Eine der Grundaufgaben der KiöR ist es, die urbanen Veränderungen Zürichs mit Kunst zu begleiten. Nach definitiver Gewährung des beantragten Rahmenkredits kann wieder temporäre Kunst im Aussenraum umgesetzt und für die Bevölkerung erlebbar gemacht werden. Die im Tiefbauamt angesiedelte KiöR wird bei ihrer Tätigkeit tatkräftig von Personen unterstützt, die nicht direkt zur Fachstelle gehören, aber in anderen Bereichen des Amts angestellt sind. So profitiert die Fachstelle je nach Projekt von der Sachkompetenz, der Erfahrung und den Ideen aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen.
In einer Serie stellt der städtische Kunst-Newsletter das Zusammenwirken der KiöR mit Personen vor, deren tägliche Arbeit keinen direkten Bezug zur Kunst hat, die aber durch ihr Engagement Teil des erweiterten KiöR-Teams werden.
In der dritten Ausgabe kommt Pietro Costanzo zu Wort, der als Projektleiter im Geschäftsbereich Werterhaltung die Fachstelle zum ersten Mal im Herbst 2024 begleitete – bei der Umsetzung der Kunstintervention «Schmerzh» von Olivia Wiederkehr.
Könnten Sie sich kurz vorstellen und erwähnen, in welchem Geschäftsbereich des Tiefbauamts Zürich Sie arbeiten und was Ihre Tätigkeit umfasst?
Mein Name ist Pietro Costanzo und ich arbeite als Projektleiter im Geschäftsbereich Werterhaltung des Tiefbauamts. Zu meinen Tätigkeiten gehören die operative Planung, Leitung sowie Steuerung und fachliche Begleitung von koordinierten Infrastrukturprojekten wie beispielsweise Strassenbau- und Werkleitungsprojekte ab Projektdefinition, über Bauprojekt- und Kreditgenehmigung bis zur Realisierung.
In meiner Verantwortung liegen Submission von Planungsleistungen, Ingenieur- und Bauleistungen sowie Vergabeantrag und Vertragsausfertigung. Darüber hinaus gehören Beauftragung, Koordination und Leitung externer Unternehmen und Spezialist*innen zu meinen Aufgaben.
In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Verkehr und Stadtraum (V+S) entwickeln wir die Verkehrsinfrastruktur weiter, indem wir gestalterische Massnahmen umsetzen, die sowohl die Funktionalität als auch die Aufenthaltsqualität und Sicherheit im öffentlichen Raum verbessern.
Auch leite ich das Gesamtprojekt des Energieverbunds für den Ausbau der thermischen Netze.
Gibt es ein Kunstwerk / Ausstellungprojekt im öffentlichen Raum, an dem Sie beim Aufbau, bei einer Restaurierung etc. dabei waren? Was beinhaltete Ihre Arbeit? Könnten Sie uns einen Blick hinter die Kulissen geben?
Beim Kunstprojekt «Schmerzh» von Olivia Wiederkehr, das im September 2024 stattgefunden hat, habe ich die Fachstelle KiöR zum ersten Mal unterstützen dürfen. Meine Aufgabe bestand darin, mit dem Team des Werkhofs Hardhof Ideen zu entwickeln, wie die Duftdiffusoren in den Schächten auf den sechs Plätzen installiert werden könnten. Die Lösung war einerseits die Errichtung neuer Schächte, in die die Diffusoren direkt platziert wurden. Für die bestehenden Schächte andererseits wurden Holzkisten entwickelt, die darin passgenau montiert werden konnten.
Die Bilder zeigen das Kunstprojekt «Schmerzh» von Olivia Wiederkehr, einmal während des Aufbaus, einmal das Informationsplakat vor Ort. Auf einem weiteren Bild ist der fertiggestellte Platz beim Alten Bahnhof Letten aus der Drohnenperspektive zu sehen.
Welches Kunstwerk / Ausstellungprojekt ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?
Da ich erst bei der Umsetzung eines Kunstprojekts beteiligt war, nenne ich hier ein Objekt aus dem Sammlungsbestand KiöR, das mir ins Auge gestochen ist. Besonders spannend finde ich den leuchtend orangen Brunnen «Sirius» von Annemie Fontana, der vor dem Hallenstadion in Oerlikon steht.
Was denken Sie, sind die Gründe dafür?
Die Brunnenfigur ist aus Kunststoff gefertigt worden. Ein Material, das ich bei Kunstwerken im öffentlichen Raum selten antreffe. Das Zusammenspiel der einzigartigen, spiralartigen Form mit Wasser und Licht finde ich gelungen. Es kommt am heutigen Standort besonders gut zur Geltung.
Was hat Kunst im öffentlichen Raum für eine Bedeutung für Sie?
Meiner Meinung nach prägt Kunst das Stadtbild entscheidend und kann Betrachter*innen neue Perspektiven auf einen Ort eröffnen. Zudem entstehen, ausgehend von Kunstwerken, auch Diskussionen. Und die Orte der Kunst können zu Orten der Begegnung werden. Oft geht es in den Werken um politische und kulturelle Themen oder Hintergründe, die zum Nachdenken anregen. Dadurch lassen sich politische, soziale und kulturelle Botschaften vermitteln.