Was hat dich an einer Führungsrolle gereizt?
2014 hat mich mein damaliger Chef gezielt gefördert und etwas «geschubst». Zuerst hatte ich Zweifel, ob ich den Willen und die Fähigkeiten für eine Führungsfunktion habe, doch er hat mich dazu motiviert. Diese Erfahrung zeigt mir, wie wertvoll Förderer*innen sind, und darauf achte ich auch in meiner eigenen Führung. Es ist für mich wichtig, Mitarbeitende in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen.
Gleichzeitig lege ich Wert darauf, flexible Arbeitszeitmodelle möglich zu machen – und ich fordere diese Flexibilität auch vom Unternehmen ein, um Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen.
Du arbeitest in einem männerdominierten Umfeld. Wie erlebst du das als Führungskraft im Alltag?
Ich habe früh viel mit meinem Vater geschraubt und war von Anfang an in Berufen tätig, die eher männlich geprägt sind – sei es im Stahlhandel oder in der Luftfahrt. Im Alltag musste ich oft mehr leisten, um von Kund*innen und Mitarbeitenden akzeptiert zu werden. Mit mehr Führungserfahrung und Routine fällt es mir heute leichter, mich zu behaupten. Dennoch erfordert es als Frau weiterhin Durchhaltevermögen, um Respekt und Anerkennung zu gewinnen.
Du bist Führungskraft und Mutter. Wie gelingt dir die Balance zwischen Beruf und Privatleben?
Diese Thematik ist für mich eine tägliche Herausforderung: Der Mental Load ist hoch, und manchmal ist das schlechte Gewissen den Kindern gegenüber präsent. Auszeiten, um Sport zu treiben beispielsweise, gibt es wenige. Organisation und To-do-Listen sind deshalb essenziell. Gleichzeitig bietet SRZ ein Umfeld, das die Vereinbarkeit unterstützt. Meine Teammitglieder und Vorgesetzten zeigen viel Verständnis, und auch ich gebe dieses Verständnis als Führungsperson an meine Mitarbeitenden weiter und nehme somit eine Vorbildrolle ein.