Der Repair Hub bietet seit Ende letzten Jahres eine zentrale Anlaufstelle für Reparaturen aller Art beim Josy im Kreis 5. Initiiert und betrieben wird das Angebot von zuerich.repair, mit finanzieller Unterstützung durch das Förderprogramm KlimUp. Effi Tanner ist verantwortlich für die Koordination des Repair Hubs.
Wie muss man sich den Repair Hub vorstellen?
Kaputte Gegenstände – vom Bügeleisen über Lampen bis zum Reissverschluss – können vorbeigebracht werden. Kleinere Reparaturen führen wir direkt vor Ort durch, andere übergeben wir an Partnerbetriebe. Dabei übernehmen wir die ganze Abklärung und Koordination rund um eine Reparatur. Das senkt Hürden, spart Zeit und macht Reparieren alltagstauglich – auch für Menschen ohne technisches Know-how. Kommt jemand mit einem defekten Gegenstand vorbei, machen wir eine kurze Einschätzung und erheben eine Annahmegebühr von 15 Franken. Zudem definieren wir gemeinsam mit den Kund*innen einen Maximalbetrag für die Reparatur. Das vereinfacht den Prozess. Die Kosten einer Reparatur variieren stark je nach Gegenstand und Aufwand, im Durchschnitt sind es etwa 45 Franken. Einfache Reparaturen dauern wenige Tage, komplexere Fälle nehmen auch mal zwei bis drei Wochen in Anspruch – abhängig von der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und der Auslastung der Reparateur*innen.
Lohnt es sich überhaupt, defekte Gegenstände zu reparieren?
Ja. Nutzen wir Gegenstände weiter und reparieren sie, anstatt sie wegzuwerfen, vermeiden wir Abfall, schonen Ressourcen und tragen zum Klimaschutz bei. Was entsorgt wird, weil es defekt ist, liesse sich häufig wieder instandsetzen und weiterverwenden: das Loch in der Hose flicken, die Schuhe neu besohlen, den Staubsauger oder das Handy reparieren. Wer bereits beim Kauf auf die Reparierbarkeit eines Produkts achtet, ist langfristig klar im Vorteil. Günstige Produkte wirken im ersten Moment attraktiv, schneiden jedoch auf lange Sicht oft schlechter ab: Elektronik ist häufig verklebt oder eingeschweisst, Gehäuse und mechanische Teile brechen schneller und Ersatzteile fehlen. Qualität schlägt Quantität – ökologisch wie wirtschaftlich.
Was wird häufig zur Reparatur vorbeigebracht?
Typische Dinge, die zur Reparatur kommen, sind elektronische Kleingeräte, Lampen oder Kleidung und Taschen mit defektem Reissverschluss. Häufig handelt es sich um Alltagsgegenstände mit funktionalem oder emotionalem Wert. Es wurden aber auch schon ein tanzender Samichlaus oder ein ferngesteuertes Auto repariert.
Also eigentlich fast alles? Gibt es auch Dinge, die nicht repariert werden?
Bei stark beschädigter oder billig produzierter Ware lohnt sich eine Reparatur vom Aufwand her kaum. Es gibt auch Fälle, bei denen keine Ersatzteile mehr erhältlich sind. Bei Gegenständen wie Handys, Velos oder Schuhen, für die bereits gut etablierte Reparatursysteme existieren, verweisen wir an passende Partnerbetriebe weiter.
Wie wird es weitergehen mit dem Repair Hub? Was ist geplant?
Langfristiges Ziel ist es, Reparatur als normalen sozialen Standard zu etablieren – nicht als Ausnahme. Wir möchten das Reparaturnetzwerk ausbauen und weitere Standorte anbieten. Zudem bieten wir jetzt schon Workshops an, um selbst reparieren zu lernen. Die nächsten Termine gibt es hier: RepairHub – Zuerich.repair