Eine der Grundaufgaben der KiöR ist es, die urbanen Veränderungen Zürichs mit Kunst zu begleiten. Nach definitiver Gewährung des beantragten Rahmenkredits kann wieder temporäre Kunst im Aussenraum umgesetzt und für die Bevölkerung erlebbar gemacht werden. Die im Tiefbauamt angesiedelte KiöR wird bei ihrer Tätigkeit tatkräftig von Personen unterstützt, die nicht direkt zur Fachstelle gehören, aber in anderen Bereichen des Amts angestellt sind. So profitiert die Fachstelle je nach Projekt von der Sachkompetenz, der Erfahrung und den Ideen aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen.
In einer Serie stellt der städtische Kunst-Newsletter das Zusammenwirken der KiöR mit Personen vor, deren tägliche Arbeit keinen direkten Bezug zur Kunst hat, die aber durch ihr Engagement Teil des erweiterten KiöR-Teams werden. In dieser Ausgabe kommt Oliver Vetter zu Wort, der den Werkhof Hardhof leitet und sich besonders gerne an einen Künstler erinnert, den er den «Baumeister» nennt.
Oliver Vetter ist mein Name und ich bin der Leiter des Werkhofs Hardhof. Wir sind zuständig für den baulichen Unterhalt und Reparaturen in den Kreisen 3, 4, 5, 9 und 10. Dies entspricht etwas mehr als einem Viertel der gesamten Fläche Zürichs. Intern führen wir zusätzlich kleinere Strassenbauprojekte aus, die von Projektleiter*innen der Werterhaltung oder Kunstbauten geplant werden. Die Geschäftsbereiche «Verkehr und Stadtraum» (V+S) und «Planung und Projektierung» (P+P) unterstützen wir bei den diversen Vorhaben wie «Brings uf d'Strass!» und «Piazza Pop-up».
Wir sind zudem für die Baustelleninformation intern und extern wie beispielsweise für die VBZ oder das Amt für Hochbauten zuständig. Bei kleineren und grösseren Baustellen auf dem Stadtgebiet sind wir verantwortlich für die Absperrungen. Teilweise sind wir auch an Anlässen wie zum Beispiel diesen Herbst bei der Rad- und Para-Cycling-Weltmeisterschaft beteiligt.
Des Weiteren führen wir diverse Dienstleistungen für andere Amtsstellen aus. Dazu gehören der Winterdienst oder das Versetzen von Abfalleimern für Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ). Für Grün Stadt Zürich führen wir beispielsweise Chaussierungen aus oder verlegen Tritt- oder Gehwegplatten. Für das ewz und Energie 360° AG übernehmen wir alle Instandstellungen von Belegen. Zudem setzen wir externes Mobiliar für die Dienstabteilung Verkehr wie Ständer, Pfosten, Bodenhülsen, Inselschutzpfosten um, intern zum Beispiel auch Velobügel.
Für die Immobilien der Stadt Zürich arbeiten wir ebenfalls viel, zum Beispiel führen wir Betonsanierungen und Belagsarbeiten im Aussenbereich von Schulhäusern aus. Ein weiterer wichtiger Kunde von uns ist das Amt für Städtebau. Für dieses stellen wir digitale Werbeanlagen, City-Guide-Kästen, Kultursäulen und Leuchtdrehsäulen auf.
In unserem Betrieb absolvieren zurzeit zwei Lernende die dreijährige Lehre als Fachleute Betriebsunterhalt.
Die Werterhaltung hat KiöR bereits bei zahlreichen temporären sowie permanenten Kunstprojekten unterstützt. Zudem waren wir auch bei Bewirtschaftungsvorhaben wie Restaurierungen oder Umplatzierungen von bestehenden Kunstwerken beteiligt.
Das Kunstwerk «Springer» von Emilio Stanzani in der Sportanlage Sihlfeld haben wir am alten Standort aus dem Betonfundament gelöst und haben auch am neuen Aufstellungsplatz den Aushub und das Betonfundament übernommen. Immer wieder sind wir für die Instandsetzung der Klangsteine des Kunstwerks «Harmonic Gate» an der Europaallee tätig.
In Oerlikon haben wir neben der offenen Rennbahn die Arbeiten für die Platzierung des Objekts «Haus» von Fischli / Weiss übernommen. In der Regel unterstützen wir KiöR bei der Umsetzung von Kunstprojekten und übernehmen bei der Ausführung Absperrung, Aushub, Fundation und Transport.
Bei temporären Projekten kommt mir der «Hafenkran» in den Sinn. Damals setzten wir das Fundament um und betonierten den Riegel. Auch der Rückbau lag in unserer Verantwortung. Ähnliche Unterstützung konnten wir bei weiteren Ausstellungsprojekten wie «Art Altstetten Albisrieden», «Neuer Norden Zürich», oder bei «Gasträumen» bieten.
Da fällt mir an erster Stelle die Kunstintervention «FLOE, PD#16232» von Bob Gramsma ein, die wir im Zusammenhang mit den von KiöR organisierten Reihe «Lokaltermin Schwamendingen: Kunstbeobachtungen» 2016 bei der Ziegelhütte umsetzten konnten. Seit dieser Zusammenarbeit nennen wir den Künstler intern «Bob den Baumeister».
Die Arbeiten umfassten einen Aushub und die Herstellung von Betonschollen. Dafür wurde das ausgehobene Loch mit Beton gefüllt. Das getrocknete Objekt haben wir herausgehoben und ausgewaschen. Dann haben wir die Mulde wieder aufgefüllt und zum Schluss die Betonschollen wie Sitzbänke darauf platziert.
Die Zusammenarbeit mit dem Künstler war äusserst gut und fruchtbar. Wir waren nicht nur zusammen, sondern miteinander tätig. Bob Gramsma war von morgens bis abends vor Ort und arbeitete mit. Er hat unsere Tätigkeit akzeptiert und ging auf Ideen von uns ein. Zudem hat mich sein Kunstwerk angesprochen, da es auch als Sitzgelegenheit dienen kann, also auch nützlich ist.
Kunst im öffentlichen Raum ist für mich eine Bereicherung und Aufwertung. Zudem schaffen es Kunstwerke im Aussenraum, die Diskussion anzuregen, wie wir dies bei der Kunstinstallation «Schmerzh» von Olivia Wiederkehr im September dieses Jahres erleben konnten.
Gespräch: Karoliina Elmer, Fachstelle KiöR, Tiefbauamt