Mit dem Programm «Atleta» soll der Mädchenanteil im städtischen Vereinssport erhöht werden. Und zwar vor allem in Sportarten, in denen dieser gering ist. Die aktuelle Übersicht über den städtischen Vereinssport zeigt die jeweiligen Mädchenanteile und deren Entwicklung von 2020 bis 2024 und macht die teils grossen Unterschiede zwischen den Sportarten deutlich.
Sportklettern: Im Jahr 2020 wurden im Rahmen der städtischen Jugendsportbeiträge einzig von der SAC Sektion Uto Stadtzürcher Kinder und Jugendliche (9 Mädchen, 2 Knaben) gemeldet. Seither sind weitere Organisationen dazugekommen: 2024 nahmen 142 Mädchen und 189 Knaben regelmässig an geleiteten Kletter-Trainings (v.a. Bouldern) teil. Die Geschlechterverteilung ist 2024 deutlich repräsentativer als 2020.
Orientierungslauf: Von 2020 bis 2024 hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen in der OLG Zürich von 16 auf 36 mehr als verdoppelt. Die Zunahme erfolgte jedoch vor allem bei den Knaben (von 10 auf 27).
Schach: Die Anzahl Kinder und Jugendlicher ist zwischen 2020 und 2024 praktisch gleichgeblieben. Der Mädchenanteil sank drastisch auf 8,6 %. Atleta unterstützt hier das Projekt «Seebach Chess Girls».
Hier setzt «Atleta» an. In verschiedenen Teilprojekten werden Initiativen und Aktivitäten geplant und durchgeführt, die alle zum Ziel haben, mehr Mädchen für die betroffenen Sportarten zu begeistern. Sei es, indem die entsprechenden Sportangebote für Mädchen attraktiver gestaltet und spezifischere Sportinfrastrukturen bereitgestellt werden. Sei es, indem Rollenbilder herausgefordert und zwischen Vereinssport und Familie Brücken geschlagen werden. Oder indem Lehrpersonen, Trainer*innen und Funktionär*innen in ihrer Aus- und Weiterbildung für das Thema sensibilisiert werden.
Das Programm startete im Herbst 2020 als Projekt und wurde im 2024 in ein Programm überführt. Die daraus hervorgegangenen Initiativen und Aktivitäten sollen sich bestmöglich verstetigen und damit eine langfristige Wirkung entfalten.
Die Vision von «Atleta» ist es, dass es keine separate Mädchenförderung im Sport mehr braucht und jedes Kind, egal welchen Geschlechts, diejenigen Sportarten ausüben kann, die es möchte.
Der Gemeinderat hat im Mai 2020 beschlossen, ab 2020 jährlich 100’000 Franken spezifisch für Massnahmen einzusetzen, die den Mädchenanteil im Jugendsport erhöhen – insbesondere in Sportarten, in denen dieser Anteil gering ist.
Das Programm «Atleta» knüpft an den Gleichstellungsplan 2019–2022 der Stadt Zürich an. Fokussiert werden insbesondere Ziel 5 (Kompetenzen zur Geschlechtergleichstellung im schulischen und ausserschulischen Bereich fördern), Ziel 11 (gleichberechtigten Zugang zu Dienstleistungen, Angeboten und Infrastruktur für alle Geschlechter verbessern, Sichtbarkeit aller Geschlechter erhöhen) und Ziel 13 (Gleichstellung im Sport- und Freizeitbereich verbessern).
Im Rahmen der UEFA Women's EURO 2025 standen für die Jahre 2024 und 2025 zusätzliche Gelder zur Verfügung. Mit Begleitmassnahmen wurden die Mädchen- und Frauenförderung im Fussball und im übrigen Sport der Frauen und Mädchen vorangetrieben. Mehr Infos zu den einzelnen Projekten werden auf Legacy der UEFA Women's EURO 2025 kommuniziert.