In Zürich gibt es viele Strassen, die an berühmte Männer erinnern. Nur wenige würdigen Frauen. In den Jahren 2020 und 2023 hat die Stadt Zürich 15 Strassen nachträglich berühmten Frauen gewidmet und mit Hinweistafeln versehen.
Die Strassen mit Frauennamen gibt es zwar schon seit den späten 1890ern. Doch erst auf Drängen der Fachstelle für Gleichstellung wurden sie explizit 15 bekannten Frauen gewidmet.
Bis die Stadt Zürich die Hinweistafeln an den Frauenstrassen aufhängte, war einiges an Effort nötig. Und das von verschiedenen Seiten.
Am 14. Juni 2019 fordert in Zürich eine Gruppe mehr Strassenbenennungen nach bekannten Frauen. Die Gruppe macht Vorschläge zur Benennung der Agnesstrasse, Bertastrasse, Elsastrasse, Hildastrasse und anderen mehr. Die vorgeschlagenen Personen haben jedoch nicht immer einen Bezug zur Stadt Zürich.
Die Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich greift die Idee auf. Am 14. Januar 2020 gelangt sie an die Strassenbenennungskommission mit einem Vorschlag, wie bereits bestehende Strassen ohne Umbenennung weiblichen Persönlichkeiten gewidmet werden könnten.
Sie reicht 16 konkrete Vorschläge ein für das Anbringen von Tafeln mit Verweis auf historische Persönlichkeiten.
Die Strassenbenennungskommission prüft den Antrag der Fachstelle für Gleichstellung auf Eignung der vorgeschlagenen weiblichen Persönlichkeiten. Die Mitglieder der Kommission entscheiden, acht Strassen dem Stadtrat für die Realisierung vorzuschlagen als Zeichen, das Ungleichgewicht zu den Strassennamen nach Männern etwas abzuschwächen:
- Bertastrasse, Kreis 3: Berta Rahm (1910–1998)
- Elsastrasse, Kreis 4: Elsa Felicya Gasser-Pfau (1896–1967)
- Erikastrasse, Kreis 3: Erika Rikli (1907–2002)
- Gertrudstrasse, Kreis 3: Gertrud Heinzelmann (1914–1999)
- Hedwigsteig, Kreis 7: Hedwig Strehler (1907–1992)
- Margaretenweg, Kreis 3: Margarete Susman (1872–1966)
- Martastrasse, Kreise 3 und 4: Marta von Meyenburg (1882–1972)
- Olgastrasse, Kreis 1: Olga Meyer (1889–1972)
Im Dezember 2020 entscheidet der Stadtrat, dass die jeweiligen Strassenschilder mit Hinweistafeln ergänzt werden. (Stadtratsbeschluss Nr. 1212/2020)
Die Hinweistafeln werden im März 2021 aufgehängt.
Nachdem 2022 ein entsprechendes Postulat im Gemeinderat überwiesen wird (GR Nr.: 2022/119), prüft die Strassenbenennungskommission weitere acht Strassen, die nach weiblichen Vornamen benannt sind, und schlägt Persönlichkeiten für solche Hinweistafeln vor.
Der Stadtrat entscheidet im Dezember 2023 (Stadtratsbeschluss Nr. 3529/2023), folgende Frauen zu erwähnen:
- Agnesstrasse, Kreis 4: Agnes Amberg (1936–1991)
- Elisabethenstrasse, Kreis 4: Elisabeth Thommen (1888–1960)
- Ernastrasse, Kreis 4: Erna Yoshida Blenk (1913–1996)
- Hildastrasse, Kreis 4: Äbtissin Hildegard (um 828–856)
- Idastrasse, Kreis 3: Ida Schneider (1869–1968)
- Luisenstrasse, Kreis 5: Luise Meyer-Strasser (1894–1974)
- Marienstrasse, Kreis 3: Maria Egg-Benes (1910–2005)
- Ottilienstrasse, Kreis 3: Ottilie Wildermuth (1817–1877)*
*Die Ottilienstrasse ist bereits 1901 nach der Deutschen Jugendschriftstellerin Ottilie Wildermuth benannt worden. Eine Hinweistafel erinnert nun an sie.
Die Hinweistafeln werden im Frühling 2024 aufgehängt.
Der Frauenstadtrundgang Zürich produziert im Auftrag der Fachstelle für Gleichstellung 2021 und 2024 Videoporträts zu den Frauen und ein Einführungsvideo zur Sichtbarkeit von Frauengeschichte im öffentlichen Raum.
Unterhalb jeder Hinweistafel sind kleine Schilder mit einem QR-Code angebracht. Interessierte Passant*innen können diesen QR-Code scannen und gelangen so zum jeweiligen Videoporträt.