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November 2008

Persönlich-Kolumne: Hundert Tage

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Sozialvorsteher Martin Waser

Sozialvorsteher Martin Waser

Am kommenden Samstag ist es hundert Tage her, dass ich das Amt des Sozialvorstehers angetreten habe. Obwohl ich in der luftigen Höhe des 16. Stocks des Verwaltungszentrums Werd arbeite, kann ich jetzt doch sagen: Ich bin gelandet.

Mit den wichtigsten sozialpolitischen Themen habe ich mich inzwischen intensiv beschäftigt, ich habe viele Einrichtungen des Sozialdepartements besucht und mit ganz vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesprochen. Wenn Sie in den vergangenen Jahren Zeitung gelesen haben, denken Sie nun vielleicht, da müsse ich vielen frustrierten, abgekämpften Leuten begegnet sein. Dem ist aber überhaupt nicht so: Die Stimmung ist viel besser, als man von aussen befürchten könnte. Die Mitarbeitenden sind engagiert, sie identifizieren sich mit ihrer Arbeit, und sie sind sehr kompetent. Sie stehen allerdings unter einem hohen Druck, darauf werde ich ein Auge haben.

Bis jetzt habe ich es keine Sekunde bereut, ins Sozialdepartement gewechselt zu haben – ich fühle mich pudelwohl in meinem neuen Amt. Das heisst nun aber nicht, dass es keine Probleme gäbe, die wir lösen müssten. Neben einem Neustart in der Organisation der Sozialhilfe – davon haben Sie letzte Woche wahrscheinlich gehört – denke ich dabei an die Jugendarbeitslosigkeit, denn jeder Jugendliche verdient eine Chance, an einen weiteren Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung, auch für Eltern in bescheidenen finanziellen Verhältnissen, oder an die Verankerung der Teillohnjobs, damit auch nicht voll leistungsfähige Menschen eine Beschäftigung haben und etwas an ihren Lebensunterhalt beitragen können. Ich freue mich darauf, diese und andere Projekte anzupacken.

So bleiben schliesslich zwei Erkenntnisse. Erstens: Eine anspruchsvolle neue Aufgabe kann Freude machen. Zweitens: Nicht alles lässt sich in hundert Tagen lösen.

Martin Waser,
Vorsteher Sozialdepartement


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