Die finanzielle Situation hat eine Wirkung auf die Gesundheit eines Menschen. Zum Beispiel dann, wenn der Mensch Sorgen mit Geld oder Schulden hat.
Auf der anderen Seite hat die Gesundheit eine Wirkung auf die finanzielle Situation eines Menschen. Zum Beispiel dann, wenn der Mensch krank ist oder einen Unfall hat.
Diese gegenseitige Wirkung lässt sich gut mit dem bio-psycho-sozialen Modell erklären. Das Modell zeigt etwas Wichtiges: Gesundheit und Krankheit betreffen nicht nur den Körper. Auch die Psyche und das soziale Umfeld sind wichtig.
Gesundheit und Krankheit entstehen in gegenseitiger Wirkung auf drei Ebenen:
Biologische Ebene
- Verfassung des Körpers
- Organe
- Immunsystem
Psychologische Ebene
- Denken
- Fühlen
- Persönliches Erleben
Soziale Ebene
- Menschliches Umfeld
- Beziehung
- Mitmachen bei Sport und Kultur
Sorgen mit Geld haben Einfluss auf die Gesundheit. Dies auf drei Ebenen.
Geld-Sorgen können krank machen. Viele Betroffene haben Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Magen-Darm-Probleme treten häufiger auf und das Immun-System kann geschwächt werden.
- Menschen mit wenig Geld verzichten häufig auf Gesundheits-Leistungen. Zum Beispiel auf Arztbesuche.
- Menschen mit Schulden leben manchmal ungesund. Eine gesunde Ernährung ist zum Beispiel teurer.
- Sorgen mit Geld erschweren manchmal den Genesungsprozess.
- Menschen mit Schulden leben oft weniger lang.
Sorgen mit Geld lösen häufig Angst und Überforderung aus. Viele haben Angst vor der Zukunft und dass sie die Kontrolle über ihr Leben verlieren. Dies kann zu Depressionen und Schlaf-Problemen führen.
- Menschen mit Schulden haben im Vergleich zur Allgemein-Bevölkerung mehr mentalen Stress, Schlafstörungen und Depressionen.
- Menschen mit Schulden fühlen sich weniger wohl.
- Menschen mit grossen Geld-Sorgen kommen schneller in eine Suchtkrankheit.
- Menschen mit Schulden haben ein grösseres Risiko für Suizid.
Menschen mit Geld-Sorgen ziehen sich häufig von ihren Mitmenschen zurück. Sie schämen sich oder das Geld reicht nicht, um zum Beispiel an ein Konzert zu gehen. So haben diese Menschen immer weniger soziale Kontakte. In schwierigen Situationen im Leben fehlt ihnen dann manchmal auch die soziale Unterstützung.
- Sorgen wegen den Schulden führen zum Allein-Sein.
- Betreibungen machen die Suche nach einer Wohnung schwierig.
- Betreibungen machen eine Einbürgerung schwierig.
- In einzelnen Fällen führen Schulden zu Straftaten.
Die Wirkung funktioniert aber auch umgekehrt: Krankheit und Unfall können Geld-Sorgen auslösen. Zum Beispiel, wenn Menschen wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr voll arbeiten können. Manchmal verlieren sie auch ihre Stelle. Zusatz-Kosten müssen bezahlt werden. So haben diese Menschen gleichzeitig ein tieferes Einkommen und höhere Ausgaben.
Bei 34 % der Personen, die Rat bei der Schulden-Beratungsstelle suchen, ist Krankheit oder Unfall der Grund für ihre Geld-Sorgen.
Um die finanzielle Gesundheit zu stärken, ist Finanz-Kompetenz wichtig. Finanz-Kompetenz bedeutet, die eigene Geld-Situation zu verstehen und Handlungs-Möglichkeiten zu kennen.
Eine gute Finanz-Kompetenz erlaubt Menschen, Entscheidungen im Leben selbst treffen zu können. Auch wenn sie sich in einer schwierigen Geld-Situation befinden. Diese Menschen haben weniger Sorgen und ihre Gesundheit ist geschützt. Das ist das Ziel der Schuldenprävention.
Die Schuldenprävention hilft zum Beispiel Menschen, dass sie …
- ... über Geld sprechen.
- ... Risiken für Schulden erkennen.
- ... sich Unterstützung holen bei Geld-Fragen.
Das stärkt die finanzielle Gesundheit von allen. Auch in schwierigen Situationen.
Sie finden mehr Informationen zum Thema im Beitrag: «Finanzielle Gesundheit: was ist das?».
Stärken wir unsere eigene finanzielle Gesundheit – und die von anderen Menschen!
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