In Zürich wird rege gebaut. Dabei wird oft Bestehendes abgebrochen, damit Neues mit höherer Dichte entstehen kann. Das ist politisch gewollt: Mit dem Ja zum Raumplanungsgesetz 2013 hat die Schweizer Bevölkerung auch Ja dazu gesagt, dass in den Städten und urbanen Räumen verdichtet wird, um die Landschaft zu schützen. So werden in Zürich Jahr für Jahr rund 2000 bis 3000 Wohnungen gebaut, und entsprechend wächst auch die Bevölkerung. Ende 2024 wohnten 448 664 Personen in der Stadt – zehn Jahre davor, Ende 2014, waren es noch 404 783, also gut 40 000 weniger.
Die fortschreitende Verdichtung führt zu Zielkonflikten. Die Nachfrage nach Wohnraum ist gross. Gleichzeitig sollen aber auch Grünflächen und Gewerberäume erhalten bleiben. Vor diesem Hintergrund wurden die Bewohner*innen auch dieses Jahr danach befragt, wie sie Zürichs Entwicklung, die Bautätigkeit und die Verdichtung sehen.
Die Aussage «Zürich entwickelt sich in eine gute Richtung» bewerten 71 Prozent der Stadtzürcher*innen als zutreffend (Antworten «trifft sehr zu» und «trifft eher zu»). Der Anteil an Personen, die sie als «sehr zutreffend» bewerten, ist seit 2015 allerdings rückläufig. Ebenso nahm der Anteil jener, die diese Aussage «eher nichtzutreffend» finden, in den letzten Jahren zu.
Diese tendenziell rückläufige Zufriedenheit mit der Entwicklung der Stadt widerspiegelt sich auch in den Antworten zur Aussage «Zürich hat mir früher besser gefallen». Die Zustimmung dazu ist in den letzten Jahren gestiegen und liegt jetzt bei 46 Prozent. Gleichzeitig bejahen rund 67 Prozent der Befragten die Aussage «Zürich könnte sich noch dynamischer entwickeln». Auch dies sind mehr als vor zehn Jahren.
Es zeigt sich, dass gut 50 Prozent der Einwohner*innen der Ansicht sind, Zürich entwickle sich in eine gute Richtung und ebenfalls einer noch dynamischeren Entwicklung zustimmen.
Während ältere Personen der Aussage «Zürich hat mir früher besser gefallen» häufiger zustimmen als jüngere, bewerten jüngere Personen die Aussage «Zürich könnte sich noch dynamischer entwickeln» häufiger als zutreffend. Eine dynamischere Entwicklung Zürichs befürworten Ausländer*innen deutlich häufiger als Schweizer*innen. Bei der Aussage «Zürich entwickelt sich in eine gute Richtung» zeigen sich keine nennenswerten Unterschiede nach Altersgruppen; jedoch stimmen ihr Personen ohne Schweizer Pass deutlich häufiger zu als Schweizer*innen.
Fast 60 Prozent der Bevölkerung sind «voll einverstanden» mit der Aussage «Ich finde es gut, dass in der Stadt mehr Wohnraum geschaffen wird». Dieser Anteil ist seit der Erhebung 2021 deutlich gestiegen. Weitere 32 Prozent sind damit «eher einverstanden». Die überwiegende Mehrheit von gut 90 Prozent der Einwohner*innen befürwortet es demnach, dass in der Stadt mehr Wohnraum geschaffen wird.
Bei den weiteren, unten in der Grafik ersichtlichen Aussagen zur Bautätigkeit gibt es seit 2021 keine nennenswerten Veränderungen1.
2025 finden es knapp 90 Prozent der Einwohner*innen wichtig (Antwort «voll einverstanden» oder «eher einverstanden»), dass durch die Bautätigkeit keine Freiräume verloren gehen. 67 Prozent sind einverstanden mit der Aussage, dass viele Neubauten und Renovationen zu luxuriös seien. 63 Prozent sind der Ansicht, dass die Stadt durch die Bautätigkeit der letzten Jahre schöner und lebenswerter geworden ist. Und 60 Prozent finden, dass Quartiere möglichst so erhalten werden sollten, wie sie sind.
Mit der Aussage zur Schaffung von mehr Wohnraum sind jüngere Personen häufiger «voll einverstanden» als ältere. Bei der Aussage zum Erhalt von Freiräumen, jener zum Quartiererhalt und jener, dass viele Neubauten und Renovationen zu luxuriös seien, verhält es sich umgekehrt: Ältere Personen stimmen häufiger vollumfänglich zu als jüngere. Zudem zeigt sich: Männer sind öfter voll einverstanden mit der Schaffung von mehr Wohnraum als Frauen, während Frauen häufiger voll zustimmen, dass es wichtig ist, durch die Bautätigkeit keine Freiräume zu verlieren, und dass viele Neubauten und Renovationen zu luxuriös seien.
