«Ich erinnere mich noch gut. Nachdem sich meine Frau und ich dazu entschlossen haben, dass sie in den Entlisberg umzieht, ging alles sehr schnell. Beim Verlassen der gerontopsychiatrischen Abteilung, in die meine Frau nun eingezogen war, wurde ich anschliessend von einer Pflegefachperson nach draussen begleitet und mit einfühlsamen Worten verabschiedet. Ich verliess den Entlisberg mit Tränen in den Augen und musste erst einmal Platz nehmen auf einer Parkbank.
Der Klang des plätschernden Brunnens in der Nähe beruhigte mich zusehends: Ich schloss die Augen und ein unbeschreibliches Gefühl von lange nicht mehr verspürter Freiheit ergriff mich. Meine Frau leidet an frontotemporaler Demenz und lebt im Gesundheitszentrum für das Alter Entlisberg. Sie hat ein sehr gutes Gehör und ihre Sinneswahrnehmung ist beeindruckend. Sie spricht mittlerweile wenig. Wenn sie etwas sagt, dann meist etwas Unerwartetes. Mich beeindruckt, dass die Pflegefachkräfte auf die Gefühle und das Befinden meiner Frau passend eingehen können. Ich lerne von ihnen und sie nehmen wiederum meine Wünsche ernst. Ohne dieses Gefühl des Miteinanders, des Vertrauens und der Entlastung wäre ich als Angehöriger und Ehemann nicht da, wo ich heute bin. Ich bin glücklich darüber, heute erleben zu dürfen, wie meine Frau dank starkem Einfühlungsvermögen, Geduld und Humor in ihrem ‹Hier und Jetzt› spielerisch angeleitet und abgeholt wird – beispielsweise von den Aktivierungstherapeut*innen. Als Herzstück des Hauses sehe ich konkret die Mitarbeitenden. Die Pflegefachkräfte, die Ärzt*innen, die Aktivierungstherapeut*innen. Ich bin ihnen allen ausserordentlich dankbar. Dank ihnen durfte ich loslassen, konnte wieder Entlastung und das Gefühl empfinden, dass meine Frau gut aufgehoben ist.»