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Publikationen & Broschüren
Persönlich-Kolumne: Baustellen-Verschwörung?
Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich
Ruth Genner, Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement
«Unsere Stadt ist eine einzige Baustelle!», «Hier droht
Stau-Chaos!», «Überall wird gebuddelt und gebaggert!», «Baustellen
erschweren Fahrt ins Zentrum».
Kommen Ihnen diese Schlagzeilen bekannt vor? Mir auch.
Allerdings beschreiben diese wahllos herausgegriffenen Meldungen
der letzten Wochen nicht den Baustellen-Ärger in Zürich. Sondern
den in München, Hamburg, Berlin und Bern. Auch dort haben
Autofahrende manchmal das Gefühl, Opfer einer Verschwörung gegen
den motorisierten Individualverkehr zu sein. Der verständliche
Unmut über baustellenbedingte Verkehrsbehinderungen gehört offenbar
zum Leben in grösseren Städten.
«Aber so schlimm wie dieses Jahr war es in Zürich noch nie!»,
klagen erzürnte Stau-Betroffene. Und ich kann nur sagen: Das stimmt
- leider. Zwar ist die Anzahl der Baustellen nicht höher als
sonst, aber heuer bringen mehrere sehr komplexe Projekte besonders
happige Behinderungen mit sich: Das Parkhaus unter dem
Theaterplatz, welcher danach zu einem Teil des neuen
Sechseläutenplatzes werden kann. Die Umgestaltung am Stadelhofen,
wo Forchbahn- und Tramlinie entflochten und der Park aufgewertet
wird. Die flankierenden Massnahmen zur Westumfahrung, das Tram
Zürich-West und die dringend notwendige Sanierung der Hardbrücke,
die sich durch Rekurse um Jahre verzögerte und nun auch noch in
diesen Baustellensommer 2009 fällt. Dazu kommen all die
Strassenstücke, Tramgleise, Kanalrohre und Wasserleitungen, die aus
Funktions- und Sicherheitsgründen erneuert werden müssen, weil ihre
Lebensdauer abgelaufen ist.
Baustellen sind ärgerlich. Aber sie dienen nicht dunklen
Verschwörungsmächten, sondern letztlich alle demselben Ziel: dass
unsere Stadt für alle Menschen, die sich in ihr bewegen, ein guter
und sicherer Ort ist. Dass der Autoverkehr fliessen kann. Dass
Trams und Busse, Velofahrende und Fussgänger/innen sicher
vorwärtskommen. Dass das Gewerbe floriert. Und dass man in Zürich
auch weiterhin gerne wohnt.
Ruth Genner,
Vorsteherin Tiefbau- und
Entsorgungsdepartement

