Nachhaltige Stadt Zürich - auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft

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1. Ausgangslage und Ziele

Der derzeitige Energieverbrauch der Zürcher Bevölkerung liegt bei etwa 6000 Watt kontinuierliche Leistung und der CO2-Ausstoss bei etwa 6 Tonnen pro Person und Jahr. Dies ist viel zu hoch und trägt zum Klimawandel mit allen bereits heute spürbaren negativen Folgen bei. Um den Klimawandel nicht weiter zu verschärfen, ist es ist unerlässlich, den Energieverbrauch pro Person auf einen Drittel, also 2000 Watt und den CO2-Ausstoss um rund 80% auf maximal eine Tonne pro Person und Jahr zu senken.

Dem Stadtrat ging es im Rahmen des Legislaturschwerpunkts «Nachhaltige Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft» darum, mit grundlegendenEntscheiden und ersten Massnahmen eine Entwicklung hin zu diesen langfristigen Zielen in Gang zu setzen.


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2. Was wurde erreicht?

Es wurden rund 80 Projekte departementsübergreifend und teilweise mit Beteiligung externer Partner aus der Wirtschaft, aus Forschung und Bildung oder von Behörden und Verbänden bearbeitet.

  • Bereitstellung von Grundlagen: In Zusammenarbeit mit den massgeblichen energiepolitischen Akteuren der Schweiz wurden die wichtigsten methodischen Eckpunkte des 2000-Watt-Konzeptes festgelegt und so für die Praxis nutzbar gemacht.Weiter wurden verschiedene Szenarien für den Energieverbrauch und die Energieversorgung der Stadt Zürich für 2050 erarbeitet, inklusive eine zukünftigeStromversorgung ohne neue Beteiligungen und Bezugsrechte an Kern-energieanlagen (Stromzukunft Stadt Zürich). Als Hilfe für Entscheide im Hinblick auf die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft wurden Instrumente zur Beurteilung von Energieträgern, Energienutzungstechnologien sowie Energieversorgungsszenarien erarbeitet.
  • Energieeffizienz und erneuerbare Energien: Damit der CO2-Ausstoss massiv verkleinert werden kann, ist es notwendig, die Energieeffizienz beim Verbrauch stark zu verbessern und die Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen schnell deutlich zu steigern. Neu wurde eine Beratung und Begleitung für Planende und Bauende (Energie-Coaching) geschaffen. Die Energieberatung für Private und Wirtschaft wird weitergeführt und der Bereich Energiedienstleistungen ewz wird mittels eines Kredits von 180 Millionen Franken ausgebaut. Die Ökologisierung der Stromversorgungwird weiter vorangetrieben, ebenso die Verbreitung des ewz-Effizienzbonusbei energieeffizienten Unternehmen. Unterstützend wirken auch weiterhin die Förderbeiträge aus dem Stromsparfonds zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen (u.a. Solaranlagenund Wärmepumpen). Eine massive Steigerung der Produktion erneuerbarer Energien wurde mit zwei Rahmenkrediten von total 220 Millionen Franken zum Ausbau der Windenergie, einem Kredit für eine hydrothermale Probebohrung zur Nutzung der Erdwärme, dem Bau einer Brennstoffzellen-Pilotanlage und der Planung eines Holzheizkraftwerks angestossen.
  • Bauten: Die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft konnten für den Gebäudebereich konkretisiert und wegweisende Grundlagen für die Umsetzung im Immobilienmanagementund bei Bauprojekten erarbeitet werden. Es wurden Leuchtturmprojektebei Neubauten und Instandsetzungen realisiert (z.B. Stadtspital Triemli, Schulhaus Milchbuck). Der geltende Gebäudestandard für nachhaltiges Bauen wurde verschärft (7-Meilen-Schritte) und der Energieverbrauch kann mittels Gebäudeausweis transparent gemacht werden. Zudem wurde eine Strategie der langfristigen energetischen Entwicklung und der Stoffflüsse des Gebäudeparksin der Stadt erarbeitet. Neue Erkenntnisse zu den Lebenszykluskosten und zu neuen Technologien für die 2000-Watt-kompatible Lüftung und Wärmedämmungwurden entwickelt und getestet. Neu stehen für Energieeffizienzmassnahmen und erneuerbare Energien der städtischen Bauten im Verwaltungs- und Finanzvermögen Rahmenkredite von 18 Millionen und 10 Millionen Franken zur Verfügung.
  • Mobilität: Die städtische Mobilitätsstrategie wird konsequent weiter umgesetzt. Eine weitere Teilstrategie zur Elektromobilität ist in Erarbeitung.Der öffentliche Verkehr wird gemäss der VBZ-Netzentwicklungsstudie 2025 ausgebaut und Strassenneubauten mit entlastungssichernden flankierenden Massnahmen begleitet. Das Fuss- und Velowegnetz wird kontinuierlich verbessert. Die Fussgängerbereiche in der Innenstadt werden erweitert und die Stadträume in den Quartierzentren aufgewertet. Vorbereitungen für ein automatisches Veloverleihsystem sind im Gange. Für die verkehrlichen Anforderungen an 2000-Watt-kompatible Bauprojekte wurde ein Leitfaden entwickelt und in einer Studie «Zürichs Verkehr 2050» wurden erste qualitative Aussagen zum zukünftigen Stadtverkehr gemacht.Zur Sensibilisierung der Bevölkerung findet alljährlich die Aktion «Zürich Multimobil» statt.
  • Information, Sensibilisierung, Aktionen und Anreize: Neben der Erarbeitung von Grundlagen über die Zusammenhänge von Umweltbelastungund Gesundheit fanden verschiedene Aktionen zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung statt, beispielsweise die jährlichen Umwelttageoder die Aktion «Sportlich zum Sport». Zudem wurden zwei Plakataktionen mit einfach zu realisierenden Energiespartipps durchgeführt. Informationen und Tipps sind auch auf der städtischen Website zu finden, wo zudem mittels eines einfachen Energiespiels der persönliche jährliche Energieverbrauch ermittelt werden kann. Der eigens entwickelte Energierechner, mit welchem ein breites Publikum für den eigenen Energiekonsum und Einsparmöglichkeiten sensibilisiertwerden kann, war an diversen Anlässen im Einsatz.
  • Vorbild: Im Rahmen der städtischen Beschaffungen wurden verschärfte Umweltstandardsformuliert und in verschiedenen Bereichen umgesetzt (Berufskleider, Reinigungsmittel, Lebensmittel, Fahrzeuge, IT, Papier). Mit dem Masterplan Umwelt ist zudem ein Instrument geschaffen worden, welches eine kontinuierlicheund umfassende Umsetzung der Umweltschutzmassnahmen in der Stadtverwaltung sicherstellt.
  • Zusammenarbeit mit Partnern: Für eine erfolgreiche Weichenstellung hin zu einer 2000-Watt-Gesellschaft ist die Zusammenarbeit mit Partnern unerlässlich. Es wurde deshalb ein Allianzen- und Partnermanagement aufgebaut, um gemeinsam mehr Breiten- und Tiefenwirkungzu erzielen und strategische Partnerschaften zu entwickeln und zu pflegen. Mit dem Öko-Kompass, einem Beratungsangebot für Zürcher KMU, wurde ein Instrument geschaffen, welches die KMU bei Analyse und Umsetzung von betriebsinternen Umweltschutzmassnahmen gezielt unterstützt.
  • Verankerung der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung der Stadt Zürich: Als erste Gemeinde der Schweiz hat die Stadt Zürich in der Volksabstimmung vom 30. November 2008 die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft in ihrer Gemeindeordnungverankert. Die hohe Zustimmung von über 76 Prozent in der Volksabstimmungzeigt, dass die Bevölkerung überzeugt hinter den Zielen steht.


