Wer in der IT-Branche eine Stelle sucht, denkt vielleicht nicht zuerst an eine öffentliche Verwaltung. Sengül Bayri ist SAP-Teamleiterin* und hat vor einigen Jahren aus der Privatwirtschaft zur Stadt Zürich gewechselt, nachdem sie festgestellt hatte, «wie weit die Stadt Zürich in der IT, aber auch mit SAP fortgeschritten ist».
*SAP (Systeme, Anwendungen, Produkte) ist eine internationale Software zur Verwaltung von Geschäftsprozessen, um schnellere und bessere Dienstleistungen erbringen zu können.
Nach Jahren in der Beratung leitet Sengül Bayri heute bei Organisation und Informatik (OIZ) ein Team, das die SAP-Systeme und -Prozesse der Stadt Zürich wartet und optimiert. Das Ziel ist, dass die Dienstabteilungen für die Bürger*innen der Stadt Zürich einen raschen und qualitativ hochstehenden Service erbringen können. Beim Personenmeldeamt beispielsweise können die Zürcher*innen viele Informationen online abrufen, etwa bei Umzügen. «Dahinter stehen die SAP-Datenbanken und -Systeme», erklärt die Wirtschaftsinformatikerin. Sie ist fasziniert von ihrem Beruf und den Möglichkeiten, die sich durch die neuen Technologien den IT-Fachleuten und den Kund*innen eröffnen.
Zürich ist eine Stadt zum Leben und eine Stadt zum Arbeiten.
Gut 34 000 Mitarbeitende sorgen in der Stadtverwaltung dafür, dass Zürich lebenswert ist und bleibt.
«Ich liebe das Zusammenspiel zwischen Mensch und IT. Ohne den Menschen funktioniert es nicht – ohne Technologie auch nicht.»
Das sagt Sengül Bayri. Sie arbeitet als SAP-Beraterin bei der Stadt Zürich und treibt die Digitalisierung voran. Mit uns spricht sie über künstliche Intelligenz, den Fachkräftemangel und den Reiz, in der IT zu arbeiten.
Bei der Stadt Zürich arbeiten über 30 000 Menschen. Dahinter steht eine enorme IT-Infrastruktur – von Computerarbeitsplätzen über Rechenzentren bis zur Schulinformatik.
Ich bin Lara Blatter. In der heutigen Folge ist Sengül Bayri zu Gast. Herzlich willkommen.
Hallo, vielen Dank.
Sie arbeiten im Finanzdepartement im Kompetenzzentrum für Organisation und Informatik, kurz OIZ, als SAP-Beraterin. Auf der OIZ-Website steht: «Wir lieben Zürich, wir lieben IT.» Was lieben Sie mehr?
Beides. Ich lebe seit über 15 Jahren in Zürich und habe Wirtschaftsinformatik studiert. Mich fasziniert die Verbindung von Mensch und IT.
Für alle, die SAP nicht kennen: Was ist das?
SAP steht für «Systeme, Anwendungen, Produkte». Es ist eine globale Unternehmenssoftware, mit der sich Geschäftsprozesse effizient und transparent abwickeln lassen – Grundlage für bessere und schnellere Dienstleistungen für die Bevölkerung.
Und was machen Sie als SAP-Beraterin konkret?
Ich leite ein SAP-Team. Wir unterstützen die städtischen Dienstabteilungen dabei, ihre Prozesse mit SAP zu optimieren, betreiben Support und entwickeln weiter. Ziel: effektive, stabile und schnelle Services für die Zürcher Bevölkerung. Früher habe ich selbst operativ beraten, heute verantworte ich die Leitung.
Was gefällt Ihnen an Ihrer aktuellen Aufgabe besonders?
Das Zusammenspiel von Menschen und Technologie. Mir ist wichtig, dass Mitarbeitende zufrieden sind und wir gemeinsam lösungsorientiert einen Top-Service liefern.
Kurz zu Ihrem Weg: Was haben Sie vor der Stadt Zürich gemacht?
Nach dem Wirtschaftsinformatik-Studium war ich in einem SAP-Beratungshaus in der Privatwirtschaft tätig, mit Einsätzen bei Schweizer Kund*innen. Von dort wechselte ich zur Stadt.
Eine Stadtverwaltung gilt nicht gerade als Digital-Vorreiterin. Was hat Sie gereizt?
Das dachte ich anfangs auch. Im Bewerbungsprozess habe ich gesehen, wie weit die Stadt Zürich in Digitalisierung und im SAP-Umfeld ist. Die Sinnhaftigkeit und die Breite der Themen haben mich überzeugt.
Worin unterscheidet sich Ihre Arbeit heute von früher?
In der Privatwirtschaft ist man das Budget betreffend oft freier. In der Stadt orientieren wir uns an Strategien und Budgets von Stadtrat und Verwaltung. Unser Fokus liegt stärker auf der öffentlichen Leistung: Unsere «Kundschaft» sind die Dienstabteilungen – Verkehr, Spitäler, Stadthaus – und indirekt die Bevölkerung.
Welche Anwendungen berühren mich als Einwohnerin direkt?
Vieles läuft indirekt. Beispiele mit direkter Berührung: Meldungen rund um Umzug oder Zivilstand beim Personenmeldeamt, Services über den Zürich-Account. Im Hintergrund arbeiten SAP-Systeme und -Schnittstellen. Auch Wartung und Reparaturen bei den VBZ werden prozessseitig über SAP abgewickelt – das merkt man als Fahrgast nicht, es ist aber essenziell.
Warum ist die Digitalisierung für Verwaltungen Chance und Herausforderung zugleich?
Chance: Nähe zur Bevölkerung, schnellere Kommunikation, transparente und zugängliche Informationen, effizientere Abläufe.
Herausforderungen: Datenschutz und Informationssicherheit, Cyberrisiken sowie Skepsis gegenüber Veränderungen – gerade bei Themen wie KI.
Wie begegnen Sie der Skepsis?
Mit Aufklärung, Schulung und praxisnahen Einführungen. Wir holen Mitarbeitende und die Bevölkerung ab, zeigen den konkreten Nutzen und gestalten Veränderungen nachvollziehbar.
Stichwort KI: Was kommt auf die Verwaltung und Ihr Berufsfeld zu?
Wir integrieren vermehrt KI und Machine-Learning in Projekte, um Prozesse weiter zu automatisieren und zu verbessern – immer mit hoher Datensicherheit. Details zu laufenden Vorhaben kann ich noch nicht teilen, aber es wird spürbare Verbesserungen geben.
Und der Fachkräftemangel?
Der ist real. Darum bilden wir gezielt Nachwuchs aus und machen IT-Berufe bei der Stadt attraktiv – mit Sinn, modernen Technologien und Entwicklungsmöglichkeiten.
Was schätzen Sie an der Stadt als Arbeitgeberin?
Ein kollegiales, vielfältiges Umfeld, gelebte Agilität, flexible Arbeitszeitmodelle, starke Sozialleistungen sowie viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Vielen Dank für den Einblick, Sengül Bayri.
Danke vielmals.
Das war der Podcast der Stadt Zürich als Arbeitgeberin. Wenn auch Sie Zürich mitgestalten möchten, besuchen Sie www.stadt-zuerich.ch/jobs-karriere. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.