Franziska Wick ist zertifizierte Expertin für Lebensmittelfermentation und Inhaberin der Fermentations-Schule Wild Pulse, die sie 2021 gegründet hat. Seither hat sie über 2000 Personen in Fermentation unterrichtet.
Was ist dein Lieblingsessen?
Franziska Wick: Eine traditionelle koreanische oder japanische Mahlzeit. Besonders gefällt mir die grosse Anzahl an Gemüsebeilagen. Die einen sind roh, andere gekocht, wieder andere fermentiert oder sonstwie eingelegt. Ein Fest für Augen, Gaumen und Mikrobiom.
Was denkst du, sollten unbedingt mehr Menschen über dein Fachgebiet wissen?
Die Lebensmittelfermentation war bis zur Einführung des Pasteurisierens und der Kühlschränke eine wichtige Methode um Lebensmittel haltbar zu machen. Was wir damals nicht wussten, ist, dass sich fermentierte Lebensmittel sehr positiv auf unsere Gesundheit auswirken, beispielsweise auf das Immunsystem, den Stoffwechsel, die Hirngesundheit und letztlich als Prävention vor chronischen Krankheiten im Alter. Bereits ein Esslöffel unpasteurisiertes Gemüse pro Tag hat nachweislich einen signifikanten gesundheitlichen Nutzen. Am besten würden alle Menschen darüber Bescheid wissen und Fermentiertes in ihre Ernährung integrieren.
In welche Richtung sollte sich unser Ernährungssystem in Zukunft entwickeln?
In ein System, das der Gesundheit von Mensch und des Planet gerecht wird. Die Menschen sollen Freude am Kochen und an qualitativ hochwertigen Zutaten haben. Das setzt voraus, dass diese erschwinglich sind und die Menschen über ausreichende Kochkenntnisse und Zeit verfügen, um gesunde Mahlzeiten zuzubereiten.
Was machst du für deine persönliche Ernährungsgesundheit im Alltag?
Ich versuche, möglichst viel rohes Gemüse und Früchte zu essen, um die in meinem Darm lebenden Mikroben optimal zu ernähren. Dazu nehme ich täglich fermentiertes Gemüse und ein Glas Milchkefir zu mir. Ich plane Mahlzeiten im Voraus und nutze die Zeit des Kochens für Podcasts oder Quality Time mit meinen Kindern. So ist auch das Kochen aufwändiger Gerichte kein Muss, sondern etwas, auf das ich mich freue.
Wo kaufst du am liebsten ein?
In Zürich ist Oerlikon mein Lieblingsort dafür: der wunderschöne Markt am Mittwoch und Samstag und die vielen internationalen Lebensmittelläden wie Asiaway (Vietnam/China/Korea/Japan), Art of Food (Indien) und Halk Pazari (Türkei) und viele mehr. Mein Highlight ist jedes Jahr der Slow-Food-Markt!
Wo isst du am liebsten?
Eines meiner Lieblingsrestaurants ist die Neue Taverne in Zürich. Ich finde ihre Gerichte einfach genial. Das Küchenteam arbeitet oft mit Fermentation, was mich natürlich besonders interessiert.