Herr Hauri, was hat die Altersmedizin mit der Altersstrategie 2035 zu tun?
Die Altersstrategie 2035 verfolgt das Ziel, in Zürich bestmögliche Rahmenbedingungen für das Leben im Alter zu schaffen. Ein zentrales Element ist dabei eine Gesundheitsversorgung, die dem Umstand Rechnung trägt, dass wir immer älter werden. Dafür braucht es medizinische, therapeutische und pflegerische Angebote, die bis ins hohe Alter verfügbar und wirksam sind. Seit 2024 arbeiten am Standort Waid des Stadtspitals Zürich die Klinik für Altersmedizin, das Zentrum Alter und Mobilität und das universitäre Forschungszentrum unter einem Dach. Dies stellt eine koordinierte und interdisziplinäre Versorgung sicher.
Welche neuen Angebote bietet das Stadtspital Zürich älteren Menschen?
Das Stadtspital Zürich hat das ambulante Angebot für betagte Menschen ausgebaut. Am Standort Waid und im neuen Ambulatorium für Altersmedizin im Triemli bieten wir geriatrische Sprechstunden sowie umfassende Abklärungen vor Operationen oder komplexen Therapien an. Spezialisierte Untersuchungen zur Muskel- und Knochengesundheit sowie die Sturztherapie und -prävention gehören mit zum Angebot. Die Geriatr*innen des Stadtspitals beraten zudem auch Hausärzt*innen und helfen so sicherzustellen, dass ältere Patient*innen ihren Bedürfnissen entsprechende Behandlungen erhalten.
Wie blicken Sie auf die Zukunft der Altersmedizin?
Die Altersmedizin ist ein grosses Zukunftsthema. Eine zentrale Herausforderung ist die steigende Zahl älterer Menschen mit mehreren chronischen Krankheiten. Das verlangt eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausärzt*innen, Spitälern, Pflegeeinrichtungen und Spitex. Das Ziel muss sein: Bedarfsgerechte, aufeinander abgestimmte Angebote entlang des gesamten Versorgungspfads, damit ältere Menschen möglichst lange selbstständig im vertrauten Umfeld leben können.
Ist die Stadt Zürich hierfür richtig aufgestellt?
Zürich hat beste Voraussetzungen, um ihren Bewohner*innen eine integrierte Versorgung anzubieten. Die Nähe von ambulanter und stationärer Versorgung, Langzeitpflege, Forschung und Lehre ist einmalig. Stadtspitäler, Gesundheitszentren für das Alter, Spitex und weitere Akteure bilden ein starkes Netzwerk. Im Universitären Geriatrie-Verbund Zürich wird Wissen schnell ausgetauscht – neue Behandlungsmethoden können rasch getestet und in den Versorgungsalltag integriert werden.