Der Zwischenbericht zum Gleichstellungsplan zeigt, welche Fortschritte bereits erzielt wurden, wo weiterhin Herausforderungen bestehen und wie die Stadt Zürich die Gleichstellung weiter voranbringen will: Erfolgreiche Ansätze wie Lohngleichheitskontrollen, das Pilotprojekt «Periodenarmut stoppen!» oder geschlechtergerechte Infrastruktur gilt es zu verstetigen. Die stadtweite 35-Prozent-Zielvorgabe für Kaderstellen zeigt Wirkung: Immer mehr Führungspositionen werden mit Frauen besetzt. Klare Zielvorgaben, Controlling und transparente Prozesse treiben diesen Fortschritt sichtbar voran. Ein Blick auf die neu veröffentlichten HR-Kennzahlen bestätigt die Entwicklung – auch wenn zwischen den einzelnen Departementen Unterschiede bestehen.
Neben erfolgreich abgeschlossenen oder laufenden Projekten zeigt der Zwischenbericht auch, dass die Umsetzung von Massnahmen anspruchsvoll sein kann und durch Zeitdruck, andere strategische Projekte, begrenzte Ressourcen oder auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen erschwert wird. Deutlich wird dies etwa bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Die Austrittsbefragungen der Verkehrsbetriebe zeigen, wie schwierig Schichtdienste mit familiären Aufgaben zu vereinbaren sind. Auch die ausgewogene Vertretung der Geschlechter in technischen und sozialen Berufen bleibt eine Herausforderung. Der Wandel ist ein fortlaufender Prozess, der weitere Anstrengungen erfordert.
Dank dem Gleichstellungsplan ist die Gleichstellung aller Geschlechter als übergeordnete Aufgabe in der gesamten Stadtverwaltung verankert. Ein zentraler Aspekt dabei ist die Berücksichtigung von Mehrfachdiskriminierung und Intersektionalität: Menschen können gleichzeitig aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder sozialer Lage benachteiligt sein. Einige Massnahmen nehmen dieses Thema gezielt auf. So wurden im Rahmen der Fussball-Europameisterschaft der Frauen wichtige Grundlagen veröffentlicht, die den Zusammenhang von Sport und Rassismus, Behinderungen, Armut und Geschlecht beleuchten. Frauen of Color erleben im Sport nicht nur Sexismus, sondern auch Rassismus. Menschen mit Behinderungen sind zudem häufiger von Armut betroffen und haben dadurch oft weniger Zugang zu Sportangeboten. Die Texte schaffen hierfür ein Bewusstsein und stellen Fachpersonen wie auch der breiten Öffentlichkeit wertvolle Informationen zur Verfügung.
Es ist Halbzeit im Gleichstellungsplan 2024–2027 und die Umsetzung geht weiter. Ziel ist es, bis zur Gesamtevaluation weitere sichtbare Fortschritte zu erreichen. Stadtpräsidentin Corine Mauch betont:
Die Stadt Zürich setzt sich für die Gleichstellung aller Geschlechter ein. Der Gleichstellungsplan bündelt dieses Engagement und legt für jeweils vier Jahre Schwerpunkte, Ziele und Massnahmen fest.