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März 2009

Persönlich-Kolumne: Vorboten des Frühlings

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Ruth Genner, Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement

Ruth Genner, Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement

Geht es Ihnen auch so? Lange habe ich nicht mehr so sehr auf Frühjahrsboten gewartet wie dieses Jahr! Der Winter war schneereich, schön, kalt. In der Stadt haben wir manches Jahr nicht mehr so viele Tage weisse Dächer und Wiesen gesehen.

Aber irgendwann haben wir genug. Genug vom Schnee, genug von der Kälte. Genug vom sich immer warm Anziehen! Darum, das Schöne in unsern Breitengraden sind die Jahreszeiten. Der Wechsel ist sichtbar an den Bäumen, er ist spürbar an der Stimmung der Menschen. Die stete, aber langsame Veränderung in der Natur ist ein guter Anlass zum Beobachten. Was ist denn schon gewachsen? Welche Knospen sind sichtbar oder bereits am Platzen? Blühen die Schneeglöckchen schon? Haben Sie etwa schon Krokusse gesehen? Sicher haben Sie die Buchfinken schon gehört. Denn diese Singvögel gehören in unsern Quartieren zu den freudigen Ausrufern der kommenden, lichteren Jahreszeit. Zu meinen liebsten Vorboten des Frühlings gehören die blauen Leberblümchen. Sie sind an ganz bestimmten Standorten zu finden, und da zeigen sie jedes Jahr ganz spezifisch, wie weit der Frühling schon ist. Auf diese Weise kann man seinen persönlichen Kalender der Jahreszeiten machen.

Auf dem Adlisberg kriechen bald Frösche und weitere Amphibien aus ihren Erdlöchern und ziehen zu ihren Laichgewässern. Möchten Sie dies miterleben, schicken Sie einfach ein E-Mail an christoph.rohrer@zuerich.ch.

Wir beobachten Veränderungen auch, um zu wissen, welche Pflanzen- und Tierarten in der Stadt vorkommen. Rund 1200 Pflanzenarten, 300 Wildtierarten, 400 kultivierte Obstsorten und 100 Vogelarten sind in der Stadt Zürich zu finden. Es ist der Wille des Stadtrats, die Biodiversität, also die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten, zu bewahren. Je dichter die Quartiere bebaut werden und die Verkehrsachsen belastet sind, umso wichtiger ist es, Freiräume und Grünflächen zu erhalten.

Ruth Genner,
Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement


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