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4. Februar 2010

Jahresbericht 2009/2010

Mehr Patientinnen und Patienten bei kürzerer Aufenthaltsdauer
Die Zahl der stationär versorgten Patienten ist gegenüber dem Vorjahr weiter leicht angestiegen. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 9'288 Patienten stationär behandelt, was 20 Patienten bzw. 0.2 Prozent mehr sind als im Jahr 2008. Noch nie wurden in der Geschichte des Waidspitals so viele Patientinnen und Patienten in einem Jahr behandelt. Damit sind die Patientenzahlen weiterhin kontinuierlich gestiegen. Das Stadtspital Waid verzeichnet 2'341 bzw. 34 Prozent mehr Patienten als noch vor zehn Jahren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist gegenüber dem Vorjahr um 0.4 Tage von 10.6 Tagen auf 10.2 Tage gesunken.

Bedingt durch die gesunkene durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist die Anzahl der Pflegetage im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht gesunken. Bei total 92’454 Pflegetagen betrug die Abnahme 3'689 Tage (-3.8%). Die Bettenauslastung liegt mit 84.4 Prozent leicht unter der Auslastung des Vorjahres mit 87.6 Prozent. Von den insgesamt 300 betriebenen Betten waren im Jahresdurchschnitt 254 Betten belegt. Dies ist ein guter Wert für ein Spital, das eine grosse Notfallstation betreibt und permanent aufnahmefähig sein muss.

Das Stadtspital Waid gewährleistet die Grundversorgung für die Region Zürich-Nord
82.2 Prozent der stationär versorgten Patientinnen und Patienten stammen aus der Stadt Zürich, womit das Stadtspital Waid ist in erster Linie ein Spital für die Stadtzürcher Bevölkerung ist. Neben den Patienten aus der Stadt stammen 0.7 Prozent aus den  Vertragsgemeinden der Spitalregion Zürich, 14.4 Prozent aus dem übrigen Kanton Zürich, 2.0 Prozent aus anderen Kantonen und 0.7 Prozent aus dem Ausland. Die Wohnortverteilung der Patienten ist somit gleich wie in den Vorjahren.

Aufwändige Behandlung
Rund 66 Prozent der Patientinnen und Patienten sind älter als 59 Jahre und rund 34 Prozent älter als 79 Jahre. 12 Patientinnen und Patienten waren 100 Jahre und älter. Das hohe Alter der Patientinnen und Patienten hat zur Folge, dass diese oft an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden, was den Pflege- und Heilungsprozess erschwert und zeitlich verzögert. Dies führt dazu, dass der Behandlungs- und Pflegeprozess aufwändiger ist, was sich im so genannten „Casemix-Index“ widerspiegelt, der für das Stadtspital Waid im Vergleich mit den Grundversorgungsspitälern im Kanton Zürich viel höher ist.

Erfolgreiche Inbetriebnahme der Notfallpraxis
Im März 2009 wurde die spitalinterne Notfallpraxis eröffnet, die gemeinsam mit den Hausärztinnen und Hausärzten der Stadt Zürich betrieben wird. Ziel ist es einerseits durch eine sinnvolle Triage der Notfallpatientinnen und -Patienten die bewährte Notfallstation des Spitals zu entlasten. Andererseits soll den Patientinnen und Patienten auch dann Zugang zu einer Hausärztin oder einem Hausarzt bereitgestellt werden, wenn die normale hausärztliche Praxis geschlossen ist (abends und am Wochenende). Weiter wird der Hausärzteschaft mit der Notfallpraxis die Möglichkeit geboten, den Notfalldienst ausserhalb der ordentlichen Praxisstunden zu leisten, wodurch Ihr Beruf an Attraktivität gewinnt.

Die ersten Betriebsmonate der neuen Praxis verliefen sehr erfreulich. Insgesamt verzeichnete das Notfallzentrum (Notfallstation und Notfallpraxis) im Jahr 2009 19'525 Fälle, was 3'094 Fälle mehr sind als im Vorjahr. In der Notfallpraxis fanden seit ihrer Eröffnung im März 2009  bis Ende Jahr 5'366 Behandlungen statt. 805 Personen liessen sich in der Notfallpraxis gegen die pandemische Grippe H1N1 impfen.

Einführung des Finanzierungssystems Swiss-DRG
Voraussichtlich bis 2012 erfolgt landesweit die Einführung des neuen Finanzierungssystems Swiss-DRG. DRG steht für Diagnosis Related Groups, was soviel heisst wie diagnosebezogene Gruppen. In diesem neuen System gilt die Austrittsdiagnose einer Patientin oder eines Patienten als Basis zur Finanzierung. Die Diagnosen werden in Gruppen zusammengefasst, die im Durchschnitt den gleichen Ressourcenverbrauch aufweisen. Pro Diagnose bzw. Diagnosegruppe wird künftig unabhängig von der Aufenthaltsdauer und vom zeitlichen und sachlichen Aufwand nur noch ein Preis ermittelt.  Dieser Finanzierungswechsel wird alle Spitäler vor grosse Herausforderungen stellen.

Um den Herausforderungen gewachsen zu sein, hat die Leitung des Stadtspitals Waid im Jahr 2008 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit den Vorbereitungsaufgaben zur Einführung des neuen Finanzierungssystems befasst. In dieser Arbeitsgruppe entstanden im Berichtsjahr organisatorischen und strukturellen Projektvorschläge. So ist unter anderem die Einführung einer elektronischen Patientenagenda geplant. Zudem sollen in den Kliniken die Behandlungsprozesse mit der Einführung von Patientenpfaden und mit der Etablierung eines Fallmanagements optimiert werden.

Chefarztwechsel in der medizinischen Klinik
Auf der obersten Führungsebene kommt es Mitte dieses Jahres zu einem personellen Wechsel. Ende Juni 2010 wird der langjährige Chefarzt der Medizinischen Klinik und der medizinische Direktor des Stadtspitals Waid, Prof. Dr. Hugo Bühler, pensioniert. Das Stadtspital Waid dankt Prof. Dr. Bühler für die langjährige Mitarbeit und die geschätzte Führung der medizinischen Klinik sowie die Leitung als medizinischer Direktor. Im Juli wird Dr. Manuel Fischler die Nachfolge als Chefarzt der Medizinischen Klinik antreten. Bereits am 1. April 2009 hat PD Dr. Christoph Meier seine Tätigkeit als Chefarzt der Unfallchirurgie innerhalb der Chirurgischen Klinik aufgenommen.

Neubau und medizinisch technische Erneuerungen
Auch nach Beendigung der baulichen Gesamtsanierung des Stadtspitals Waid, die im Herbst 2007 abgeschlossen wurde, wird auf dem Areal weiterhin gebaut. Im Jahr 2009 konnte die Tiefgarage für das Personal und die Garage für Notfallfahrzeuge sowie ein neues Gebäude für die Notfallpraxis im Rohbau fertig gestellt werden. Zudem wird der Vorplatz des Haupteingangs neu gestaltet. Die neuen Gebäude werden Anfang 2010 in Betrieb genommen.

Im medizinisch-technischen Bereich wurden in der Radiologie das sechszehnjährige Universalröntgen-Gerät und die 2003 beschaffte digitale Subtraktions-Angiographie ersetzt. Im Operationssaal und im chirurgischen Ambulatorium wurden die alten Bildverstärker, die hauptsächlich im Bereich Traumatologie zum Einsatz kommen, gegen neue ausgetauscht.

Zu Ihrer Information
Den ausführlichen und reich illustrierten Jahresbericht 2009/2010 finden Sie ab Ende April 2010 unter  Geschäftsbericht.

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