«Um acht ist damals das Frühstück da gewesen.» So erinnert sich Daniel Zimmermann an seine Lehrzeit in den Neunzigerjahren. Heute läuft der Morgen im Gesundheitszentrum Bachwiesen anders. Der Alltag orientiert sich stärker an den individuellen Bedürfnissen und Rhythmen der Bewohnenden – und genau dort beginnt unser Blick hinter die Türen des Wohnbereichs für Menschen mit Demenz.
Folge 2 – Alltag im Wohnbereich für Menschen mit Demenz
Der flexible Tagesablauf
Ein flexibler Tagesablauf bedeutet nicht, dass es keine Struktur gibt. Wiederkehrende Abläufe geben den Bewohnenden Orientierung und Sicherheit. Gleichzeitig bleibt genügend Raum, um auf persönliche Bedürfnisse und die jeweilige Tagesform einzugehen. Tania Archidiacono Lavanga, Abteilungsleiterin im Gesundheitszentrum Bachwiesen, erklärt: «Jede Fachperson wird einer*m Bewohner*in zugeteilt, um den Ablauf individuell gestalten zu können.» So ist es möglich, auf unterschiedliche Gewohnheiten und Rhythmen einzugehen.
Individuelle Lösungen
Jede*r Bewohner*in der Demenzabteilung erhält eine individuell angepasste Pflege, die sowohl den körperlichen als auch emotionalen Anforderungen gerecht wird. Wie unterschiedlich diese Bedürfnisse sein können, zeigt das Zimmer eines Bewohners. Sein Bett steht nur wenig über dem Boden, rundherum liegen Matratzen. Daniel Zimmermann erklärt: «Manchmal schläft er im Bett oder krabbelt im ganzen Zimmer umher. Wir haben diese Matratzen für seine Sicherheit ausgebreitet, weil er auch schon hingefallen ist und sich Schürfwunden zugezogen hat.» Solche Situationen verlangen von den Pflegenden viel Flexibilität und originelle Lösungen.
Struktur und Flexibilität
Der Alltag im Wohnbereich braucht beides: Orientierung und die Möglichkeit, auf wechselnde Bedürfnisse einzugehen. Im Mittelpunkt steht dabei immer die einzelne Person – mit ihren Gewohnheiten, Bedürfnissen und ihrer Persönlichkeit. Diese Haltung ist Tania Archidiacono Lavanga besonders wichtig: «Unsere Bewohnenden liegen uns extrem am Herzen.»
Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen
Um die optimale Versorgung der Bewohnenden zu erreichen, arbeiten verschiedene Berufsgruppen zusammen. Dazu gehören unter anderem Aktivierungsangebote und Ergotherapie, die geistige und körperliche Anregung ermöglichen. Das Ziel ist, eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten.
Die Gesundheitszentren für das Alter der Stadt Zürich setzen auf Pflegekonzepte, die Flexibilität und personalisierte Lösungen ermöglichen. Diese Folge von «Chopfsach – Demenz im Zentrum» zeigt, wie wichtig es ist, den Menschen hinter der Diagnose Demenz zu sehen und auf seine persönlichen Bedürfnisse einzugehen.
«Chopfsach – Demenz im Zentrum» ist eine Spezialstaffel in Zusammenarbeit mit den Gesundheitszentren für das Alter der Stadt Zürich. Bis Dezember erscheint alle zwei Wochen eine neue Folge. Als Nächstes geht es um Angehörige von Menschen mit Demenz und darum, wie Tageszentren sie entlasten können.
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