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Kommentar des VBZ-Direktors zur Anlagenstrategie
Die VBZ Züri-Linie führt täglich auf Zürichs Strassen ein imposantes Verkehrstheater auf: Mehrere hundert Fahrzeuge fahren zweimal um die Welt und befördern dabei über 800'000 Fahrgäste. Wie bei jedem Theater, ist auch für die VBZ die Infrastruktur hinter den Kulissen sehr entscheidend. Eine Topleistung auf der Bühne entsteht nur, wenn die Arbeitsbedingungen hinter den Kulissen stimmen. Die letzte VBZ-Busgarage in der Hardau wurde vor 40 Jahren eingeweiht. Seither sind für die VBZ Fahrzeuge keine neuen Abstell- und Unterhaltsanlagen mehr gebaut worden. Im Gegenteil: 1997 wurde noch das Depot Burgwies stillgelegt und in ein Tram-Museum mit einem Migros-Laden umgewandelt. Das Mobilitätswachstum hat aber in den letzten Jahrzehnten eine rasante Entwicklung erfahren: Heute befördern die VBZ über 60 % mehr Fahrgäste als noch 1969 und dieser Trend hält auch in Zukunft an. Gehen die VBZ doch künftig von einem markanten jährlichen Wachstum aus. Jetzt geht es den VBZ darum, für die Garagierung, Wartung und Instandsetzung ihrer fast 600 Fahrzeuge eine Arbeitsbasis zu schaffen, die mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs Schritt zu halten vermag. Mit dieser Zielsetzung haben die VBZ ihre Anlagenstrategie erarbeitet. Mit klugen Investitionen wird es den VBZ gelingen, die Mobilitätsentwicklung bis zur Realisierung der Tramtangente Rosengarten mit den bestehenden Anlagen zu bewältigen. Mit diesen Investitionen können nicht nur die Betriebsfläche um 5000 m2 vergrössert, sondern auch die Produktivität im rückwärtigen Dienst um 10 % gesteigert werden. Damit dies gelingt, muss man sich einer wichtigen Abhängigkeit bewusst sein: Förderung des öffentlichen Verkehrs heisst nicht nur, dem Angebotsausbau im Fahrplan oder im Verkehrsnetz zuzustimmen; auch die rückwärtige Infrastruktur muss den Angebotsausbau bewältigen können. Die heutige rückwärtige Infrastruktur ist für den Betrieb des Verkehrsnetzes strategisch gut aufgestellt und erlaubt einen wirtschaftlichen Einsatz der VBZ-Flotte. Die VBZ sehen sich aber zunehmend dem Druck ausgesetzt, von ihren Infrastruktur-Standorten zu weichen und sich an peripherere Orte zurückzuziehen. Dahinter steckt das Verlangen nach höherer Wertschöpfung, als sich mit dem Abstellen und Warten von VBZ-Fahrzeugen erzielen lässt. Diese Tendenz, die übrigens nicht nur in der Stadt Zürich zu beobachten ist, mag legitim sein, führt aber zu einer markanten Verteuerung des öffentlichen Verkehrs und beeinträchtigt die VBZ in einem effizienten Störungsmanagement. Im Sinne eines wirtschaftlichen öffentlichen Verkehrs, mit einer guten Qualität, setzen sich die VBZ engagiert dafür ein, ihr Geschäft weiterhin von ihrer bisherigen Infrastruktur aus betreiben zu können.
Dr. Guido Schoch
Direktor VBZ

