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Medienmitteilungen
Der Stadtrat von Zürich
10. März 2010
Langstrassenkredit: Neue Verwendung und Abrechnung des Restkredits
Der Stadtrat hat aufgrund der seit 2007 gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse beschlossen, den Langstrassenkredit zur Förderung der Wohnlichkeit und des Gewerbes zu beenden. Ein Teil der noch vorhandenen Mittel geht an den Verein GO!, an die Stadtentwicklung zur Quartieraufwertung und an Langstrasse PLUS. Der verbleibende Restkredit wird nicht ausgeschöpft und abgerechnet.
Die Idee für den Langstrassenkredit entstammt einer Volksinitiative, die im August 2003 beim Gemeinderat eingereicht worden ist und 20 Millionen Franken zur Förderung der Wohnlichkeit und des Gewerbes im Kreis 4 forderte. Der Stadtrat lehnte das Initiativbegehren seinerzeit ab, erklärte sich jedoch bereit, im Sinne der Initianten 2 Millionen Franken, befristet auf fünf Jahre zu Verfügung zu stellen. Der Gemeinderat hat diesen stadträtlichen Kompromissvorschlag im November 2005 mit 62 zu 50 beschlossen. Der Langstrassenkredit hatte die Förderung einer positiven Standortentwicklung und einer günstigen Wirkung auf den unmittelbaren Nahraum zum Ziel. Mit dem Kredit sollte ein Beitrag an eine vielfältige Quartierversorgung und für die Erhaltung von Gewerbestrukturen innerhalb des Quartiers geleistet werden.
Erfahrungen und Erkenntnisse
Von den 2 Millionen Franken, die der Stadtrat 2007
bewilligte, wurden bis Ende 2009 rund
670 000 Franken an 27 Projekte vergeben. Die ursprünglich
vorgesehenen jährlichen Tranchen von 400 000 Franken wurden nicht
ausgeschöpft. Ende 2009 waren noch 1 330 000 Franken im
Langstrassenkredit vorhanden.
Es wurden kaum Anträge von Handwerks- oder Gewerbebetrieben
eingereicht, nur 18 Prozent der verwendeten Mittel konnte für
Projekte von Handwerksbetrieben gesprochen werden.
36 Prozent der gesprochenen Mittel gingen an
Gastronomieprojekte, 33 Prozent zur Unterstützung des
Detailhandels. Die meisten Anträge kamen von einer jungen und
innovativen Unternehmerszene.
Generell hat sich die Situation im Langstrassenquartier in
den letzten Jahren aufgrund der umfassenden Aufwertungsmassnahmen
im Rahmen des Projekts Langstrasse PLUS deutlich verbessert.
Nachdem anfangs des Jahrtausends vom Quartier dringende Massnahmen
zur Aufwertung gefordert wurden, ist mittlerweile bereits die Rede
von übertriebener Aufwertung und Verdrängung. Das
Langstrassenquartier ist wieder zu einem attraktiven
Geschäftsstandort und zum Zentrum der Kreativwirtschaft geworden.
Gegen den gesamtstädtischen Trend hat die Zahl der Arbeitsstätten
und der Beschäftigten im Langstrassenquartier zwischen 2001 und
2005 zugenommen. Die Nachfrage nach Räumlichkeiten für die
Gastronomie und den Detailhandel ist gestiegen. Auch das Image des
Quartiers hat sich dank vielfältiger Anstrengungen positiv
verändert.
Trotz der insgesamt erfreulichen Entwicklung des
Langstrassenquartiers ist angesichts des Rotlichtmilieus und der
Drogenszene weiterhin ein besonders aktives Engagement der Stadt
Zürich nötig, um die Situation im öffentlichen Raum hinsichtlich
Sicherheit und Sauberkeit und die Auswirkungen der Ausgangs- und
Vergnügungsaktivitäten in einem quartierverträglichen Rahmen zu
halten.
Neuer Verwendungszweck
Mit den noch vorhandenen Mitteln werden die Ziele des
Langstrassenkredits in anderer Form berücksichtigt: Das
wirtschaftliche Ziel der Unterstützung von Firmen wird im Sinne der
Bündelung der Aktivitäten durch den seit Februar 2009 tätigen
Verein GO! übernommen, der zusammen mit der Zürcher Kantonalbank
sogenannte Mikrokredite vergibt. Mit der Einspeisung von 250 000
Franken aus dem Langstrassenkredit in den Sicherungsfonds erweitern
sich die Möglichkeiten des Vereins bei der Kreditvergabe. Anliegen
zur Quartieraufwertung werden von der Stadtentwicklung Zürich mit
der interdepartemental zusammengesetzten Kerngruppe
Quartierentwicklung behandelt. Dafür werden für drei Jahre
insgesamt 150 000 Franken zur Verfügung gestellt. Unter besonderer
Berücksichtigung des Langstrassenquartiers wird für Langstrasse
PLUS ein gesonderter Beitrag von 90 000 Franken für drei Jahre
gesprochen.
Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat die entsprechenden
Budgetübertragungen.
Auflösung der Kommission und Abrechnung des Kredits
Die bis Ende Februar 2010 eingetroffenen
Beitragsgesuche werden in einer letzten Sitzung der Kommission
Langstrassenkredit behandelt und der Stadtpräsidentin zum Entscheid
vorgelegt. Die Kommission wird unter Verdankung der geleisteten
Dienste per Ende März 2010 aufgelöst. Der verbleibende, nicht
verwendete Restkredit wird nicht ausgeschöpft und abgerechnet. Nach
Ende Februar 2010 eingehende Beitragsgesuche werden abgewiesen oder
an den Verein GO! weitergeleitet.
Thema: Wirtschaft
Organisationseinheit: Stadtrat

