Rahel, was machst du, um deine Finger zu schützen?
Handschuhe anziehen. Sie sind ein wichtiges Arbeitsutensil in der Küche. Aber ich muss zugeben, dass in Situationen, in denen es schnell gehen muss, ich sie auch mal vergesse. Dann stehe ich am Ofen, zack, und ich habe eine leichte Verbrennung am Arm. Kleinere Blessuren gehören im Kochberuf dazu.
Warum bist du Köchin geworden?
Ich mag es, kreativ zu sein und liebe gutes Essen. Zudem war ausschlaggebend, dass die Kochkunst auch körperliche Tätigkeit mit sich bringt.
Wie ist dein bisheriger Werdegang?
1999 bis 2002 habe ich die Lehre als Köchin im Gesundheitszentrum für das Alter Käferberg, damals noch Krankenheim Käferberg, gemacht. Anschliessend ging ich ein halbes Jahr in Australien auf Reisen. Nach dem Auslandaufenthalt wollte ich im erlernten Beruf mehr Erfahrungen sammeln. Diese Chance hat sich in verschiedenen Küchen in Zürich ergeben: in der Privatklinik Bethanien, im Restaurant zum Grünen Glas und im Gesundheitszentrum Mattenhof. Dazu haben Einblicke in den Service und die Betreuung meinen Horizont erweitert. Zwischenzeitlich bin ich auch Mutter geworden und schliesslich 2013 mit einem 20-Prozent-Pensum ins Gesundheitszentrum für das Alter Käferberg zurückgekehrt.
Welche Aufgaben hast du bei deinem Wiedereinstieg übernommen?
Anfangs arbeitete ich als Störköchin direkt auf der Abteilung. Das heisst, ich habe mit den Bewohnenden vorgängig das Menü besprochen, dann alle Besorgungen gemacht und letztendlich das Gewünschte für sie gekocht. Je nachdem auf welcher Abteilung ich war, haben mich Bewohner*innen bei der Zubereitung unterstützt. Die Freude war oftmals riesig, wenn es etwas zum Essen gab, das Erinnerungen an früher weckte oder selten im Gesundheitszentrum serviert wird.
Hast du dafür eigene Rezepte von Bewohner*innen übernommen?
Nicht direkt, aber auf der Basis ihrer Erklärungen und mithilfe des Internets bin ich den Rezepten auf die Spur gekommen. Es gab mehrfach Gerichte, die ich vorher noch gar nicht kannte. Das war sehr bereichernd.
Wie hat sich deine Funktion in den 13 Jahren im Gesundheitszentrum Käferberg weiterentwickelt?
Die schrittweise Erhöhung meines Pensums auf 40 und die heutigen 60 Prozent hat mir neue Möglichkeiten eröffnet. Ich arbeite nun schon sechs Jahre in der Kaltküche. Bedeutet, dass ich mich um kalte Speisen wie Salate, Desserts und vieles mehr kümmere. In dieser Funktion geniesse ich den Spielraum für neue Kreationen und eigene Inspirationen enorm.
Nach deiner «Solo»-Zeit als Störköchin ist also wieder Teamgeist gefragt. Wie ist die Stimmung in der Küche?
Wir haben ein tolles Team und sind gut eingespielt. Unter Druck kann der Ton vielleicht auch mal etwas bestimmter werden, aber da geht’s meist um die Sache und das darf man nicht persönlich nehmen. Mir gefällt es, wie alle mit Engagement dabei sind.
Kochst du privat auch viel?
Ja, ich finde mich auch häufig an meinen freien Tagen zuhause in der Küche wieder. Wenn ich sage, «heute Abend gibt’s nur was Einfaches», werden daraus trotzdem oft eineinhalb Stunden Aufwand. Darüber wundert sich mein Mann regelmässig, aber freut sich natürlich auch über das Resultat. Ich koche einfach unheimlich gerne.
Hast du ein Lieblingsgericht?
Ich koche gerne asiatisch, beispielsweise ein indisches Linsen Dal oder thailändisches Gemüsecurry. Beides schmeckt mir selbst sehr gut.
Wenn du jungen Köch*innen etwas mitgeben könntest, was wäre das?
Offen sein für alles, Neues ausprobieren und den eigenen «Groove» finden und einbringen, ist aus meiner Sicht wichtig. Als Köch*in schaust du dir die Nahrungsmittel an und überlegst dir, was du damit anfangen kannst. Beim Backen muss man sich eher an Rezepte halten, insbesondere wenn eine grosse Menge an Kuchen produziert wird. Aber ansonsten ist einem in der Küche viel Freiheit geschenkt. Kochen und essen zu verknüpfen, finde ich etwas vom Schönsten.
In unseren Küchen geht es um mehr als gutes Essen. Hier treffen Genuss, Qualität und Teamarbeit aufeinander. Mit Sorgfalt, Kreativität und einem feinen Gespür für die Bedürfnisse unserer Bewohnenden und Gäste entstehen täglich ausgewogene und schmackhafte Mahlzeiten.
Dabei stehen auch deine Ziele im Zentrum. Wir fördern deine Stärken, begleiten dich individuell und eröffnen dir vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten – von einer fundierten Ausbildung bis zum nächsten Schritt in deiner beruflichen Laufbahn.