Navigationspfad
Zum Seitenanfang
Medienmitteilungen
Präsidialdepartement
18. März 2010
Befragungen zu Zu- und Wegzugsgründen und zur Wohnsituation im Kreis 8 und der übrigen Stadt
Beruf und Ausbildung sind gemäss der neusten Zu- und Wegzugsbefragung die Hauptgründe für Zuzüge in die Stadt Zürich wie für Wegzüge aus ihr heraus. Sehr viele Zuziehende wollen in die Stadt selber ziehen und nicht in die Agglomeration. Die zudem durchgeführte Mieterinnen- und Mieterbefragung zeigt, dass Sanierungen im Kreis 8 zwar nicht häufiger sind als in der übrigen Stadt, aber öfter mit einem Wechsel der Mieterschaft und mit einem Zuzug von Familien verbunden sind. Die Erneuerungsdynamik ist aber im Kreis 8 und in der ganzen Stadt nach wie vor bescheiden.
Zürich hat zwei Untersuchungen durchgeführt, von denen sich die
eine mit dem Thema Zu- und Wegzug und die andere mit der
Wohnsituation in Zürich befasst.
Wie bereits 2004/05 befragte die Stadtentwicklung im Herbst
2009 erneut eine Stichprobe Umziehender in den Kreisbüros. Zudem
ging eine Befragung von gfs-zürich im Auftrag der Stadtentwicklung
im Januar 2010 der Frage nach, inwiefern Mietende aus ihrer Sicht
von Sanierungen, Umbauten oder Ersatzneubauten betroffen sind und
ob sich der Kreis 8 diesbezüglich von der übrigen Stadt
unterscheidet. Ergänzend dazu wurden Fakten der Baustatistik
ausgewertet. Es zeigt sich das Bild eines infolge Zuzugs
angespannten Wohnungsmarktes mit einer nach wie vor bescheidenen
Erneuerungsdynamik.
Zuzugsgründe bilden Attraktivität der Kernstadt ab
Eine wirtschaftlich attraktive Stadt wie Zürich ist
stark von der Dynamik des Zu- und Wegzugs geprägt, die den
Wohnungsmarkt beeinflusst. Die Zu- und Wegziehendenbefragung
untersuchte deshalb verschiedene Gründe, die von den Befragten als
wichtig oder nicht wichtig bezeichnet werden konnten, sowie sechs
Themenbereiche, von denen einer als Hauptumzugsgrund bezeichnet
werden konnte.
Unter den sechs Hauptzuzugsgründen sind berufliche Gründe und
seit 2009 neu auch Ausbildung am wichtigsten. Unter den zudem als
wichtig genannten einzelnen Zuzugsgründen steht der Wunsch, bewusst
in die Stadt und nicht in die Agglomeration ziehen zu wollen, mit
71 Prozent nach wie vor mit Abstand an der Spitze. 88 Prozent der
Zugezogenen haben nur in der Stadt und nicht auch in anderen
Gemeinden eine Wohnung gesucht.
Die Wohnungssuche wurde von deutlich mehr Zugezogenen (51
Prozent) als schwierig erlebt als vier Jahre zuvor (36 Prozent).
Dennoch ist festzuhalten, dass 49 Prozent der von ausserhalb der
Stadt Zürich Zugezogenen die Wohnungssuche als relativ einfach
empfanden. Sowohl von Zu- wie Wegziehenden wird ausgeprägter als
2004/2005 bemängelt, dass die angebotenen Wohnungen oft zu teuer
seien. Von den aus Deutschland Zugezogenen gaben 2004/05 31
Prozent, 2009 aber 61 Prozent an, die Wohnungssuche als schwierig
erlebt zu haben. Von den aus der Schweiz Zugezogenen stuften 2004
36 Prozent, die Wohnungssuche als schwierig ein, 2009 waren es 45
Prozent. Unter den befragten Zuwandernden in die beliebten
Stadtkreise mit höherem Mietpreislevel (Stadtkreise 1, 6, 7 und 8)
befinden sich relativ viele Haushalte mit Kindern. Dies
widerspricht der These einer Verdrängung von Familien.
