Mitten in Zürich, im vierten Stock des Stadthauses, öffnet sich ein besonderer Raum: die Bibliothek zur Gleichstellung. Sie ist mehr als eine klassische Fachbibliothek: Sie schlägt Brücken zwischen Forschung und Praxis, zwischen Geschichte und aktuellem Wissen. Zudem bietet sie Raum für Austausch und Diskussionen. Ob Frauenstimmrecht, LGBTI-Rechte, Care-Arbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Strategien gegen Diskriminierung: Die Sammlung bietet Zugang zu Literatur, Studien und Erfahrungsberichten, die diese Debatten dokumentieren und vertiefen. Sie macht sichtbar, wie sehr Fragen der Gleichstellung unsere Gesellschaft verändert haben – und wie sie weiterhin unseren Alltag, die Arbeitswelt und das politische Leben prägen werden. Als Teil der städtischen Fachstelle für Gleichstellung ist die Bibliothek frei zugänglich und kostenlos nutzbar.
Die Bibliothek zur Gleichstellung Zürich steht in einer langen Tradition feministischer Bibliotheken. Schon im 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden Frauen- und Lesbenbibliotheken sowie Bibliotheken zu Geschlechterfragen. Sie sammelten Literatur, die in öffentlichen Einrichtungen kaum zu finden war. Diese Bibliotheken waren mehr als Orte zum Lesen und Ausleihen. Sie dienten auch als Treffpunkte, an denen sich Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und engagierte Bürger*innen vernetzen und austauschen konnten. In Zürich knüpfen Einrichtungen wie die Frauenbibliothek «schema f» seit den 1970er-Jahren an diese Tradition an. Auch die Fachstelle für Gleichstellung erhielt den Auftrag, eine Bibliothek zur Gleichstellung zu pflegen.
Heute ist dieses Angebot im Raum Zürich einzigartig: Keine andere Bibliothek verfügt über eine so konzentrierte Sammlung an Fachliteratur. Zum Bestand gehören über 6000 Bücher, Broschüren und Berichte sowie elektronische Dokumente. Abgedeckt wird ein breites Spektrum – von Gender Studies, Diversität, Intersektionalität und Gleichstellungspolitik über Arbeits- und Familienrecht bis hin zu historischen Dokumenten und aktuellen Masterarbeiten. Wer unsicher ist, welche Materialien hilfreich sind, kann sich persönlich beraten lassen und erhält auf Wunsch individuell zusammengestellte Literaturlisten.
Besonderen Charme entfalten die BiblioTalks: Veranstaltungen in der Bibliothek, bei denen Expert*innen gemeinsam mit dem Publikum aktuelle Fragen zu Gleichstellung, Diversität und Inklusion diskutieren. Themen wie Sport und Geschlecht, Menstruationsbeschwerden im Arbeitskontext oder neue Erkenntnisse aus der schweizweiten LGBTI-Befragung zeigen, wie vielseitig und lebendig Gleichstellung heute verhandelt wird. So wird die Bibliothek zur Gleichstellung nicht nur zur Hüterin von Wissen, sondern zu einem pulsierenden Forum: Hier entstehen Debatten, wachsen Ideen und es öffnen sich neue Perspektiven.
Die Bibliothek zur Gleichstellung ist dienstags von 9.30 bis 17.30 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Ausserhalb der Öffnungszeiten sind Bibliotheksbesuche mit vorheriger Terminvereinbarung möglich. Es können bis zu sechs Bücher gleichzeitig ausgeliehen werden, die Leihfrist beträgt vier Wochen – und das kostenlos. Vorbeischauen lohnt sich.
- Zugang barrierefrei
- Es sind 3 Behindertenparkplätze verfügbar.
- Es sind 4 Behindertentoiletten verfügbar.