Was begeistert dich bis heute an deinem Beruf?
Kein Projekt ist wie das andere. Ich begleite Grün- und Parkanlagen von der ersten Idee bis zur Eröffnung und arbeite dabei mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen – von Planenden und Fachpersonen bis zur Bevölkerung. Genau diese Zusammenarbeit gefällt mir.
Mit den Jahren kommt viel Erfahrung dazu. Ich kenne viele Anlagen seit ihrer Entstehung und weiss oft noch, warum etwas genau so gebaut wurde. Dieses Wissen ist wertvoll und fliesst wiederum in neue Projekte ein.
Auf welches Projekt blickst du besonders gerne zurück?
Der Fabrikkanal Manegg ist eines meiner Highlights. Dort kamen Wasserbau, Natur, Industriegeschichte und Freiraumgestaltung zusammen – eine Kombination, die ich so wohl kein zweites Mal erleben werde. Unvergesslich bleibt der Moment, als wir nach den Bauarbeiten den Schieber öffneten und das Wasser wieder in den Kanal floss. Zuerst plätscherte es nur leise, dann suchte sich das Wasser langsam seinen Weg. Da wurde aus einem langjährigen Bauprojekt wieder ein lebendiger Ort.
Auch die Gemeinschaftszentren wie das GZ Buchegg liegen mir am Herzen. Ihre Parkanlagen sind wichtige Treffpunkte und zeigen den Wert gut gestalteter Freiräume für den Alltag.
Wie hat sich deine Arbeit in den letzten 20 Jahren verändert?
Heute sind Klimaanpassung, Biodiversität und Regenwassermanagement viel stärker in den Fokus gerückt. Auch ist der Wunsch nach grünen Freiräumen generell grösser geworden.
Gleichzeitig sind die Anforderungen gestiegen. Es gibt mehr Beteiligte und mehr Bedürfnisse, die zusammengebracht werden müssen. Trotzdem bleibt das Ziel gleich: Freiräume schaffen, die vielseitig sind und von der Bevölkerung gerne genutzt werden.
Was braucht es, um Projektleiterin bei Grün Stadt Zürich zu sein?
Fachliches Wissen in Landschaftsarchitektur ist wichtig, doch entscheidend ist die Fähigkeit, die richtigen Personen einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Man muss zuhören, koordinieren, Prioritäten setzen und Menschen zusammenbringen. Ausserdem braucht es viel Geduld, da Grünanlagen niemals wirklich «fertig» sind. Sie müssen regelmässig saniert oder an veränderte Bedürfnisse und Vorgaben angepasst werden, was genauso zu unserer Arbeit gehört wie die Neuentwicklung.
Der schönste Moment ist für mich jeweils, wenn die Absperrungen verschwinden und ein Ort zum Leben erwacht – wenn Kinder einen neuen Spielplatz erobern oder Quartierbewohner*innen einen Park erstmals für sich entdecken.
Was bedeutet Grün Stadt Zürich für dich?
Grün Stadt Zürich ist der Ort, an dem ich den grössten Teil meines Berufslebens verbracht und viele Erfahrungen gesammelt habe. Im Team sind wir oft Sparringpartner und tauschen uns regelmässig untereinander aus. Das schätze ich sehr.
Welchen Rat gibst du jungen Berufsleuten mit auf den Weg?
Neugierig bleiben. Offen sein für Neues und sich nicht entmutigen lassen, wenn etwas nicht sofort gelingt.
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