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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Vorboten des Frühlings
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Ruth Genner, Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement
Geht es Ihnen auch so? Lange habe ich nicht mehr so sehr auf
Frühjahrsboten gewartet wie dieses Jahr! Der Winter war
schneereich, schön, kalt. In der Stadt haben wir manches Jahr nicht
mehr so viele Tage weisse Dächer und Wiesen gesehen.
Aber irgendwann haben wir genug. Genug vom Schnee, genug von
der Kälte. Genug vom sich immer warm Anziehen! Darum, das Schöne in
unsern Breitengraden sind die Jahreszeiten. Der Wechsel ist
sichtbar an den Bäumen, er ist spürbar an der Stimmung der
Menschen. Die stete, aber langsame Veränderung in der Natur ist ein
guter Anlass zum Beobachten. Was ist denn schon gewachsen? Welche
Knospen sind sichtbar oder bereits am Platzen? Blühen die
Schneeglöckchen schon? Haben Sie etwa schon Krokusse gesehen?
Sicher haben Sie die Buchfinken schon gehört. Denn diese Singvögel
gehören in unsern Quartieren zu den freudigen Ausrufern der
kommenden, lichteren Jahreszeit. Zu meinen liebsten Vorboten des
Frühlings gehören die blauen Leberblümchen. Sie sind an ganz
bestimmten Standorten zu finden, und da zeigen sie jedes Jahr ganz
spezifisch, wie weit der Frühling schon ist. Auf diese Weise kann
man seinen persönlichen Kalender der Jahreszeiten machen.
Auf dem Adlisberg kriechen bald Frösche und weitere Amphibien
aus ihren Erdlöchern und ziehen zu ihren Laichgewässern. Möchten
Sie dies miterleben, schicken Sie einfach ein E-Mail an
christoph.rohrer@zuerich.ch.
Wir beobachten Veränderungen auch, um zu wissen, welche
Pflanzen- und Tierarten in der Stadt vorkommen. Rund 1200
Pflanzenarten, 300 Wildtierarten, 400 kultivierte Obstsorten und
100 Vogelarten sind in der Stadt Zürich zu finden. Es ist der Wille
des Stadtrats, die Biodiversität, also die Vielzahl der Tier- und
Pflanzenarten, zu bewahren. Je dichter die Quartiere bebaut werden
und die Verkehrsachsen belastet sind, umso wichtiger ist es,
Freiräume und Grünflächen zu erhalten.
Ruth Genner,
Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement

