Wie bist du 1990 zum damaligen Gartenbauamt, einer der Vorgängerinstitutionen von Grün Stadt Zürich, gekommen?
Nach der KV-Lehre bei einer kleinen Bank im Rheintal ist es mir schnell zu eng im Büro geworden. So jobbte ich Anfang der 1980er Jahre zunächst bei einer genossenschaftlich organisierten Bio-Gärtnerei, als Pflasterleger und auf der Kunsteisbahn. Weil mir das Gärtnern am meisten Freude bereitete, absolvierte ich eine Zusatzlehre als Landschaftsgärtner. Ich arbeitete in Lausanne sowie in Zürich bei privaten Gartenbauunternehmen und ging zwischendurch noch auf Weltreise. Als sich bei uns Nachwuchs ankündigte, wurde ich komplett in Zürich sesshaft und begab mich auf Jobsuche: Da sah ich die Stellenanzeige «Städtischer Grünflächenverwalter gesucht», bewarb mich und hatte Glück.
Wie war dein Start bei der Verwaltung?
Anfangs klang der Jobtitel durchaus etwas rätselhaft für mich. Heute heisst das übrigens «Bezirksleiter». Ich konnte mich aber schnell in mein «Revier» einarbeiten. Dieses umfasste die Quartiere Wipkingen und Unterstrass – praktischerweise grad die Ecke, in der ich mit meiner jungen Familie wohnte. Ich war mit meinem Team vor allem für Begrünungs- und Unterhaltsarbeiten zuständig. Eine happige Zeit für uns und die Quartierbewohnenden war die Schliessung des Platzspitzes 1992, weil sich ein Teil der Szene für eine Weile in die umliegenden Gebiete verlagerte – vom Beckenhof bis hoch zum Bucheggplatz.
In deiner langen Zeit bei der Stadt gab es sicher noch weitere Herausforderungen …
Ja, für Abwechslung war gesorgt. Auch, weil ich mich selbst immer wieder bewegen wollte. Nach sieben Jahren übernahm ich die grösseren Quartiere Seebach und Oerlikon. Dort standen Ende der 1990er grosse Parkprojekte an. So konnte ich zum Beispiel beim neuen Oerlikerpark erstmals Bauleitungsaufgaben übernehmen. Das wiederrum hat den Wunsch nach mehr Gartenbau-Aktivitäten in mir wachgerufen und dazu geführt, dass ich 2002 intern ins Team Projektierung und Bau wechselte. Seither habe ich viele grüne Grossprojekte fachlich begleitet.
Welche davon sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Die Auflösung der Westumfahrung und die damit verbundene Begrünung ist eines meiner beruflichen Highlights. Schliesslich hatte das einen riesigen positiven Effekt auf die Lebensqualität von sehr vielen Stadtbewohnenden. Innerhalb von nur zwei Jahren wurden damals über 550 Bäume in einem Gebiet zwischen Triemli bis zur Sihlfeldstrasse gepflanzt!
Bäume pflanzen, Parks anlegen, Grünanlagen umbauen – all diese Arbeiten im öffentlichen Raum stossen auf starkes Interesse. Wie bist du damit umgegangen?
Das ist Teil meines Jobs. Und es zeigt, wie gross unsere Verantwortung ist. Wenn sich Mitmenschen für unsere Tätigkeiten vor Ort interessieren, nachfragen oder Anregungen und Wünsche haben, ist das grundsätzlich etwas Positives. Aber es gab auch unangenehme Momente, zum Beispiel dann, wenn uns unterstellt wird, dass wir gesunde Bäume ohne Not fällen würden. Schliesslich hat niemand gern, wenn die eigene fachliche Kompetenz in Frage gestellt wird. Aber dann heisst es: Ruhe bewahren! Das hat mir in so manchem stressigen Moment im Berufsleben geholfen.
Geholfen hat sicher auch ein gutes Miteinander im Team …
Definitiv! Miteinander reden und zuhören, bewirkt viel Gutes. Und zwischendurch auch mal zusammen den «Kopf lüften». Als passionierter Skifahrer habe ich beispielsweise einen jährlichen Skitag bei uns ins Leben gerufen und mehrmals organisiert. Ich denke, auch das hat immer wieder frischen Schwung und Freude ins Team gebracht.
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