so genannten Kleinen Shahnameh stammt, zeugt von der frühen Buchkunst Persiens. Ebenso vertreten sind Skulpturen und Plastiken aus dem alten Iran, wobei die Bronzekunst aus Luristan einen gewichtigen Platz einnimmt. Hinzu gesellen sich altägyptische Textilien sowie Teppiche aus dem Kaukasus, Anatolien, dem turkmenischen Gebiet und Persien.

In dem neu geschaffenen Teppichraum sind jährlich wechselnd vier bis sechs Teppiche zu sehen, die einem bestimmten Thema verpflichtet sind, sei dies ein Motiv, eine historische Entwicklung, ein bestimmtes Gebiet oder ein bestimmter Teppich-Typus.


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Das Schaudepot

Das Museum hat keine verborgenen Depoträume mehr! Das Magazin ist hell erleuchtet und als Schaudepot konzipiert, das dem Publikum einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Fachleute und Laien können nun die annähernd 4'000 Objekte in Musse studieren, die vorher im Dunkeln ruhten. Wie bereits der neue Eingangsbereich mit der Glasfassade signalisiert, ist das Museum Rietberg mehr denn je ein rundum transparentes Museum.


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