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November 2009

Persönlich Kolumne: Mehr als Zahlen

Publikation im Tagblatt der Stadt Zürich

Ruth Genner, Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement

Ruth Genner, Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement

Vielleicht fällt Ihnen spontan eine Stadt auf der Welt ein, wo nicht über Parkplätze diskutiert oder gar gestritten wird. Mir ist zumindest in der Schweiz keine solche bekannt. Für die einen hat Zürich – vor allem die Innenstadt – zu viele Parkplätze und für die anderen klar zu wenige. Da prallen Vorstellungen hart aufeinander. Doch für die erweiterte Innenstadt gibt es den sogenannten «Historischen Kompromiss». Dieser bedeutet nichts weniger, als dass diese Frage politisch entschieden wurde. Bereits 1996 fand der Gemeinderat diese Einigung und setzte die Parkplatzzahl von 1990 als Richtwert fest. 2004 wurde der «Historischen Kompromiss» mit der Volksabstimmung zum Kommunalen Verkehrsplan bestätigt.

Die Einigung ermöglichte es, dass Zürich, wie andere Städte mit historischen Stadtzentren, Plätze attraktiver gestalten und Fussgängerbereiche schaffen konnte. So flanieren denn auch mehr Menschen durch die malerischen Gassen, betrachten Schaufensterauslagen, kaufen ein, trinken etwas oder setzen sich zum Essen in ein Strassenrestaurant.

Diese Aufwertung ist  ein wichtiger Teil des «Historischen Kompromisses». Bei diesem geht es eben nicht nur um Parkplatzzahlen, sondern auch um Gestaltung. Aus diesem Grund wurden, wo immer es möglich war, oberirdische Parkplätze in Parkhäuser verschoben. Es gingen dabei keine Parkierungsmöglichkeiten verloren, wohl aber konnte Platz gewonnen werden.

Die regelmässigen Zählungen der Parkplätze erfolgen immer nach denselben Regeln, damit die Zahlen vergleichbar sind. Sie zeigten, dass jedes Jahr etwas mehr Parkplätze zur Verfügung stehen, als der Kompromiss verlangt. Für mich bedeutet dies, dass die Einhaltung der Regeln mit Augenmass verfolgt wird und uns auch jederzeit für weitere Aufwertungsmassnahmen noch etwas Spielraum zur Verfügung steht. Im Sinne einer schönen, lebendigen Innenstadt von Zürich.

Ruth Genner,
Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement


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