Aktuelle Auswertungen zeigen: Zürcher*innen fliegen so viel wie noch nie. Dafür gibt es strukturelle Gründe: Flugreisen sind oft billiger und einfacher buchbar. Auch Reisedauer und Komfort spielen eine Rolle. Dazu kommen psychologische Barrieren, die uns davon abhalten, das eigene Verhalten zu ändern. Der Umweltpsychologe Robert Grifford hat diese Hürden als «Drachen der Untätigkeit» beschrieben («Dragons of Inaction»). Ein Forschungsbericht im Auftrag der Stadt Zürich hat drei Dutzend solcher «Drachen» auf den Flugverkehr übertragen. Im Folgenden eine Auswahl.
Warum der Mensch trotz Bewusstsein für den Klimawandel mit dem Flugzeug reist.
Ein besseres Verständnis der psychologischen Einflüsse auf das Reiseverhalten ist eine Voraussetzung, um klimafreundlicheres Reisen attraktiver zu machen und den Flugverkehr zu reduzieren. Die Stadt Zürich analysiert die psychologischen Barrieren, um sinnvolle Massnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen durch Flugverkehr zu entwickeln. Umweltfreundlichere Alternativen wie Zug oder Bus müssen in Bezug auf Preis, Komfort und Reisezeit konkurrenzfähig sein. Eine wichtige Basis dafür wäre, dass die wahren Kosten von Reisen – inklusive Klimaschäden – in den Preis einberechnet werden. Die Stadt Zürich kann die notwendigen Strukturen und Gesetze für einen klimaschonenderen internationalen Reiseverkehr nicht allein schaffen, sie nimmt aber Einfluss auf den Bund und die Wirtschaft, um diese Veränderungen zu bewirken.