Wir wurden um 4.30 Uhr durch unsere Einsatzleitzentrale alarmiert, weil Wasser in einen Lagerraum lief. Trotz der frühen Uhrzeit herrschte vor Ort schon reges Treiben: Spediteur*innen lieferten die frische Ware, Lastwagen fuhren ein und aus. Die Einfahrt zum Gelände erinnerte an ein Parkhaus: So mussten wir ein Ticket lösen, um die Einfahrtsschranke zu öffnen. Da wir nicht genau wussten, wo auf dem grossen Areal unsere Hilfe benötigt wird, fuhren wir erst mal zum Haupteingang. Nach einer kurzen Lageerkundung stellte sich heraus, dass sich der betroffene Kühlraum im Untergeschoss befand, direkt erreichbar über eine Rampe. Praktisch für uns, so mussten wir unser schweres Material nicht unnötig weit tragen. Der Plan stand. Also wieder zurück zur Schranke, raus aus dem Areal, die Rampe runter und ins Untergeschoss, wo bereits die nächste Schranke auf uns wartete.
Natürlich hatte ich mein Ticket noch nicht entwertet. Also fuhr ich bis zur Schranke und drückte die Sprechtaste. Kurz darauf ertönte ein knappes «Ja!» aus dem Lautsprecher. «Guten Morgen, hier ist die Feuerwehr. Ich müsste einmal raus und im UG wieder rein. Danke!», erklärte ich. Die Antwort kam prompt: «Was? Wer ist da? Firma!? Name!?» Ich antwortete erneut, aber schon etwas kürzer angebunden: «Die Feuerwehr!» Kurze Funkstille, dann die trockene Antwort: «Haha lustig, guter Witz!» «Nein, kein Witz!» antwortete ich verwundert, und um meinen Worten mehr Nachdruck und Glaubwürdigkeit zu verleihen, schaltete ich für einen winzigen Moment das Martinshorn ein. Die über 100 Dezibel zeigten sofort Wirkung: kommentarlos und innert kürzester Zeit öffnete sich die Schranke. Ich bedankte mich, setzte zurück, fuhr eine Kehrtwende zur Rampe und stand prompt vor der nächsten geschlossenen Barriere. Ich drückte erneut die Sprechtaste. «Ja!» ertönte dieselbe Stimme. «Hier nochmal die Feu…» Doch weiter kam ich nicht mit Reden, die Schranke öffnete sich sofort.
Schliesslich gelangten wir doch noch zum Lagerraum, wo wir auf eine grössere Menge Wasser trafen, das aus einer undichten Kühlleitung strömte. Mit unseren leistungsstarken Saugern konnten wir das Wasser schnell aufnehmen und hatten die Lage rasch im Griff. So konnten wir weiteren Schaden verhindern und vor allem den Betrieb weiterlaufen lassen.