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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Hundert Tage
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Sozialvorsteher Martin Waser
Am kommenden Samstag ist es hundert Tage her, dass ich das Amt des
Sozialvorstehers angetreten habe. Obwohl ich in der luftigen Höhe
des 16. Stocks des Verwaltungszentrums Werd arbeite, kann ich jetzt
doch sagen: Ich bin gelandet.
Mit den wichtigsten sozialpolitischen Themen habe ich mich
inzwischen intensiv beschäftigt, ich habe viele Einrichtungen des
Sozialdepartements besucht und mit ganz vielen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern gesprochen. Wenn Sie in den vergangenen Jahren Zeitung
gelesen haben, denken Sie nun vielleicht, da müsse ich vielen
frustrierten, abgekämpften Leuten begegnet sein. Dem ist aber
überhaupt nicht so: Die Stimmung ist viel besser, als man von
aussen befürchten könnte. Die Mitarbeitenden sind engagiert, sie
identifizieren sich mit ihrer Arbeit, und sie sind sehr kompetent.
Sie stehen allerdings unter einem hohen Druck, darauf werde ich ein
Auge haben.
Bis jetzt habe ich es keine Sekunde bereut, ins
Sozialdepartement gewechselt zu haben – ich fühle mich pudelwohl in
meinem neuen Amt. Das heisst nun aber nicht, dass es keine Probleme
gäbe, die wir lösen müssten. Neben einem Neustart in der
Organisation der Sozialhilfe – davon haben Sie letzte Woche
wahrscheinlich gehört – denke ich dabei an die
Jugendarbeitslosigkeit, denn jeder Jugendliche verdient eine
Chance, an einen weiteren Ausbau der familienergänzenden
Kinderbetreuung, auch für Eltern in bescheidenen finanziellen
Verhältnissen, oder an die Verankerung der Teillohnjobs, damit auch
nicht voll leistungsfähige Menschen eine Beschäftigung haben und
etwas an ihren Lebensunterhalt beitragen können. Ich freue mich
darauf, diese und andere Projekte anzupacken.
So bleiben schliesslich zwei Erkenntnisse. Erstens: Eine
anspruchsvolle neue Aufgabe kann Freude machen. Zweitens: Nicht
alles lässt sich in hundert Tagen lösen.
Martin Waser,
Vorsteher Sozialdepartement

