Was genau machst du als Fachbearbeiter Baumschutz?
In dieser neu geschaffenen Funktion sorge ich dafür, dass Bäume und Grünflächen bei Bauprojekten oder Veranstaltungen geschützt werden. Das ist zum Beispiel rund ums Seebecken oder an der Bahnhofstrasse oft nötig. Baustellen oder Anlässe greifen in den Lebensraum der Bäume ein, sowohl ober- als auch unterhalb der Erde, und können irreparable Schäden verursachen.
Ich begleite solche Projekte von Anfang an, nehme an Baubesprechungen teil und bin regelmässig vor Ort auf den Baustellen oder beim Aufbau von Veranstaltungen. Dabei koordiniere ich die Schutzmassnahmen und kann direkt eingreifen, wenn ein Baum gefährdet ist. Dabei setzen sich meine Teamkolleg*innen und ich für Lösungen ein, die für alle Beteiligten praktikabel sind.
Wie ist dein Werdegang?
Nach meiner Lehre als Forstwart habe ich in einer Firma gearbeitet, die sowohl Spezialholzerei als auch Gartenbaubetrieb war. So konnte ich mein Auge fürs Grüne schon früh schulen. Später kam durch eine Stelle in einer Genossenschaft der Bezug zu Bauprojekten dazu: Ich habe Sanierungen begleitet, mich um den Unterhalt und Schutz von Grünflächen gekümmert und absolvierte parallel die Weiterbildung zum Gärtner mit eidgenössischem Fachausweis.
Mit dem Nachdiplom HF in Bau- und Immobilienmanagement habe ich mein Verständnis für Bauprozesse weiter vertieft. Diese Kombination hilft mir sehr, mich in die Interessen der Bauherrschaften zu versetzen und gleichzeitig unsere Anliegen für den Schutz der Bäume zu vertreten.
Was sind die grössten Herausforderungen in deinem Job?
Bei der Durchführung von Bauprojekten und Veranstaltungen treffen naturgemäss viele Interessen aufeinander. Ein grosser Teil meiner Arbeit besteht daher aus Diskussionen, Nachhaken und teilweise auch klaren Ansagen. Auf Baustellen macht man sich damit nicht unbedingt beliebt. So hat man mich auch schon «Baumpolizist» genannt.
Kurz: Es braucht eine ordentliche Portion Frustrationstoleranz und Geduld. Aber seitdem wir einen kostenlosen Kurs für die Baubranche durchführen, hat sich viel Positives getan: Das Angebot hilft Bauunternehmen und deren Mitarbeitenden dabei, den Schutz der Bäume von Anfang an mitzudenken.
Was motiviert dich?
Wenn ich an einer Baustelle vorbeilaufe, bei der die Bäume ausreichend geschützt sind. Dann weiss ich, dass sich die Sensibilisierungsarbeit und meine Beharrlichkeit lohnt und sich etwas verändert. Ich achte zudem auf einen guten Ausgleich. Ich bin in der Feuerwehr und gehe mit meiner Frau gerne auf Reisen.
Was steht in nächster Zeit an?
Diverse städtische und private Vorhaben, die schon lange geplant sind, werden nun praktisch umgesetzt. Auch die Streetparade wird uns diesen Sommer wieder fordern.
Und ein Highlight ist natürlich die ÖGA, dem Treffpunkt der grünen Branche, die in wenigen Tagen beginnt. Dort Grün Stadt Zürich zu repräsentieren, ist ein verantwortungsvolle Aufgabe. Ich plane und koordiniere den Aufbau unseres Messestands, der übrigens tolle Aktionen bereithält. Ich freue mich auf den Austausch mit hoffentlich vielen Besucher*innen!
Vom 24. bis 26. Juni 2026 öffnet die Schweizer Fachmesse der Grünen Branche ihre Tore. Auf dem Areal der Gartenbauschule Oeschberg bei Koppigen/BE präsentieren sich über 400 Unternehmen und Organisationen.
Auch Grün Stadt Zürich ist mit einem Stand (118, Sektor 9.1) dabei und stellt sich als Arbeitgeberin vor.
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