Für die grosse Mehrheit der Bevölkerung (rund drei Viertel) ist die bauliche Dichte der Wohngegend «gerade richtig». 17 Prozent bewerten die Bebauung in ihrem Umfeld als eher zu dicht, sieben Prozent als eher zu locker. Im Vergleich zu 2021 und 2023 gibt es keine relevanten Veränderungen.
Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Bewertung der baulichen Dichte der Wohngegend nach Quartieren. Dabei ist der Anteil der Bevölkerung pro Quartier abgebildet, der die eigene Wohngegend als eher zu dicht bebaut bewertet.
Es zeigt sich, dass die Wohnumgebung in den Quartieren Hirzenbach, Altstetten und Albisrieden am häufigsten als «eher zu dicht bebaut» bewertet wird (24 bis 30 Prozent). Am seltensten als «eher zu dicht bebaut» beurteilen hingegen Einwohner*innen der Quartiere Hirslanden, Hottingen, Fluntern und Oberstrass ihre Wohngegend (6 bis 7 Prozent).
1 Die Aussage «Ich finde es wichtig, dass durch die Bautätigkeit keine Freiräume verloren gehen» wird erst seit 2023 erhoben.
Die Aussagen zur Bewertung der Bautätigkeit sind in der Grafik in gekürzter Form dargestellt. Der tatsächliche Wortlaut im Fragebogen war:
Ich finde es gut, dass in der Stadt mehr Wohnraum geschaffen wird.
Ich finde es wichtig, dass durch die Bautätigkeit keine Freiräume verloren gehen.
Durch die Bautätigkeit der letzten Jahre ist die Stadt schöner und lebenswerter geworden.
Ich finde, die Quartiere sollten möglichst so erhalten werden, wie sie sind.
Viele Neubauten und Renovationen sind für meinen Geschmack zu luxuriös.
Es handelt sich bei sämtlichen Ergebnissen um selbst deklarierte Informationen, mit Ausnahme der soziodemografischen Merkmale Geschlecht, Alter und Nationalität, die dem Bevölkerungsregister der Stadt Zürich entnommen sind.
Sichtbare Unterschiede in den Grafiken bedeuten nicht zwingend tatsächliche Unterschiede in der Grundgesamtheit der betrachteten Personengruppe. Dies deshalb, weil Aussagen über die Grundgesamtheit aus Stichprobenerhebungen mit Unsicherheiten behaftet sind. Über das Ausmass dieser Unsicherheiten geben die Konfidenzintervalle (auch Vertrauensintervalle genannt) in den Grafiken Auskunft. Die Konfidenzintervalle werden bei «Mouseover» (wenn Sie mit dem Mauszeiger auf die gewünschten Balken fahren) angezeigt. Unterschiede werden nur thematisiert, wenn sich die Konfidenzintervalle nicht überschneiden. Bei den beschriebenen Teilgruppenunterschieden wurde eine Auswahl getroffen.
Die Bevölkerungsbefragung wird seit 1999 alle zwei Jahre durchgeführt (Ausnahme: keine Befragung 2017). Weil die Fragen zur Entwicklung der Stadt und zur baulichen Dichte innerhalb eines Fokusteils gestellt wurden, der nicht regelmässig erhoben wird, sind die Abstände zwischen einzelnen Jahren in den Zeitreihen unregelmässig. Die Erhebung 2015 wurde mittels telefonischer Interviews durchgeführt, die Ergebnisse ab 2021 wurden im Mixed-Mode Online/Papier erhoben.
Die Antwortkategorien «Weiss nicht» und «Keine Angabe» werden in den Auswertungen nicht berücksichtigt. Im Vergleich zu den Standardauswertungen sind aufgrund unterschiedlicher Zusammenfassung der einzelnen Antwortkategorien kleine Rundungsabweichungen in den Resultaten möglich.
Ist in einer Grafik nicht vermerkt, dass es sich um eine Darstellung von Mehrfachantworten handelt, so bedeutet dies, dass bei der Fragestellung jeweils nur eine Antwort erlaubt war.
Weitere Grafiken, methodische Informationen sowie ein Zugang zu den Rohdaten aller bisherigen Bevölkerungsbefragungen sind unter Bevölkerungsbefragung zu finden.
In der Bevölkerungsbefragung 2025 wurde bei der Variable Geschlecht neben «weiblich» und «männlich» zum dritten Mal auch die Kategorie «divers/non-binär, d. h. nicht (ausschliesslich) weiblich oder männlich» erhoben. Im Artikel sind aber nur die Kategorien «weiblich» und «männlich» aufgeführt, da die Fallzahlen der dritten Geschlechtskategorie sehr klein sind (2025 n = 11). Die Unsicherheiten wären für diese Kategorie zu gross, die Ergebnisse statistisch nicht «robust». Deshalb wurden die Antworten unter der dritten Geschlechtskategorie jeweils den amtlichen Angaben im Bevölkerungsregister der Stadt Zürich zugeordnet – dieses wird bisher ausschliesslich binär geführt.