Luzia Müller, Ernährungsberaterin Schulgesundheitsdienst Stadt Zürich, unterstützt die Koordination und Umsetzung der Verpflegung an den Schulen der Stadt Zürich.
Was begeistert dich an deiner Arbeit?
Luzia Müller: Die Arbeit mit den Kindern. Weil wir schon früh präventiv wirken können und damit ihre Gesundheit langfristig fördern. Wir erreichen sehr viele Menschen und können auf struktureller Ebene etwas bewegen. Das macht meine Arbeit sinnstiftend. Besonders spannend finde ich auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa mit dem Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich. Dank des klaren Bekenntnisses der Stimmbevölkerung können wir die nachhaltige Ernährung konkret umsetzen und weiterentwickeln.
Was konntet ihr bereits erreichen?
Die Schulverpflegung ist heute sehr professionell organisiert. Hygiene, Qualität und Versorgungssicherheit sind auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig hat sich auch das Angebot stark weiterentwickelt: Es gibt mehr Gemüse, Früchte und Hülsenfrüchte, oft saisonal und regional.
Besonders freue ich mich darüber, wie offen die Schulen gegenüber vegetarischen Gerichten und neuen Lebensmitteln geworden sind. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst und der Zusammenhang zwischen nachhaltigem Verhalten und Gesundheit rückt stärker in den Fokus.
Wie reagieren die Schüler*innen auf das Essensangebot?
Sehr positiv. Kinder und Jugendliche sind meist viel offener gegenüber neuen Gerichten als Erwachsene, die stark von ihrer eigenen Essbiografie geprägt sind. Kinder probieren neugierig aus – vor allem, wenn das Schulpersonal sie dabei unterstützt. So verändert sich auch die Esskultur: Weg von klassischen Gerichten wie Wurst und Rösti, hin zu vielfältigen, internationaleren Speisen, zum Beispiel einem Linsen-Dal. Die Vielfalt der Kulturen in der Stadt Zürich spiegelt sich auch auf dem Teller wider.
Spielt die kulturelle Vielfalt der Schüler*innen dabei eine Rolle?
Ja, absolut. Kinder lernen viel voneinander. Wenn sie gemeinsam essen, entdecken sie neue Lebensmittel oft über ihre Mitschüler*innen. Ein Kind sagt vielleicht: «Das essen wir zu Hause immer», während ein anderes dieses Gemüse noch gar nicht kennt. Diese gemeinsame Erfahrung senkt Hemmschwellen. Neues wird eher ausprobiert, wenn es von Gleichaltrigen kommt.