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Der Stadtrat von Zürich
8. Oktober 2009
Stadtrat verurteilt Plakat für Minarett-Initiative
Der Stadtrat spricht sich gegen das Plakat für die Minarett-Initiative aus. Er verurteilt Inhalt und Aussage des Plakats, lässt aber den Aushang auf öffentlichem Grund im Rahmen der Meinungsäusserungsfreiheit zu.
Das Plakat-Sujet für die Minarett-Initiative stellt in den Augen
des Stadtrates generell den Islam als bedrohlich, negativ und
gefährlich dar. Dies entspricht nicht der Realität.
Der Stadtrat verurteilt diese Form des Abstimmungskampfes. Er
legt Wert darauf, dass solche Stimmen für die Stadt Zürich nicht
repräsentativ sind. Zürich ist eine tolerante und weltoffene Stadt.
Die muslimischen Zürcherinnen und Zürcher sind fester Teil der
städtischen Bevölkerung. Die Kontakte und der Austausch zwischen
dem Stadtrat und den islamischen Gemeinschaften in Zürich sind
traditionell gut.
Die Initiative zum Verbot von Minaretten widerspricht als
Ganzes dem Grundsatz der Stadt Zürich, dass alle Menschen ihren
Glauben und ihre Traditionen frei und auch öffentlich sichtbar
leben können. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass dies auf der
Basis der geltenden Rechtsordnung geschieht. Religiöse Bauten sind
für die Stadt Zürich weder Störfaktoren noch Bedrohung, sondern
Ausdruck einer friedvoll gelebten Vielfalt in einer pluralistischen
Gesellschaft.
Da die Initiative «Gegen den Bau von Minaretten» zur Abstimmung
kommt, ist der Plakataushang auf öffentlichem Grund nach Auffassung
des Stadtrates im Rahmen der politischen Meinungsäusserungsfreiheit
hinzunehmen. Auf Ersuchen der Städte Zürich, Winterthur und Luzern
hat die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) erklärt,
aufgrund der heutigen Rechtslage und der bisher gefällten
Gerichtsurteile sei davon auszugehen, dass diese und ähnliche
Plakate strafrechtlich gemäss Art. 261bis nicht verboten sind. Der
Stadtrat lässt daher den Aushang des Plakats zu, verurteilt aber
klar dessen Inhalt und Aussage.
Thema: Politik
Organisationseinheit: Stadtrat

