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Juli 2008

Persönlich-Kolumne: Sommerträume

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Vorsteher Schul- und Sportdepartement Gerold Lauber

Vorsteher Schul- und Sportdepartement Gerold Lauber

Manchmal werden sie Wirklichkeit oder gar übertroffen. Dann aber kann der Rückblick am ersten Montagmorgen nach den Ferien auch Unerfülltes und Unerreichtes offen legen. Es soll ja so viel erlebt werden, was seit Monaten warten musste oder uns gar seit Jahren als unerfüllter Traum begleitet. Wir wollen entschädigt werden für soviel Verzicht während des Jahres und die generös eingesetzten persönlichen Ressourcen müssen regeneriert werden.

Sommerträume sind subjektiv und entsprechend vielfältig: Reisen durch die Welt oder Verweilen im eigenen Garten, sportliche Höchstleistungen oder Müssiggang bei Buch und kühlem Bier, Korallenriffe oder Wüste Gobi, Städtereisen oder Hausboot auf französischem Kanal.

Der geplante Erholungs- oder Erlebniswert wird oft gemessen an der Reisedistanz, dem Ferienbudget oder der Exklusivität des geplanten Abenteuers. Ich höre denn auch oft, man mache dieses Jahr keine Ferien, keine richtigen, bleibe zu Hause, in Zürich, vielleicht mit Tagesausflügen oder so. Das kommt dann etwas beschämt, schon fast entschuldigend daher, gefolgt von einer Erklärung. Und dabei… Unsere etwas entvölkerte Stadt im Sommer! Viele fremde Gäste haben sie entdeckt, bleiben länger als geplant und kommen wieder.

Nach einigen Tagen Zuhause bin ich nun in der Innerschweiz am Bergheuen. Nach dem ersten Tag schmerzte mir jeder Muskel und jeder zweite Knochen; nun gehts besser. Feierabend ist bei Einnachten oder etwas später - ich immer hundemüde. Ich liebe den Geruch von Gras, das zu trockenem Heu wurde und habe vergessen, dass es so viele Sterne gibt am Himmel. Diese zwei Wochen fallen in die Kategorie der ‚Nur in der Schweiz’-Ferien. Ich plane Gleiches bereits für das nächste Jahr.

Ich wünsche allen, dass sich ihre persönlichen Erwartungen an den Sommer erfüllen. Falls nicht: planen Sie die nächsten Ferien; träumen ist oft ebenso schön wie das wache Erleben.

Gerold Lauber,
Vorsteher Schul- und Sportdepartement


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