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Unterer Letten

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Um 1900 entwickelte sich von Deutschland ausgehend eine Körperkultur-Bewegung, die sich für eine naturgemässe Lebensweise einsetzte. Der Einfluss jener Bewegung auf die gesamte Badekultur blieb nicht aus, und das Hygienebad des 19. Jahrhunderts wandelte sich zum «Wasser- Luft- und Sonnenbad».

Zürichs erstes Bad mit den neuen Charakteristiken ist das 1909 durch die Architekten Fissler und Friedrich erbaute Flussbad Unterer Letten. Mit seinem direkten Bezug zur Limmat und zur Topographie sprengte es den Rahmen der herkömmlichen Kastenbäder. In einem Holzbau entlang dem Kanalufer befinden sich Umkleidenischen. Diese werden über eine uferseitige Terrasse erschlossen, von wo die Badenden über lange Treppen direkt ins Wasser gelangen. Auf Strassenniveau wurde das «Luftbad», eine Liegewiese mit Bäumen und Umkleidekabinen, angelegt. Auf halber Höhe des Hangs entstand das «Sonnenbad» als eine mit Holzrosten ausgestattete Terrasse. Wegen der starken Strömung waren nur Badende mit guten Schwimmkenntnissen zugelassen. Das Bad wurde 1909 als Männerbad eröffnet und im Jahre 1928 für Frauen zugänglich gemacht.


Um das Flussbad auch für Nichtschwimmer und Familien attraktiv zu machen, wurde es 1956 im oberen Teil an der Wasserwerkstrasse nach Plänen von Elsa und Ernst Burkhardt um ein Nichtschwimmer- und ein Planschbecken sowie um einen Neubau mit Kiosk und Umziehmöglichkeiten ergänzt. Im Winter 2002/03 wurden die Becken saniert sowie die gesamte Wasseraufbereitung erneuert.

Aufgrund seiner Kunst- und Kulturhistorischen Bedeutung wurde das Bad 1986 als denkmalschutzwürdig eingestuft.

2002 wurden alle Becken saniert, das Planschbecken attraktiviert und die Wasseraufbereitung modernisiert (1.2 Mio Franken).

2005/2006 wurde der Kiosk neu gebaut und das Garderobengebäude instand gestellt (2.9 Mio Franken).

Quellen:

  • Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich
  • «See- und Flussbadeanstalten in Zürich», Stephan Kaufmann, Wahlfachdiplom ETHZ, 1986


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