Ein Dienstagabend im April im Musiksaal des Stadthauses Zürich. Unter derselben Decke, unter der einst Mozart spielte, tut sich heute ebenso Historisches: Zum zweiten Mal hatten LGBTI-Mitarbeitende der Stadt Zürich die Gelegenheit, sich offiziell zu vernetzen, über Sorgen und Wünsche zu sprechen und wertvolle Erfahrungen auszutauschen. Der Vernetzungsanlass «Out am Arbeitsplatz» will queere Mitarbeitende der Stadt Zürich stärken und unterstützen. Teil des Anlasses war ein Podiumsgespräch mit Helen Hürlimann, Vorstandsmitglied der Lesbenorganisation Schweiz (LOS), Autorin und Journalistin, sowie Dorian Mittner, Psycholog*in und DE&I-Forscher*in an der Berner Fachhochschule.
Schnell wird klar: Auch 2025 sind solche Anlässe nach wie vor wichtig. Obwohl es vorwärts geht mit der rechtlichen und tatsächlichen Gleichstellung von queeren Menschen, kann der Arbeitsplatz immer noch ein herausfordernder, ja diskriminierender Ort sein. Lesbische, schwule, bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen überlegen bei jeder Gelegenheit, ob sie ihre Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung offenbaren wollen oder können. Dieses «Coming-Out-Dilemma» – soll ich, soll ich nicht – kann belastend sein und die psychische Gesundheit negativ beeinflussen. Während nicht-queere Menschen frei von ihren Wochenenderlebnissen berichten können, trauen sich viele LGBTI-Menschen (noch) nicht dazu. Sei es aus Angst, auf ihre Queerness reduziert zu werden, sei es aus Furcht vor negativen oder verletzenden Reaktionen. Das gilt es zu ändern.
Ein solcher Vernetzungsanlass ist ein erster Schritt in diese Richtung. «So ein Anlass ist unter anderem ein Safe Space im grossen Gefüge der Stadt Zürich», meint Matti Rach, Co-Bereichsleiter Gesundheits-, Sport-, Kultur- & Werkbauten bei Immobilien Stadt Zürich. Er erlebt sein Umfeld bei der Stadt Zürich als sehr positiv für queere Menschen. «In manchen städtischen Bereichen ist queeres Leben sichtbarer und präsenter als in anderen. Darum sind Vernetzung und Inspiration bei Anlässen und über entsprechende Kanäle so wichtig», so Rach weiter.
Beim anschliessenden Apéro bot sich die Gelegenheit, departmentsübergreifend Kontakte zu knüpfen: Polizist*innen sprachen mit Projektleiter*innen, Sozialarbeiter*innen mit Busfahrer*innen. Was sie verbindet, ist klar: Sie können offen queer leben und arbeiten bei der Stadt Zürich. «Es ist schön zu sehen, dass wir nicht alleine sind und uns gegenseitig unterstützen können», betont auch Erik Schnell, IT-Projektleiter beim Sozialdepartement.
Diese Unterstützung gilt es zu fördern – durch Vernetzungsanlässe, aber auch im täglichen Arbeitsalltag. Haben Sie Fragen zum Coming-Out am Arbeitsplatz? Sind Sie unsicher, ob, wie oder wann Sie sich outen möchten? Die Fachstelle für Gleichstellung ist für Sie da. Seit 2013 setzt sie sich für die Rechte und die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Menschen in der Stadt Zürich ein – für eine Stadt, in der alle ohne Angst vor Diskriminierung leben können, unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung.
Stadt Zürich
Fachstelle für Gleichstellung
Stadthausquai 17
8001 Zürich