Für ältere Menschen können bereits ein einfacher Sturz oder eine kleinere Verletzung gravierende Folgen haben und alles verändern. Es stellt sich nicht selten die Frage, ob sie nach einem Spitalaufenthalt überhaupt jemals wieder nach Hause zurückkehren können. Und trotzdem erfahren die beiden Rettungssanitäter*innen Tina Inglin und Marc Clavien gerade von älteren Personen besonders viel Dankbarkeit.
Während Tina zu Beginn der Folge von einem sehr emotionalen Abschied berichtet, erzählt Marc im Anschluss, wie fest sein Beruf das Verständnis für ältere Menschen und ihre Ängste gefördert hat. Ausserdem schildern die beiden im Podcast-Gespräch die Herausforderungen, die Notfallsituationen mit älteren Personen mit sich bringen und wo die grössten Unterschiede im Vergleich zu den jüngeren Patient*innen liegen. Eine grosse Hilfe seien für die Rettungskräfte oftmals die Familienmitglieder oder allgemein das Umfeld. «Die Angehörigen sind eine sehr grosse Ressource, die wir nutzen können», erklärt Tina. Sie habe stets sehr gute Erfahrungen damit gemacht, diese während des Einsatzes miteinzubeziehen.
Wenn eine ältere Person jedoch ganz allein ist und keine Angehörigen zu haben scheint, stimme das Marc besonders nachdenklich. Es sei auch schon vorgekommen, dass sich bei einem Einsatz um 7 Uhr morgens herausgestellt hat, dass die betroffene Person schon seit 22 Uhr ein medizinisches Problem hat, aber nicht alarmieren wollte. Aus Angst, die Rettungssanitäter*innen zu wecken. «Das ist eine Hemmschwelle, die man sehr wohl überwinden darf – der Rettungsdienst arbeitet auch in der Nacht», betont Marc mit einem Lächeln. Bei einem medizinischen Notfall sollte nämlich jederzeit der Sanitätsnotruf 144 gewählt werden.
Obschon medizinische Notfälle meistens ohne Vorwarnung eintreten, kann man sich ein Stück weit darauf vorbereiten. Zum Beispiel mit einer Patientenverfügung, deren Wichtigkeit Tina unterstreicht. «Die Patientenverfügung teilt uns den Willen des Patienten mit, wenn er bzw. sie das nicht mehr kann.» Und diesem Willen wollen die Rettungskräfte nachkommen. Auch für die Angehörigen sei die Patientenverfügung sehr hilfreich, sagt Marc. In schwierigen Situationen müssen sie so keine Entscheidungen fällen, sondern kennen den Wunsch der betroffenen Person – zum Beispiel der Eltern oder Grosseltern – bereits. Das A und O ist schliesslich aber auch, dass das Dokument in der Notfallsituation verfügbar ist – und nicht irgendwo versteckt oder beim Hausarzt abgelegt ist. Gerade bei älteren Personen kann zudem auch ein Notfallknopf sehr hilfreich sein, um überhaupt Hilfe erreichen zu können.
Den Blaulicht-Podcast «Sondersignal» gibt es auf allen gängigen Podcast-Plattformen. Dazu zählen zum Beispiel Spotify und Apple Podcasts. Auf YouTube sind die publizierten Folgen ausserdem als Videos verfügbar.