Die neuste Podcast-Folge von «Sondersignal» weicht für einmal vom gewohnten Setting ab. Anstelle einer klassischen Gesprächsrunde nimmt uns Lorenz mit auf seine Schicht in der Einsatzleitzentrale (ELZ). Dadurch erhalten die Hörer*innen einen authentischen und tiefen Einblick in einen Teil der Arbeit, welche die Mitarbeitenden der ELZ Tag und Nacht leisten.
In dieser Schicht nimmt Lorenz Sanitäts- und Feuerwehrnotrufe 144 und 118 entgegen. Alle 83 Sekunden geht in der Einsatzleitzentrale von Schutz & Rettung Zürich im Durchschnitt ein Anruf ein. Dass es also schon bald läutet, ist so gut wie garantiert. Und tatsächlich – kaum sitzen wir am Arbeitsplatz, geht schon der erste Notruf ein. Lorenz ist ab der ersten Sekunde voll bei der Sache. Dank der gezielten Abfrage stellt sich schnell heraus, dass die Situation nicht lebensbedrohlich ist. Nach einigen zusätzlichen Fragen zum Zustand der betroffenen Person ist klar, welche Hilfe benötigt wird. Auch die nächsten Notrufe lassen anschliessend nicht lange auf sich warten. Darunter ist unter anderem ein medizinischer Vorfall eines Kindes, ein Verkehrsunfall, oder auch ein Notruf, den Lorenz in Englisch führen muss.
Bei einem Notruf werden die Fragen nach einem klaren Abfragesystem gestellt. Doch was, wenn ein Notruf eingeht und am anderen Ende der Leitung niemand antwortet? In diesem Fall wird grundsätzlich immer zurückgerufen, sagt Lorenz: «Zuerst höre ich aber einfach mal ein paar Sekunden hin und achte darauf, was ich überhaupt höre. Ob es Geräusche im Hintergrund sind, die alarmierend klingen, oder ob zum Beispiel ein ganz normales Gespräch oder Schrittgeräusche zu hören sind, was auf einen Hosensackanruf hindeutet.» Zudem ergänzt er: «Falls ich das Gefühl habe, dass wirklich etwas nicht stimmt und eine Kontaktaufnahme mehrmals nicht funktioniert, würde ich mit der Polizei Kontakt aufnehmen.» Wenn sich die anrufende Person orten lässt, könnte nämlich die Polizei vorbeigehen oder allenfalls über die Handynummer die genaue Adresse ausfindig machen. Falls der genaue Ort bekannt ist, könnte auch direkt ein Rettungswagen losgeschickt werden.
Während der Schicht bleibt zwischen den Notrufen hin und wieder auch etwas Zeit, um über die Arbeit in der Einsatzleitzentrale im Allgemeinen zu sprechen. So erzählt Lorenz unter anderem, wie er sich auf eine Schicht vorbereitet, welche Informationen bei jedem Notruf zuerst eingeholt werden und welche Notrufe ihm besonders in Erinnerung geblieben sind. Lorenz, der lange als Rettungssanitäter gearbeitet hat, ist seit rund einem Jahr in der ELZ tätig. Dabei hat er sich bereits innert kürzester Zeit weiterentwickelt. «Von Anfang an war für mich das Ziel, zeitnah Disponent zu werden.» Bereits bei den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen sei ihm aufgezeigt worden, dass dieser Weg realistisch sei, wenn er sich als geeignet erweise. Gemeinsam wurde dann ein entsprechender Plan für die Ausbildung erarbeitet. Auf die Frage, was ihn an der Arbeit in der ELZ am meisten fasziniert, meint Lorenz: «Ich finde es sehr spannend, hier den Überblick über alles zu haben.» Schliesslich läuft gerade bei einem solch grossen Dispositionsgebiet – das die Kantone Zürich, Schaffhausen, Schwyz und Zug umfasst – immer etwas.
Den Blaulicht-Podcast «Sondersignal» gibt es auf allen gängigen Podcast-Plattformen. Dazu zählen zum Beispiel Spotify, Apple Podcasts und Amazon Music.