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September 2008

Persönlich-Kolumne: Gute Aussichten

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Sozialvorsteher Martin Waser

Sozialvorsteher Martin Waser

Mein neues Büro befindet sich im Verwaltungszentrum Werd, dem blauen Hochhaus zwischen Stauffacher und Bahnhof Wiedikon. Und ich habe hier ein besonderes Privileg. Vom sechzehnten Stock aus kann man fast die ganze Stadt überblicken, nur Zürich-Nord liegt halt versteckt hinter dem Milchbuck. Diese Aussicht ist wirklich atemberaubend

Ich habe nach den Sommerferien meinen neuen Job als Sozialvorsteher angefangen. Im Sozialdepartment ist fast alles neu für mich. Das kommt mir als neugieriger Mensch sehr entgegen. Sie werden sich fragen, wie sich ein Stadtrat in seine vielen komplexen Dossiers einarbeitet. Ich kann Ihnen nur sagen, wie ich es mache. Es ist eigentlich ganz einfach: Ich rede mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, stelle viele Fragen und studiere sorgfältig die Geschäfte, die auf meinem Pult landen. So bekomme ich langsam ein Gespür für die Themen des Departements und die Stimmung im «Laden».

Die Einrichtungen des Sozialdepartements sind über die ganze Stadt verteilt. Ich habe also noch einiges vor, wenn ich nur schon einen Teil der fast hundert Standtorte kennen will. Angefangen habe ich – was liegt näher – im Verwaltungszentrum. Hier sorgen meine Mitarbeitenden unter anderem für eine funktionstüchtige Informatik, leisten fachliche Grundlagenarbeit, oder vereinbaren mit den vielen Vereinen, wofür sie unter welchen Bedingungen zu Subventionen kommen. In den nächsten paar Wochen werde ich in die Sozialzentren gehen, soziale Einrichtungen besuchen, im Laufbahnzentrum vorbeischauen.

Selbstverständlich habe ich noch nicht viel begriffen. Wenn ich die Übersicht verliere, lasse ich meinen Blick aus dem Fenster schweifen, atme tief durch. Und bin wieder sicher, die Übersicht schon irgendwann zu gewinnen.

So bleiben schliesslich zwei Erkenntnisse. Erstens: Man kann den Überblick verlieren, Zweitens: Ein Blick in die Ferne kann dann Wunder wirken.

Martin Waser,
Vorsteher Sozialdepartement


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