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3. Was bleibt noch zu tun?

Mit dem Legislaturschwerpunkt «Nachhaltige Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft» wurden die Weichen gestellt und in diversen Bereichenwichtige Impulse gegeben und Entwicklungen angestossen. Es sind aber noch deutliche Verstärkungen der Anstrengungen notwendig, insbesondere im Aufbau erneuerbarer Energiequellen und der weiteren Steigerung der Energieeffizienz. Auch im Bereich der Mobilität sind noch grosse Herausforderungenzu bewältigen. Die Nutzbarmachung der Erkenntnisse aus den diversen Grundlagenarbeitenist weiter zu verfolgen und eine Umsetzung in die Breite anzustreben.Die Information und Sensibilisierung aller Beteiligten bleibt dabei eine Daueraufgabe.

Das Ziel kann nur dann erreicht werden, wenn alle Beteiligten (Stadtrat und Verwaltung, Politik, Bevölkerung und Wirtschaft) ihren jeweils eigenen Beitrag leisten.


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4. Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Legislaturschwerpunkt «Nachhaltige Stadt Zürich - auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft» sind auf der Website des  Gesundheits- und Umweltdepartements und im Faltblatt «Es braucht auch Sie! Die 2000-Watt-Gesellschaft» publiziert.


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5. Aktuell

Der Abschlussbericht des Legislaturschwerpunkts «Nachhaltige Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft» liegt vor.


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