Seit 2019 ist die Fachstelle für Gleichstellung verantwortlich für das Projekt «KMUkonkret+» und hat die Trägerschaft in den letzten Jahren stetig erweitert. Seit Mitte 2025 gehören insgesamt neun kantonale und städtische Fachstellen für Gleichstellung aus der Deutschschweiz dazu. Auch das Team ist gewachsen: Mehr Kursleitende und Theaterschaffende verstärken das Angebot, und die Nachfrage von Unternehmen steigt kontinuierlich. Im November 2025 wurde das Programm erweitert – mit einer neuen, vertraulichen Vorgehensberatung für kleine und mittlere Unternehmen, die einen Fall von sexueller oder sexistischer Belästigung klären müssen.
«KMU konkret+» unterstützt Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden dabei, ein respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen. Rund 70 Unternehmen haben das Präventionsangebot bereits genutzt, insgesamt wurden über 5500 Mitarbeitende erreicht. Neben Schulungen für Mitarbeitende und Führungskräfte unterstützt «KMU konkret+» auch bei der Erstellung oder Überarbeitung von Reglementen zu sexueller und sexistischer Belästigung, um das Gelernte nachhaltig zu verankern. Seit Mitte November können Unternehmen, die bereits eine Schulung absolviert haben, zudem sogenannte Refresher-Kurse buchen. Sie frischen Wissen auf, klären offene Fragen und reflektieren die Umsetzung von Massnahmen im Arbeitsalltag.
Die teilnehmenden KMU kommen aus unterschiedlichen Branchen – besonders häufig aus dem Gesundheitswesen, aber auch aus der Gastronomie und Hotellerie, dem Sozialwesen, aus Kunst und Kultur, Handwerk, Medien und weiteren Bereichen. Die Evaluationen zeigen deutlich: Geschätzt wird vor allem die Verbindung von fachlicher Wissensvermittlung mit praxisnahen Theatersequenzen, die grenzüberschreitendes Verhalten sichtbar machen und Diskussionen anstossen.
Eine bedeutende Erweiterung des Angebots ist die Beratung bei konkreten Fällen, die sogenannte Vorgehensberatung: Seit November können sich Unternehmen bei «KMU konkret+» melden, wenn sie mit einem konkreten Fall von sexueller oder sexistischer Belästigung konfrontiert sind. Die Beratungserfahrung der Fachstelle für Gleichstellung zeigt, dass viele Unternehmen in solchen Situationen verunsichert sind. Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen oft weder über eine eigene HR-Abteilung noch über einen Rechtsdienst. Sie wollen korrekt handeln und ihre Mitarbeitenden schützen, wissen jedoch häufig nicht, wie sie rechtlich und organisatorisch vorgehen sollen.
Unternehmen können nun unkompliziert fachliche Unterstützung anfordern. Die neue Vorgehensberatung ermöglicht es KMU, professionell und rechtlich fundiert auf Fälle sexueller oder sexistischer Belästigung zu reagieren. Ziel ist es, die Betriebe zu befähigen, Vorfälle rechtmässig und deeskalierend zu bearbeiten und Betroffene wirksam zu schützen. Dafür steht auf Anfrage eine Reihe von juristischen Fachpersonen bereit, die Führungskräfte und Personalverantwortliche im Hintergrund nach dem Gleichstellungsgesetz beraten – bis zu zehn Stunden und zu einem subventionierten Preis. So gewinnen KMU Sicherheit, schwierige Situationen kompetent und verantwortungsvoll zu meistern.
Mit dieser Erweiterung ist «KMU konkret+» heute weit mehr als ein Präventionsprogramm. Das Projekt bietet kleinen und mittleren Unternehmen niederschwellige und vertrauliche Unterstützung, damit sie ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen und ein belästigungsfreies Arbeitsumfeld schaffen können, das dauerhaft Bestand hat.
Stadt Zürich
Fachstelle für Gleichstellung
Stadthausquai 17
8001 Zürich