Bernhard Koch, Fachbereichsleiter Landwirtschaft Grün Stadt Zürich, ist mit seinem Team u.a. zuständig für die 14 städtischen Landwirtschaftsbetriebe und unterstützt diese in der Bewirtschaftung und Weiterentwicklung.
Was begeistert dich an deiner Arbeit?
Bernhard Koch: Meine Arbeit ist sehr vielfältig und bietet grossen Gestaltungsspielraum. Wir spüren die Dynamik der Stadt Zürich, die von der Bevölkerung, den Bewirtschafter*innen, aber auch von der Verwaltung ausgeht.
Auf Flächen, die ihr verpachtet, verfolgt ihr innovative Ansätze, was bewegt euch dazu?
Die städtische Stimmbevölkerung hat bei den Landwirtschaftsvorlagen der letzten Jahre klar progressiver geantwortet als der Rest der Schweiz. Das verstehen wir gerne als Auftrag! Gerade im städtischen Umfeld ist die Verzahnung zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft enorm wichtig. Einerseits besteht in der Bevölkerung das Bedürfnis nach Mitwirkung in der Lebensmittelproduktion. Andererseits sind die vielen Menschen, die auf Solawi-Betrieben mitarbeiten auch für die Organisationen sehr wichtig – weil sie mithelfen, mitdenken, mitfinanzieren.
Wir sehen es als unsere Aufgabe, mit unseren Ressourcen Leuchtturm-Projekte wie beispielsweise Slow Grow oder die solidarische Landwirtschaft zu unterstützen und damit auch die Landwirtschaft insgesamt weiterzuentwickeln. Private Verpächter*innen können diesen Effort begrenzt leisten, dafür braucht es unter anderem die öffentliche Hand. Das wird uns auch oft von unseren Pächter*innen bestätigt.
Wie sieht für dich die Landwirtschaft der Zukunft aus?
Die Landwirtschaft hat einen breiten Auftrag aus der Bundesverfassung. Ich wünsche mir, dass sie diesen weiterhin in der ganzen Breite erfüllt. Das heisst, dass sie nicht nur auf die Produktion von Nahrungsmitteln fokussiert, sondern auch die Biodiversität fördert, die Pflege der Kulturlandschaft, den Erhalt ländlicher Kultur und die Beiträge zur dezentralen Besiedelung sicherstellt. Das funktioniert aber nur, wenn die Leute in der Landwirtschaft von und mit dieser leben können. Es braucht einen gesunden Berufsstand mit gesunden Menschen.