Die aus privaten Haushalten stammende Menge an Abfall stieg in der Stadt Zürich seit 2021 leicht an, sank 2024 gegenüber dem Vorjahr jedoch wieder um fast 4 Prozentpunkte. Rund 272 Kilogramm Abfall verursacht jede Zürcherin und jeder Zürcher im Jahr. Unverändert ist die Recyclingquote separat gesammelter Abfälle. Diese lag 2024 bei 46 Prozent. Die städtische Abfallbewirtschaftung ist auf einem hohen technischen Stand. Die Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz mit dem angeschlossenen Fernwärmenetz und der Produktion von 93 Gigawattstunden Strom im Jahr 2024 zählt zu den energieeffizientesten in Europa. Im September 2024 bejahten 75,55 Prozent der Stimmbevölkerung zudem die Abscheidung von CO2 aus den Abgasen der zentralen Klärschlammverwertung in der ARA Werdhölzli.
Rund 272 Kilogramm Abfall verursacht jede Zürcherin und jeder Zürcher im Jahr. Die Recycling-Quote von separat gesammelten Abfällen lag 2024 bei 46 Prozent. Die städtische Abfallbewirtschaftung ist auf einem hohen technischen Stand. Die Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz mit dem angeschlossenen Fernwärmenetz und der Produktion von 93 Gigawattstunden Strom im Jahr 2024 zählt zu den energieeffizientesten in Europa. Die Emissionen von Luftschadstoffen aus den Anlagen liegen weit unter den geltenden Grenzwerten. Nahezu 100 Prozent der Metalle aus den Haushaltsabfällen werden wiederverwertet.
Private Haushalte und Unternehmen konsumieren Güter, welche am Ende ihrer Lebensdauer als Abfall anfallen. Insbesondere elektronische Güter wie Mobiltelefone und Laptops werden heute regelmässig ausgetauscht und entsorgt. Alle Produkte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Erdöl, Metalle oder seltene Erden. Diese Stoffe gehen verloren, wenn sie nicht mit technischen Massnahmen zurückgewonnen werden. Abfälle können auch gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Damit diese Schadstoffe nicht in die Umwelt gelangen, bedarf es effizienter Anlagen zur Abfallbehandlung sowie moderner Reststoffdeponien.
Rohstoffe werden knapper. Deren Gewinnung braucht oft viel Energie und beeinträchtigt die Umwelt. Die technische Gewinnung von Metallen zum Beispiel ist mit sehr hohen Umweltbelastungen und Energiekosten verbunden. Durch Recycling können wertvolle Ressourcen weiterverwendet werden. Um dauerhafte Verbesserungen herbeizuführen und die Umweltauswirkungen des Konsums zu reduzieren, sind jedoch weitergehende Massnahmen notwendig: Stoffkreisläufe müssen geschlossen und die Lebenszyklen von Produkten verlängert werden. Dies führt zur Vermeidung und Verminderung von Abfall.
Mit gezielten Massnahmen will Zürich Abfall reduzieren, Ressourcen besser nutzen und die Entsorgung nachhaltiger gestalten. Dazu gehören Bildungsangebote zur Abfallvermeidung, Aktionen zur Prävention sowie die Weiterentwicklung des Entsorgungsangebots in den Quartieren:
- Im Abfall- und Konsumunterricht lernt die junge Generation, mit den Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. Im Jahr 2019 nahmen 6792 Schülerinnen und Schüler daran teil. 2021 waren es – trotz des Hintergrunds der Corona-Pandemie – bereits 8574 Schülerinnen und Schüler. 2024 konnten 4944 Schülerinnen und Schüler im Abfallunterricht, 2963 im Wasserunterricht und 1657 im Energie- und Klimaunterricht geschult werden.
- Im Rahmen der Präventionsarbeit führt der Geschäftsbereich Stadtreinigung jedes Jahr Dutzende Aktionen mit Firmen und Schulklassen durch, an denen die Teilnehmenden Parkanlagen im öffentlichen Raum reinigen, Abfall einsammeln und Kleber an Kandelabern oder Pforten entfernen.
- Damit das Entsorgen künftig auf dem ganzen Stadtgebiet ohne Auto möglich wird, will ERZ das Entsorgungsangebot in den Quartieren aufwerten. 2022 hat ERZ daher ein Pilotprojekt mit einem autofreien mobilen Recyclinghof durchgeführt. Der Testbetrieb ist daraufhin verlängert worden. Von Juni 2023 bis Ende 2025 macht der mobile Recyclinghof wieder in verschiedenen Quartieren Halt. Dabei kommen laufend neue Standorte dazu. Damit nicht mehr gebrauchte, aber gut erhaltene Artikel an neue Besitzer*innen weitergegeben werden können, gibt es im mobilen Recyclinghof einen Tauschplatz. Intakte Gegenstände können dort gratis abgegeben und für den privaten Gebrauch kostenlos mitgenommen werden.
- Im Jahr 2021 sind die Mengen Karton, die ERZ in den Quartieren gesammelt hat, gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent angestiegen. Seit 2021 wird Karton alle zwei Wochen gesammelt, alternierend zur Papiersammlung. 2023 sind die Mengen an Karton gegenüber 2021 um 6 Prozent zurückgegangen, 2024 stieg die Kartonmenge gegenüber dem Vorjahr jedoch wieder um 4 Prozent.
- Ein Kunststoff-Sammelversuch in zwei Quartieren der Stadt Zürich hat gezeigt, dass die separate Entsorgung von Kunststoff einem Bedürfnis der Bevölkerung entspricht. ERZ hat aus dem Versuch wertvolle Erkenntnisse zur Logistik und zur Verwertbarkeit der gemischten Kunststoffe gewonnen und bietet seit 2022 ein flächendeckendes Angebot in Zusammenarbeit mit dem Detailhandel an. Zurzeit bieten Migros, Coop und Mr. Green spezielle Plastik-Sammelsäcke an.
- Anfang September 2023 haben 90,8 Prozent der Stimmberechtigten der Stadt Zürich neue einmalige Ausgaben von 367 Millionen Franken für den Bau einer dritten Verbrennungslinie in der KVA Hagenholz bewilligt. Gleichzeitig sollen auch die bestehenden Verbrennungslinien aufgerüstet werden. Die entstehende Abwärme wird genutzt, um Strom zu erzeugen und Fernwärme zu produzieren. Diese Nutzung ist CO2-neutral. Durch den Ausbau wird sich die Wärmeleistung der KVA Hagenholz verdoppeln. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Fernwärme spätestens ab 2040 ohne Erdgas und Heizöl zu betreiben.
- Im September 2024 bejahten 75,55 Prozent der Stimmbevölkerung die Abscheidung von CO2 aus den Abgasen der zentralen Klärschlammverwertung in der ARA Werdhölzli. Damit wurden neue einmalige Ausgaben von 35,5 Millionen Franken und jährliche Ausgaben von 14,2 Millionen Franken bewilligt. In der zentralen Klärschlammverwertung wird Klärschlamm aus dem ganzen Kantonsgebiet sowie einiger ausserkantonaler Gemeinden thermisch verwertet. Die Abscheidung des dabei entstehenden CO2 erzeugt Negativemissionen, welche zur Erreichung der städtischen Klimaziele notwendig sind.