Wie sieht dein Alltag im Friedhofsbüro aus?
Als Sachbearbeiterin sorge ich dafür, dass die Bestattungen würdevoll ablaufen. Dabei gilt eine Null-Fehler-Toleranz – alles muss stimmen: Ist die Urne da, sind die Kreuze korrekt angeschrieben, haben die Gärtner*innen alle nötigen Infos für die Beisetzung? Ich arbeite dafür eng mit dem Bestattungsamt zusammen und bin quasi dessen verlängerter Arm. Es kommt auch mal vor, dass ich für Beisetzungen einspringe.
Du bist für viele eine wichtige Anlaufstelle – wie hast du dir dein breites Wissen angeeignet?
Dank meines ersten Vorgesetzten habe ich vor allem zu Beginn meiner Karriere bei Grün Stadt Zürich viel gelernt. Von Anfang an habe ich mich mit allen Aspekten der Arbeit auf dem Friedhof befasst und profitiere bis heute davon. Ich kenne alle Grabpflanzen, habe schon beim Einsargen mitgeholfen, die Totenstarre gelöst, Verstorbene angekleidet, war bei Kremationen dabei. Dieses Wissen hilft mir, Angehörige und Mitmenschen, die sich mit der eigenen Bestattung auseinandersetzen, zu beraten und Ängste zu nehmen.
Was bedeutet dir deine Arbeit?
Sehr viel! Ich komme einfach gerne zur Arbeit. Besonders die Dankbarkeit der Menschen berührt mich. Ich habe ein Mäppchen voller «Liebesbriefli». Das kommt daher, dass ich grossen Wert auf den direkten Kontakt mit den Friedhofsbesuchenden lege. Ich pflege durch meine Arbeit im Friedhofsbüro langjährige Bekanntschaften. Und es freut mich besonders, dass auch unsere Gärtner*innen sehr geschätzt werden und die Besuchenden sie beim Namen nennen.
Mit meinen Kolleginnen in den anderen Friedhofsbüros pflege ich ebenfalls engen Kontakt. Wir sind alle für mehrere Friedhöfe zuständig. Trotz der räumlichen Distanz – die Friedhöfe sind in der ganzen Stadt verteilt – können wir immer aufeinander zählen.
Wie erlebst du die Begegnungen mit Angehörigen, die sich emotional in einem Ausnahmezustand befinden?
Die Menschen sind in ihrer Trauer verständlicherweise sehr emotional – da ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Worauf bist du stolz? Was möchtest du noch bewegen?
In den vergangenen Jahren habe ich unser Büro – soweit möglich – papierlos gemacht. Aktuell arbeite ich an der Weiterentwicklung unserer Admin-Software mit. Ich bringe meine Erfahrungen ein und zeige auf, wo Abläufe unnötig kompliziert sind. In Zukunft soll vieles digitaler und einfacher gelöst werden.
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