Die Bevölkerung von drei Quartieren ist so zufrieden mit ihrer Wohnumgebung, dass rund die Hälfte dafür die Note 6 («sehr zufrieden») vergibt. Es sind die Einwohner*innen von Friesenberg, Mühlebach und Fluntern, die ihre Wohngegend derart schätzen. Am tiefsten hingegen ist die Zufriedenheit im Quartier Langstrasse: Dort geben nur gerade 18 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrer Wohnumgebung «sehr zufrieden» sind.
Dies geht aus dem Quartierbericht zur Bevölkerungsbefragung 2025 hervor. Darin werden jeweils die Auswertungen der Antworten zu den Quartieren1 jenen zur ganzen Stadt gegenübergestellt. Der Bericht vergleicht zudem Auswertungen zu den Quartieren miteinander, etwa wie die Bevölkerung die öffentlichen Grünflächen, die Ruhe oder die Sauberkeit bewertet.
Diese drei Themen sind es auch, bei denen die Zufriedenheit unter den Quartieren am stärksten schwankt. Am höchsten ist die Zufriedenheit mit dem öffentlichen Grünraum in den Quartieren am Rand der Stadt, in Witikon (65% vergeben die Note 6 (sehr zufrieden)) und Friesenberg (62%). In zentraler gelegenen Quartieren wie Werd (8%) und Langstrasse (12%) dagegen ist sie deutlich tiefer.
Mit der Sauberkeit ist die Bevölkerung von Fluntern mit einem Anteil von 61 Prozent am häufigsten sehr zufrieden. Hirslanden folgt mit einer knappen Mehrheit (51%) an zweiter Stelle. Hingegen steht es mit der Sauberkeit in den Quartieren Langstrasse (12%), Schwamendingen-Mitte (15%) und Saatlen (18%) aus Sicht der Einwohner*innen nicht zum Besten: Hier ist nicht einmal jede*r Fünfte sehr zufrieden.
Betreffend Ruhe im Quartier gibt es ähnliche «Spitzenreiter» und «Schlusslichter»: In Fluntern sind 57 Prozent der Quartierbewohner*innen sehr zufrieden, gefolgt von Friesenberg und Oberstrass mit 45 respektive 44 Prozent. Im Quartier Langstrasse allerdings sind nur sieben Prozent sehr zufrieden, in Hard, Gewerbeschule und im Kreis 1 sind es 15 beziehungsweise 16 Prozent.
Weitere Themen im Quartierbericht sind die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der eigenen Wohnung und die Bewertung des Mietzinses, die Vertretung durch die Behörden, das Sicherheitsgefühl nachts im eigenen Quartier, die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Situation, die Verkehrsmittelnutzung und die Zufriedenheit mit der Verkehrssituation.
Bei der Frage zur Bebauungsdichte wurde nicht die Zufriedenheit abgefragt, sondern eine Bewertung der Dichte der Wohngegend eingeholt: Wird diese als «eher zu dicht», als «gerade richtig» oder als «eher zu locker» wahrgenommen?
In allen Quartieren erachtet je eine Mehrheit die Bebauungsdichte als «gerade richtig»: Den höchsten Anteil erreichen Oberstrass und Hirslanden mit 90 Prozent, den tiefsten erreicht Hirzenbach mit 63 Prozent. Umgekehrt ist auch der Anteil jener, die ihr Quartier als «eher zu dicht» bebaut wahrnehmen in Hirzenbach mit 30 Prozent am höchsten, dann folgen Altstetten (27%) und Albisrieden (24%). Am kleinsten ist dieser Anteil in den Quartieren Hottingen (5%), Fluntern und Hirslanden (6%) sowie Oberstrass (7%).
Aber sind die Anteile an Personen, die ihre Wohngegend als «eher zu dicht bebaut» bewerten, in jenen Quartieren besonders hoch, die effektiv eine hohe Bevölkerungsdichte aufweisen? Die folgende Grafik2 veranschaulicht das Ergebnis einer Gegenüberstellung:
Weder Hirzenbach noch Altstetten oder Albisrieden – deren Einwohner*innen ihre Wohngegend am häufigsten als «eher zu dicht» bewerten – gehören zu den Quartieren mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Tatsächlich wohnen am meisten Einwohner*innen pro Hektare in den Quartieren Werd, Langstrasse, Sihlfeld und Gewerbeschule. Am wenigsten dicht besiedelt sind die Quartiere Weinegg, Fluntern, Escher Wyss sowie der Kreis 1. Im Falle von Fluntern stimmt die subjektive Bewertung also recht gut mit der effektiven Bevölkerungsdichte überein. Dies gilt etwas weniger ausgeprägt auch für Hottingen und Oberstrass.
Ob die Bevölkerung ihre Wohngegend als eher zu dicht bebaut empfindet oder nicht, hängt dementsprechend nicht zwingend davon ab, wie dicht besiedelt ein Quartier tatsächlich ist. Einen Einfluss auf die Bewertung haben unter anderem die Dynamik der Bautätigkeit in der jeweiligen Gegend und die persönliche Einstellung dazu. Aber auch Merkmale wie das Geschlecht oder der Bildungsgrad spielen eine Rolle (siehe auch Erläuterungen dazu im Online-Artikel «Wie sieht die Stadtzürcher Bevölkerung die Dichte ihrer Wohnumgebung?»).
1 Da die Bevölkerungszahlen in den Quartieren City, Hochschulen, Lindenhof und Rathaus im Vergleich zu den übrigen Quartieren relativ gering und die statistischen Unsicherheiten bei den Ergebnissen grösser sind als in anderen Stadtquartieren, werden sie im vorliegenden Bericht als Gebietseinheit «Kreis 1» zusammengefasst. Für alle anderen 30 Stadtquartiere werden die Resultate einzeln ausgewiesen.
2 Als Bevölkerungsdichte verwenden wir die Anzahl Einwohner*innen geteilt durch die Gebäudefläche (plus Gebäudeumschwung) in jedem Quartier. In der Grafik wird die Bewertung von baulicher Dichte in der Wohngegend der effektiven statistischen Bevölkerungsdichte des Quartiers gegenübergestellt.
- Quartierbericht Bevölkerungsbefragung 2025
- Weitere Artikel zur Bevölkerungsbefragung
- Webportal Bevölkerungsbefragung (u.a. methodische Informationen)
- Rohdaten der Bevölkerungsbefragung auf dem OGD-Portal
- Webartikel: «Wie sieht die Stadtzürcher Bevölkerung die Dichte ihrer Wohnumgebung?»