Kreis 8: Nicht mehr Sanierungen, aber mehr Mieterwechsel
Die gesamtstädtische Mieterinnen- und
Mieterbefragung mit spezieller Berücksichtigung des viel
diskutierten Stadtkreises 8 (mit dem Quartier Seefeld) zeigt, dass
die Mietzinsen unter Berücksichtigung von Wohnungsstandard und
Haushaltsbudget für die Befragten im Kreis 8 angemessen und mit der
übrigen Stadt vergleichbar sind. Mietzinserhöhungen und Sanierungen
erfolgen hier gemäss der Umfrage nicht häufiger als in der übrigen
Stadt. Aber Sanierungen führen im Kreis 8 etwas häufiger als in der
übrigen Stadt zu Gesamtsanierungen, markanten Mietzinserhöhungen
und ungewollten Umzügen. Oft ziehen in die erneuerten Wohnungen im
Kreis 8 Familien mit Kindern ein. In bestehenden Mietverhältnissen
sind die von den Befragten angegebenen Mietzinserhöhungen in
Riesbach hingegen gar etwas tiefer als in der Stadt.
Wenig Ersatzneubau und durchschnittlich viele Umbauten im
Kreis 8
Ergänzend zur Befragung der Mieterinnen und Mieter
wurden statistische Daten zum Wohnungsbau und zur
Bevölkerungsbewegung analysiert. Diese bestätigen im Wesentlichen
die Ergebnisse der Mietendenbefragung. Weder im Kreis 8, noch in
der übrigen Stadt ist die bauliche Erneuerung intensiv: In den
Jahren 2005 bis 2009 wurden im Kreis 8 bei einem
Gesamtwohnungsbestand von rund 10 000 Wohnungen 84 Wohnungen
abgebrochen und ersetzt. Im fünfjahresdurchschnitt macht dies 0,18
Prozent pro Jahr oder eine von 550 Wohnungen. In der Gesamtstadt
lag dieser Wert leicht höher. Über die letzten 5 Jahre waren es
2481 von insgesamt 207 000 Wohnungen. Im Fünfjahresschnitt wurden
gesamtstädtisch also 0,24 Prozent oder etwa eine von 400 Wohnungen
ersetzt. Da in bestehenden Gebäuden nur bedingt Anpassungen an
zeitgemässe Wohnungsstandards möglich sind, muss dieser Anteil
abgebrochener und ersetzter Wohnungen aus der Sicht einer Vielfalt
des Marktes als eher klein betrachtet werden. Dies gilt
insbesondere für den Kreis 8, wo nur noch sehr wenige Möglichkeiten
für Neubauten auf bisher unüberbauten Arealen bestehen.
Auch die Anzahl der bewilligten Umbauten war im Kreis 8 nicht
speziell hoch. In den letzten fünf Jahren wurden insgesamt 132 der
über 1500 Wohngebäude im Kreis 8 einem Umbau unterzogen. Pro Jahr
entspricht dies etwa einem Umbau auf 60 Wohngebäude.
Gesamtstädtisch ist dieser Wert in etwa gleich gross.
Forum zu baulicher Erneuerung und Quartierverträglichkeit
Die Gewährleistung von zeitgemässem Wohnraum und
damit die bauliche Erneuerung des Gebäudebestandes sind wichtig für
die Zukunft der Stadt Zürich, nicht zuletzt auch aus energetischen
Gründen. Aus den Quartieren heraus wurde aber immer wieder die
Frage nach der sozialen Quartierverträglichkeit gestellt. Die
Stadtentwicklung Zürich organisiert deshalb in Zusammenarbeit mit
dem Quartierverein Riesbach ein «Forum Wohnraum Innenstadt». Im
Rahmen eines moderierten Prozesses sollen an drei Veranstaltungen
die vielfältigen Ansprüche und Anforderungen an den Wohnraum
diskutiert und Vorschläge ausgearbeitet werden, wie die Interessen
der Mieter- und der Vermieterseite, die Anforderungen einer
nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung und das Anliegen vielfältiger
und lebendiger Quartiere miteinander in Einklang gebracht werden
können.
Statistiken siehe angehängte Medienmitteilung
Thema: Bevölkerung, Wohnen
Organisationseinheit: Stadtentwicklung

