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Mythenquai

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Obwohl ein Strandbad bereits 1916 in einem Postulat verlangt wurde, dauerte es noch sechs Jahre bis zu dessen Verwirklichung im Jahre 1922. Zürichs erstes Strandbad wurde allgemein freudig begrüsst. Einzig die durch eine monströse Bretterwand erzwungene Geschlechtertrennung stiess auf erbitterte Opposition. Nach Protestkundgebungen musste das puritanische Relikt aus vergangener Zeit entfernt werden und die Anlage erfreute sich fortan als Familienbad uneingeschränkter Beliebtheit. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung wurde sie erweitert.

Das «Strandbad», wie es bis zur Eröffnung des Tiefenbrunnen-Bades 1954 genannt wurde, präsentierte ein reiches Angebot an unterschiedlichen Freizeitaktivitäten. So gab es neben dem Sandstrand und der Liegewiese ein Spielfeld, einen Turnplatz mit zahlreichen Geräten und eine 100m Bahn mit Hoch- und Weitsprunganlage. Ein Turnwart leitete zu gewissen Tageszeiten gratis Gymnastikübungen und gab nachmittags Anleitungen zu Spielen. Wer sich vergnügen wollte, dem standen als Hauptattraktion eine Riesenrutschbahn mit Wasserschlitten (Bild) sowie eine Schaukel im Wasser, daneben Paddelboote und hüpfende Bojen zur Verfügung. Während des zweiten Weltkrieges wurde eine 8000m2 grosse Fläche des Rasens für die Anbauschlacht umgenutzt.


Strandbad Mythenquai - grosse Darstellung in neuem Fenster

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Im Jahre 1951 zerstörte Feuer ein Teil der Anlage, so dass sich die städtischen Behörden für einen Neubau entschieden. Die neue Konzeption von Architekt Hans Hubacher beinhaltet eine Verbindung von Promenade und Badeanlage. Indem die neuen Gebäude an die Peripherie des Areals verlegt wurden, entstand eine zusammenhängende Grünfläche mit ungehindertem Blick auf See und Berge. Die Sport- und Vergnügungseinrichtungen dagegen gingen verloren. Der Sprungturm ist von allen Konstruktionen aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg das einzige Relikt, das wir noch heute bewundern können.

In den 70er Jahren wurde die Anlage renoviert und das heutige Restaurant gebaut. Im Jahre 2004 erhielt das Bad einen neues attraktives Planschbecken mit Spielplatz für Kleinkinder (3.5 Mio Franken).

Quellen:

  • «Strandbad Mythenquai», Nathalie Chiavacchi, 1997
  • Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich


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