Warum haben Sie speziell dieses Werk ausgewählt?
Nadeen: Das Team Leitung Soziale Einrichtungen und Betriebe (SEB) ist im Rahmen der Umstellung auf das Bürokonzept worksmart@zuerich in ein Grossraumbüro gezogen. Es war klar, dass es da Platz für grosse Kunstwerke geben würde. Der «Wasserfall» hat uns nicht nur des grossen Formats wegen angesprochen, sondern auch wegen der Materialität (ein Bettlaken) und des für ein Büro doch seltsam anmutenden Fantasieland-Sujets. Das Werk hängt in der Ruhezone des Büros, was vom Sujet her sehr gut passt. Die Ruhezone ist zudem von anderen Bürozonen durch grüne Echt-Moos-Wände abgegrenzt, die das Werk farblich und thematisch wunderbar ergänzen und eine Art mentale Oase schaffen.
Kurzum: Mich hat der «Wasserfall» sofort angesprochen, weil er unkonventionell ist und atypisch für «Bürokunst». Und Unkonventionelles mag ich. (Plus: Kunst auf Bettwäsche – all in!)
Sandra: Es hat mir einfach gefallen und mich angesprochen.
Fredi: Wasser, Wasserfall, Bewegung, lila Wasser. Lila Wasser? Mystik während der Arbeitszeit
Was für Kunst haben Sie sich ursprünglich gewünscht, ausleihen zu können, und warum?
Sandra: Ich hatte keine Wunschvorstellung, war offen und neugierig auf alle möglichen Kunstwerke.
Fredi: Ich habe mir nichts gewünscht. Ich liess mich von den Werken inspirieren, womit sie mir den Weg zum Arbeitsort zeigten.
Nadeen: Ich wollte gerne grossformatige, kontemporäre Werke. Einige schöne Exponate waren bereits vergeben, bei anderen haben die anderen AG-Mitglieder ihr Veto eingelegt. Mit unserer aktuellen Wahl bin ich sehr zufrieden.
Was bedeutet Ihnen das ausgewählte Werk in Ihrem Arbeitsalltag?
Sandra: Ich arbeite selbst meist in der Arbeitszone. Das Kunstwerk ist eine ideale und passende Bereicherung für die Ruhezone.
Fredi: Rührung des Gemüts. Beruhigung des Gemüts. Segnung.
Nadeen: Ich arbeite selbst meist in der Kommunikationszone am anderen Ende des Raums. Immer wenn ich ums Eck linse und das Werk sehe, das die Ruhezone auf eine sanfte Art dominiert, freue ich mich über den Sprung in eine andere Welt, zu dem es einlädt.
Welche Art von Kunst können Sie sich keinesfalls in Ihrem Büro respektive Arbeitsumfeld vorstellen?
Fredi: Obstakulöse Plastiken.
Nadeen: Druckgrafiken – ausser Plakate – und Abstraktes lösen bei mir wenig Begeisterung aus. "Alte Schinken" kann ich mir eher vorstellen, wenn sie in einen raffinierten Kontext gesetzt werden, oder zum Beispiel modern gerahmt sind.
Wie beeinflusst das ausgewählte Werk das Arbeitsklima?
Nadeen: Das Werk schafft, gemeinsam mit den Mooswänden, einen eigenen Raum und passt hervorragend in unsere ruhigen Arbeitszone. Wer nicht dort arbeitet, begegnet dem Werk nur ab und zu, und kann es jedes Mal neu entdecken.
Fredi: Das in Lila eingesammelte Blaugrün besänftigt und passt gut in die Ruhezone.
Sandra: Ich kann mich den Worten von Nadeen vollumfänglich anschliessen.
Künstler: Andreas Dobler (*1963)
Werk: «Wasserfall II», 1996, Wachsbatik auf Leinen, 235 x 170 cm
Das Werk befindet sich seit 1996 in der Kunstsammlung der Stadt Zürich.
Foto: Daniel Kunz